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Das Kunstzeughaus überschreitet Grenzen

Das Kunstzeughaus zeigt in der Ausstellung «Invisible Limits» zehn Künstler aus Deutschland und der Schweiz, die sich mit Grenzen auseinandersetzen.

Nicolai Rapp hat in Ghana Menschen mit dunkler Hautfarbe fotografiert. Die Gesichter sind mit einer Flüssigkeit übermalt: Das Bleichmittel, eine Chemikalie in Hautcremes, wird von Schwarzen benutzt, die weiss werden möchten.
Nicolai Rapp hat in Ghana Menschen mit dunkler Hautfarbe fotografiert. Die Gesichter sind mit einer Flüssigkeit übermalt: Das Bleichmittel, eine Chemikalie in Hautcremes, wird von Schwarzen benutzt, die weiss werden möchten.
Moritz Hager
Mareike Lee wird live vor Ort eine Wandzeichnung gestalten – in Form von Maschendrahtzäunen: Deren Bedeutung reicht von Grenzzäunen, die gegen Flüchtlinge hochgezogen wurden, bis zu digitalen Netzen.
Mareike Lee wird live vor Ort eine Wandzeichnung gestalten – in Form von Maschendrahtzäunen: Deren Bedeutung reicht von Grenzzäunen, die gegen Flüchtlinge hochgezogen wurden, bis zu digitalen Netzen.
Moritz Hager
Sebastian Stadler stellt im Kunstzeughaus Bilder aus, die er in Armenien und Georgien gemacht hat. Seine Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit Fragen zum Realitätsanspruch von Film und Fotografie, sondern auch mit der Darstellbarkeit eines dem Künstler bis dahin unbekannten Kulturraumes.
Sebastian Stadler stellt im Kunstzeughaus Bilder aus, die er in Armenien und Georgien gemacht hat. Seine Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit Fragen zum Realitätsanspruch von Film und Fotografie, sondern auch mit der Darstellbarkeit eines dem Künstler bis dahin unbekannten Kulturraumes.
Moritz Hager
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Selten war das Thema Grenzen so aktuell und brisant wie heute. Es beschäftigt Politik und Gesellschaft – und ebenso die Kunst. In einer Ausstellung thematisieren Künstler ab Ende Februar im Kunstzeughaus das Thema Grenzen, Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen in seiner ganzen Spannbreite. Gastkurator Raimund Menges hat eine Wanderausstellung konzipiert, die er in Deutschland und der Schweiz zeigt.

Der Leiter des Stuttgarter Kunstvereins Kontur erklärt den Hintergrund der Ausstellung wie folgt: «Abschottung ist das neue Thema. Angetrieben von der ­Frage, was zeitgenössische Kunst beitragen kann zu diesem Diskurs, habe ich zehn Künstler eingeladen.» Diese hätten sich mit grosser Bereitschaft und Engagement auf das Wagnis dieses Ausstellungsprojekts eingelassen.

Peter Stohler, Direktor des Kunstzeughauses, betonte am gest­ri­gen Medienrundgang, man dürfe das Thema Grenzen keinesfalls auf Staatsgrenzen reduzieren. Auch im alltäglichen Leben treffe man immer wieder auf Grenzen, seien sie körperlicher, psychischer oder technischer Art.

Über alle Grenzen hinweg

«Die ausgestellten Werke fokussieren auf die Frage nach den Grenzen, in denen wir leben, die uns bewusst sind, die wir verdrängen, akzeptiert haben oder gegen die wir kämpfen», sagte Stohler: Bei Anna Anders sind es Eindringlinge, die Grenzen überschreiten wollen. Klaudia Dietewich findet Bilder jenseits dessen, was man in der Regel wahrnimmt. Das Künstlerpaar Glaser/Kunz lässt die Grenzen zwischen Installation und Gemälde, zwischen den Farben Schwarz und Weiss verschwimmen. Franti?ek Klossner überschreitet Grenzen zwischen Objekt, Video- und Toninstallation. Das Künstlerpaar Maboart beschäftigt sich ganz direkt mit Grenzzäunen und Karten. Victorine Müllers Installation thematisiert die Grenze zwischen Mensch und Tier. Mareike Lees zeichnerische Installation erinnert an Grenzzäune, während Nicolai Rapp sich mit der Grenze zwischen schwarzer und weisser Hautfarbe beschäftigt.

Als Begleitprogramm zur Ausstellung findet die Reihe «Grenzgespräche» statt, die Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft eine Plattform zum Austausch über die Bedeutung von Grenzen in ihrem jeweiligen Wirkungskreis bietet. Am1. März diskutieren die Schriftstellerin Irena Brežná und der Historiker Jakob Tanner über Schlagbäume, grüne Grenzen und sprachliche Barrieren.

Supino zu Gast in Rapperswil

Am 5. April tauschen sich Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident von Tamedia, und der Wirtschaftshistoriker Roman Rossfeld über das Thema «Der Unternehmer und die Grenzen» aus.

Für die Veranstaltung «Offenes Mikrofon» am 26. April ist das Kunstzeughaus auf der Suche nach Menschen, die bereit sind, über ihre Grenzerlebnisse zu berichten. «Wir suchen Leute, die vor Publikum zeigen wollen, wo sie persönlich Grenzen erleben, an ihre Grenze kommen», führte Peter Stohler aus. Vorstellbar sei etwa, dass Flüchtlinge über ihre Situation Auskunft geben oder Menschen über Nahtoderfahrungen sprechen.

Ebenfalls am 26. Februar startet die Ausstellung des Foto- und Videokünstlers Sebastian Stadler, der in den Kabinettsräumen neue Arbeiten zeigt, die während eines längeren Aufenthalts im Südkaukasus entstanden sind. Diese Ausstellung trägt den Namen «Objects in mirror are closer than they appear» und ist Teil der Nachwuchsplattform «Seiten­wagen».

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