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Das neue Jahr wurde festlich empfangen – von Richterswil bis Kilchberg

Festreden, Feuerwerk und Fröhlichkeit: In den vergangenen Tagen fanden in vielen Gemeinden des Bezirks öffentliche Feiern zum Jahreswechsel statt.

Letzte Vorbereitungen: Auf dem Seeplatz in Wädenswil versammelten sich rund 400 Personen, um gemeinsam auf das Jahr 2018 anzustossen.
Letzte Vorbereitungen: Auf dem Seeplatz in Wädenswil versammelten sich rund 400 Personen, um gemeinsam auf das Jahr 2018 anzustossen.
David Baer
Auf der Eisbahn?in Wädenswil rutschte es sich besonders gut ins neue Jahr. Sandra (links) und Janine beglückwünschen sich um Mitternacht.
Auf der Eisbahn?in Wädenswil rutschte es sich besonders gut ins neue Jahr. Sandra (links) und Janine beglückwünschen sich um Mitternacht.
David Baer
Ein besinnliches Konzert zum Jahresausklang gab es mit dem Coro Piccolo Castello und der Camerata Castello in der Stadtpfarrkirche zu hören.
Ein besinnliches Konzert zum Jahresausklang gab es mit dem Coro Piccolo Castello und der Camerata Castello in der Stadtpfarrkirche zu hören.
Markus Richter
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Früh am Silvesterabend, um 18 Uhr, erstrahlte der Platz vor dem Haus zum Bären in Richterswilin hellem Glanz. Rund 100 Leute fanden sich an der besinnlichen Silvesterfeier zu Gebet und gemein­samem Singen ein. Die Bläsergruppe Baccanella umrahmte den Anlass musikalisch.

Die Ansprachen standen unter dem Motto Brücken. Pfarrer ­Ronald Herbig Weil von der refor­mierten Kirche gebrauchte den Begriff als Symbol für etwas, was verbindet, was Menschen zuein­ander bringt. «Freuen wir uns, wenn es uns gelingt, Brücken zu bauen.» Pfarreiassistentin ­Susanne Hilty von der katho­lischen Kirche bezeichnete ­Brücken ebenfalls als Symbol für das Leben. Ohne Brücken ­gäbe es nur Abgründe. «Wer Brücken­ baut, wird selber zum tragfähigen Menschen.»

Gemeindepräsident Hans Jörg Huber (FDP) richtete eher welt­liche Worte an die Zuhörerschaft. In seinem Rückblick auf das ­vergangene Jahr sprach er von einem für Richterswil ruhigen 2017. «Es gab keine Fusionsgelüste, keine negativen Schlagzeilen und auch keine Wetterkapriolen.» Er habe auch festgestellt, dass es einfacher sei, die Steuern zu senken als zu erhöhen. Er schloss mit den Worten: «Richterswil ist eine leben­dige und attrak­tive Gemeinde.»

Guter Rutsch auf der Eisbahn

Einen grossen Empfang bot dem neuen Jahr die Bevölkerung von Wädenswil. Bei der Eisbahn auf dem Seeplatz trafen sich gegen 400 Leute, um gemeinsam aufs 2018 anzustossen. Zu reden ­gaben vor allem die milden Temperaturen. «Ein bisschen kälter könnte es schon sein», hiess es in der Runde. Auf der Eisbahn herrschte immer noch reger Betrieb. Ein paar Jugend­liche drehten ihre Runden. Zum Countdown ins neue Jahr schenkten Mitglieder des Verkehrsvereins Wädenswil und des Quartiervereins Au die von der Stadt Wädens­wil offerierten Cüpli aus. Stadt­rat Johannes Zollinger (EVP) rich­tete ein paar Gruss­worte an die Festfreudigen. Sein Wunschzettel für 2018 sieht mehr Good News und weniger Fake News vor, mehr Mut zu Neuem und ­weniger Angst vor Veränderungen, mehr Gespräche und weniger Einsprachen.

Eine Gruppe von Leuten ­zählte laut die letzten Sekunden des alten­ Jahres herunter. Dann ­lautete das Motto: «Prosit Neujahr». Über den Dächern von Wädens­wil und am See stiegen Feuerwerkskörper hoch. Jubel, Trubel, Heiterkeit war angesagt. Auf der Eisbahn rutschten einige im wahrsten Sinne des Wortes gemein­sam ins neue Jahr.

Zur Feier zum Jahresausklang strömten rund 180 Personen in die reformierte Kirche Horgen. In der ökumenischen Besinnung sprach neben dem katholischen Pfarrer Adrian Lüchinger und seinem reformierten Kollegen Torsten Stelter auch Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP). Dieser liess in seiner Rede zuerst das vergangene Jahr anhand ­politischer Begebenheiten Revue pas­sieren. Er blickte denn auch vor­aus und rief in Erinnerung, dass Horgen in rund 40 Minuten aufgrund der Eingemeindung von Hirzel um rund 2000 Personen wachsen werde. Zu Beginn des neuen Jahres werde man also eine Ziellinie überschritten haben und doch wieder an einem Anfang stehen. Es gelte, den ­neu­en Dorfteil auf gute Art in die Gemeinde zu integrieren. Leut­hold will diese Herausforderung mit Zuversicht, Respekt und Teamgeist meistern. In der Feier war auch Orgelmusik, gespielt von Martin Kovarik, zu hören. Die fröhlichen Festklänge ernteten viel Applaus. Nach der Feier begaben sich die Leute für die letzte halbe Stunde im alten Jahr auf den Dorfplatz, um gemeinsam bei stimmungsvollem Kirchengeläut das neue Jahr zu begrüssen.

Bei Prosecco, Bier und alkoholfreiem Punsch stiessen die Leute um Mitternacht auf ein gutes 2018 an. Auch Schinkengipfel, Chäs­chüechli, Gulaschsuppe und Marroni fanden regen Zuspruch. Vor allem aber ging es auf dem Dorfplatz um Geselligkeit, wo Neuigkeiten sowie gute Vorsätze ausgetauscht wurden.

Im Hirzel wurde am 1. Januar wohl zum letzten Mal an der Neujahr­aatrinkete im Schulhaus Heerenrainli angestossen. Wegen dem Zusammenschluss mit Horgen werde es den Anlass künftig «ziemlich sicher nicht mehr geben», wie Urs Gyger, Präsident des Gemeindevereins Hirzel, sagte. Zur Derniere kamen rund 60 Hirzler. Sie genossen Gerstensuppe und freuten sich, Freunde und Nachbarn zu sehen. Ganz wie in den Jahren zuvor. Neu war hingegen der Name des Festredners. Denn dies war nicht mehr Markus Braun (parteilos), der bis am Tag zuvor Hirzels Gemeinde­präsident war, sondern der Horgner Gemeindepräsident Theo Leuthold.

An der Startlinie

Leuthold begrüsste die Anwesenden dann auch mit: «Liebe Alt-Hirzle­rinnen und Alt-Hirzler.» Wie schon tags zuvor in der reformierten Kirche Horgen sprach er auch jetzt von der Ziel­linie des Zusammenschlusses bei­der Gemein­den. Diese sei gleichzeitig auch eine Startlinie. «Wir müssen das Projekt gemeinsam gestalten, und ich bin ­überzeugt, dass es uns gelingt.» Das Wohl der Dorfgemeinschaft stehe­ an erster Stelle. Als wich­tige Grundpfeiler für eine effi­ziente und erfolgreiche Zusammenarbeit nannte er Toleranz und Akzeptanz sowie gegensei­tige Achtung und Respekt.

In Kilchbergist die Opern­gala am Neujahrstag in der reformierten Kirche bereits zur Tradition geworden. Die Einladung der Kirchgemeinde zu diesem Event wurde erneut gehört: Über 300 Personen begaben sich am ersten Januarabend in die Kirche auf der Krete des Zimmerbergs.

Auf dem Konzertprogramm standen diesmal Werke von ­Mozart, Gounod, Grieg und ­Verdi. Das Konzert war kurz­weilig und facettenreich. Zum ersten Mal in Kilchberg zu hören war die Sopranistin Siri Thornhill. Sie stammt wie der bekannte Pianist und Komponist Edvard Grieg aus Norwegen, was dem Vortrag eine besondere Note gab. Grosse Bewunderung erntete auch Kontrabassist Dariusz Mizera­, der zusammen mit dem in Kilchberg bestens bekannten Meistergeiger Adam Taubitz das berühmte und virtuose Konzertstück «Gran Duo Concertante» von Bottesini zum Besten gab. Mehrere Jahre trat der Schweizer Bariton Vivian Zatta nicht mehr in der Kirche in Kilchberg auf. Umso mehr freuten sich die Konzert-Insider, ihn wieder zu hören.

Das Programm wurde von Chris­ter Løvold, Chorleiter und Organist in der Reformierten Kirchgemeinde Kilchberg, zu­sam­men­gestellt, wobei die Stücke in Absprache mit den Künstlern ausgesucht wurden. Løvold selber spielte am Klavier. Nach dem Konzert waren die Besucher ins Kirchgemeindehaus ans Buffet eingeladen. Angeboten wurden Weisswürste und Wienerli mit Brot, Käse- und Spinatküchlein sowie Mineralwasser, Wein, Saft und Sekt. Bei entspannten Gesprächen genossen die Leute das Zusammensein.

Die kritischen Thalwiler

Am Dientagnachmittag dann wurde auch noch in Thalwil auf das Jahr 2018 angestossen. Etwa 150 Frauen, Männer und Kinder versammelten sich dazu im Gemeindehaus. Gemeindepräsident Märk Fankhauser (FDP) schaute in seiner Rede auf die letzten vier Jahre zurück. Man sei schon fast am ­Ende der Legislatur. Am Anfang habe es einige Zeit gebraucht, «bis wir eine schlagkräftige, effiziente Behörde geworden sind», meinte er. Sie hätten mit unzähligen Sitzungen, Projekten, Veranstaltungen, Eröffnungen und auch hitzigen Diskussionen unser Dorf bewahrt. «Wir haben es weiterentwickelt, haben im Gemeinderat verloren, konnten überzeugen, aber wir wurden auch geärgert», fasste er zusammen und thema­tisierte damit unter anderem die Steuerfusssenkung oder die Begegnungszone, welche von der Bevölkerung abgelehnt wurde.

Ihm persönlich würden aber vor allem die persönlichen Begegnungen und Diskussionen in Erinnerung bleiben. In Thalwil habe sich eine hohe Streitkultur entwickelt, ist er überzeugt. «Der Thalwiler ist ein äusserst kri­tischer Zeitgenosse, der sich ­gerne an Gemeindeversammlungen oder in Leserbriefen zu Wort meldet.» Er schätze das sehr.

Auch in Gattikon war Fank­hauser der Festredner beim ­Neujahrsapéro, der musikalisch umrahmt­ wurde vom Männerchor Gattikon.

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