Einbürgerungen

Der Weg zum roten Pass ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden

Wer den roten Pass will, muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Wem beim Prozedere das letzte Wort gebührt, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

Sprachkenntnisse, eine solide finanzielle Situation und Wissen über das politische System – der Weg zum roten Pass ist für viele lang.

Sprachkenntnisse, eine solide finanzielle Situation und Wissen über das politische System – der Weg zum roten Pass ist für viele lang. Bild: Marc Dahinden (Archivbild)

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Ausländer, die sich in der Schweiz ordentlich einbürgern lassen wollen, müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Zum einen wäre da die kommunale Wohnsitzfrist von zwei Jahren. Zum anderen muss der Gesuchsteller finanziell für sich und seine Familie aufkommen können. «Das wird anhand der Bescheinigung des Steueramts und des Betreibungsregisterauszugs überprüft», sagt Catrina Erb-Pola, Gemeindeschreiberin von Küsnacht.

Neben der finanziellen Situation sind mangelnde Sprachkenntnisse der häufigste Grund für Negativentscheide, wie eine Umfrage bei den Gemeinden im Bezirk Meilen zeigt. «Sofern der Gesuchsteller nicht deutscher Muttersprache ist oder während einer gewissen Anzahl Jahre die Volksschule oder eine andere Ausbildung in deutscher Sprache besucht hat, muss er eine erfolgreich absolvierte Deutschprüfung vorweisen», sagt Thomas Kauflin, Gemeindeschreiber in Zumikon.

Verfahren unterscheiden sich

Von Bedeutung sind auch die persönlichen Verhältnisse und staatsbürgerlichen Kenntnisse der Einbürgerungswilligen. Wie diese im Einzelnen überprüft werden, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. In Zumikon etwa werden Gesuchsteller zu einem persönlichen Gespräch mit dem Gemeindepräsident und Gemeindeschreiber eingeladen. Danach entscheidet der gesamte Gemeinderat über das Gesuch.

In Küsnacht ist die eigens dafür errichtete Bürgerrechtskommission für Einbürgerungen zuständig. Die von den Küsnachter Stimmbürgern gewählte Behörde urteilt im Gespräch mit den Bewerbern über deren Integration und Grundkenntnisse über die Schweiz, den Kanton und die Gemeinde. «Die Gesuchsteller werden zudem gebeten, zwei Referenzpersonen mit Schweizer Bürgerrecht und Wohnsitz in Küsnacht zu benennen», sagt Gemeindeschreiberin Erb-Pola.

In Uetikon hingegen wird neben der Sprachkompetenz auch das politische Wissen mit einem schriftlichen Test überprüft. Danach wird das Gesuch dem Gemeinderat vorgelegt, der über die Aufnahme in das Gemeindebürgerrecht entscheidet. In Hombrechtikon hat die Gemeindeversammlung in der Regel das letzte Wort.

Positiv für Integration

Die Umfrage der ZSZ bei den Gemeinden im Bezirk Meilen zeigt, dass kaum ein Gesuch abgelehnt wird. Das sei gut so, heisst von Seiten der Experten. «Neue Studien belegen, dass Einbürgerungen einen nachweislich positiven Effekt auf die soziale und politische Integration haben», sagt Nina Gilgen, Leiterin der Fachstelle für Integrationsfragen des Kantons Zürich.

Je früher sich eine Person einbürgern lasse, desto grösser sei der positive Effekt. «Aus integrationspolitischer Sicht sind Einbürgerungen deshalb wichtig und wertvoll.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.03.2018, 18:24 Uhr

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