Wädenswil

Die Fasnachtsgruppen lockten tausende auf die Strassen

Die Fasnacht 2019 wurde in Wädenswil trotz Sturmwetter von rund 4000 Zuschauern besucht. Auf sie wartete ein farbenfroher Umzug mit bunten Verkleidungen und lauter Posaunenmusik.

Die schönsten Szenen von der Wädenswiler Fasnacht in unserem Video.
Video: Caroline Gloor / CA Media

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Die vier Jungen und Mädchen im Teenageralter haben einen Fehler gemacht. Eben haben sie eine Packung Bonbons erhalten und sich damit in eine windgeschützte Hausnische zurückgezogen. Der Teufel hat die vier Jugendlichen bereits einige Sekunden aus seiner schwarzbraunen Maske angestarrt.

Eben hüpfte er noch wild mit den anderen Mitgliedern der «Linther Sumpfhogger» umher. Jetzt nähert er sich im lautlosen Sprint leichtfüssig den vier Ahnungslosen. Ein Knall mit der Peitsche, ein grässliches Jaulen der Kreatur und die vier Teenies haben sich den Schrecken der diesjährigen Wädenswiler Fastnacht geholt. Für eine Handvoll Rache-Konfetti ist es schon zu spät, der Teufel hüpft auf der regennassen Strasse davon.

Nichts geht mehr

Nur Minuten zuvor hat Christoph Rohner auf der Glärnischwiese mit zwei Knall-Raketen den Sonntagsumzug 2019 in Gang gesetzt. «Eine Rakete für die Bereitschaft, eine zweite als Startsignal», erklärt er. Am Glärnischkreisel stauen sich die Wagen, die Guggen und einige Dutzend andere Umzugsteilnehmer in einer Kolonne. Eine Stadtpolizistin, von einer Konfetti-Attacke gezeichnet, erklärt resigniert einem Autofahrer, der aus der Tiefgarage der Kulturhalle entweichen will, dass er «auf unbestimmte Zeit» wohl hier «nicht wegkomme.» Sie weist auf die gesperrte Oberdorf-und Zugerstrasse, gesäumt von Menschentrauben, wo Umzugsmeister René Mogy sich in elegantem rotgoldenem Frack ins Zeug legt, damit Alt und Jung nicht auf die Strasse tritt.

Die schönsten Bilder der Kinderfasnacht am Zürichsee

Zwischen zwei Knacklauten seines Funkgeräts erklärt er rufend: «Schon der gestrige Nachtumzug war ein grosser Erfolg mit gut 2'500 Teilnehmenden. Die katholischen Kantone sind mit ihrer Fasnacht schon durch und kamen bei uns nochmals nachfeiern.» Ausserdem habe man «riesiges Wetterglück» gehabt, meint er mit Blick auf die rasenden Wolkenberge am Himmel.

Am Sonntag mögen es 3'500, vielleicht sogar 4'000 Zuschauer sein, darunter vor allem Kinder, die strahlend oder auch ängstlich auf die vorüberziehenden Guggen schauen. Diese strahlen mal in die tausenden von Handykameras, mal stellen sie offensichtliche Nonchalance zur Schau. Am Ende des Zuges parkieren viele ihre Instrumente in einem Meer aus Blech rund um den Glärnisch-Kreisel. Zuschauende Kinder nehmen umgehend die Instrumente in Beschlag. Die Kakophonie ist ein dezenter Vorgeschmack auf das anschliessende Monsterkonzert aller teilnehmenden Guggen der diesjährigen Fasnacht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.03.2019, 18:41 Uhr

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