Meilen

Hier kamen Profis, Anfänger und Ikonen durch

Wer als Zuschauer am Zürich Marathon Spektakel erleben wollte, kam am Wendepunkt auf seine Kosten. Vor allem in der Wechselzone des Teamrun herrschte ein Riesenandrang mit reger regionaler Beteiligung.

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Die Winkelstrasse in Meilen mit der anschliessenden Linkskurve in die Dorfstrasse bildet die Wendeschlaufe am Zürich Marathon. Die 17. Auflage vom Sonntag lockte die Spalier stehenden Fans in Scharen zu dieser Schlüsselstelle. Kurz nach halb zehn Uhr bilden Vorfahrer zu Töff die Vorhut der Spitzengruppe. Die elektronische Uhr zeigt mit 1:19:10 Stunden die bisher gelaufene Zeit an, als das in Führung liegende Quintett das schmale Strässchen hinaufläuft. Es sind die einzigen wenigen Höhenmeter, welche die Teilnehmer entlang der 42,195 Kilometer bewältigen müssen.

In der Wechselzone des Teamrun entlang der Seestrasse herrscht derweil ein ziemliches Gedränge. Hunderte von Teamläuferinnen und -läufern sind auf engstem Raum versammelt. Es sind die Schlussläufer, die das mit 17 Kilometern letzte und längste Teilstück zurück nach Zürich absolvieren werden. Sie warten auf die Hobbyläufer, die auf dem dritten Teilstück von der Herrliberger Badi Steinrad bis Meilen über vier Kilometer unterwegs sind.

Dario Cologna mit dabei

Für Aussenstehende ist es höchst erstaunlich, dass – kaum hat die Spitzengruppe die Strecke zurück in Angriff genommen – der erste Teamläufer bereits eintrifft. Der geringe Rückstand auf die Spitze lässt sich erklären: Es rennt ein durchtrainierter Athlet, der über die letzten Meter zum Sprint ansetzt.

Hunderte Läuferinnen und Läufer trotzten dem schlechten Wetter auf der Laufstrecke. Video: CA Media

Nach einer kurzen Verschnaufpause stellt er sich vor. «Mein Name ist Beda Klee aus dem St. Gallischen Wattwil.» Ja, er sei schon durchtrainiert, schliesslich sei er Langläufer im A-Kader von Swiss Ski. Auf seiner Startnummer steht «Team Cologna». Der Groschen ist gefallen. «Ist das gleichbedeutend mit Dario Cologna?», lautet die logische Frage. «Aber sicher, Dario Cologna war unser Startläufer.»

Kein Geringerer als die Schweizer Langlauf-Ikone, vierfacher Olympiasieger und Weltmeister, hat also die schmalen Latten durch Laufschuhe ersetzt. «Meine weiteren Teamkollegen Jonas Baumann und Livio Bieler gehören ebenfalls zum A-Kader», fügt Klee an. Das Quartett siegt denn auch in der Overall-Wertung des Teamrun in der Fabelzeit von 2:25:44 Stunden.

Meilen knapp vor Herrliberg

Mittlerweile ist bei Kilometer 24,5 das frenetische Klatschen der Fans für die Spitzenläufer einem aufmunternden Applaus für die Nachzügler gewichen. Es bietet sich die Gelegenheit, die verschiedenen Laufstile zu beobachten. Nicht alle im in die Länge gezogenen Feld laufen «rund», fast jeder hat seinen eigenen Stil, läuft mit leicht angewinkelten oder rudernden Armen, eher ein wenig in Rücklage oder leicht nach vorne gebeugt. Die Stimmung auf der Strecke ist allemal gut: Das früh am Morgen garstige Wetter mit Regen war einmal, die Wolkendecke ist zu lockerer Bewölkung aufgerissen.

In der Wechselzone treffen nun jene ein, die es ein wenig gemütlicher angegangen sind. Zu ihnen gehört das Frauenteam der Gemeindeverwaltung Meilen mit den Sozialarbeiterinnen Zarina Rosenberg und Katrin Stäheli Haas sowie den Sachbearbeiterinnen Rahel Krebs und Marion Seiler. Das Quartett rennt in blauen T-Shirts mit Meilens Postleitzahl 8706 in weissen Ziffern. Seiler übergibt an Schlussläuferin Stäheli Haas. Fast gleichzeitig kommt es zu einem Herrliberger Wechsel zwischen Gemeinderat Joel Gieringer (FDP) und Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli. Meilen ist einen Tick früher auf der Schlussstrecke als Herrliberg. Das Frauenteam erreicht schliesslich die Schlusszeit von 3:57:25 Stunden – es ist schneller als vorgenommen ins Ziel gekommen.

Erstellt: 28.04.2019, 19:58 Uhr

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