Horgen

Das Frölein, das alleine als ganzes Orchester auftritt

Frölein Da Capo, die Frau, die mit Gartenzwerg und Loop-Gerät auf der Bühne steht, war am Donnerstagabend in Horgen zu Gast.

Frölein Da Capo war mit ihrem zweiten Programm «Nöies Zöigs» in der Alten Schule in Horgen zu Gast.

Frölein Da Capo war mit ihrem zweiten Programm «Nöies Zöigs» in der Alten Schule in Horgen zu Gast. Bild: Sabine Rock

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Seit Dezember heisst das ehemalige See la vie ­Alte Schule. Die Geschäftsführer des kulturellen Zentrums organisieren nun regelmässig kulturelle Anlässe wie Lesungen, Konzerte, Comedyabende oder Kunstausstellungen. Den Anfang dieser Reihe machte am Donnerstagabend kein geringerer Künstler als Frölein Da Capo. Den meisten dürfte das Frölein aus Willisau, mit bürgerlichem Namen Irene Brügger, aus der SRF-Sendung «Giacobbo/Müller» bekannt sein. Frölein Da Capo ist seit zehn Jahren als Einfrauorchester auf den Schweizer Kleinkunstbühnen unterwegs.

Mit ihrem zweiten Programm «Nöies Zöigs» war sie in der Alten Schule zu Gast. «Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir unsere Veranstaltungsreihe gleich mit einer solch grossen Künstlerin eröffnen können», sagte Bruno Decurtins von der Geschäftsführung der Alten Schule. Die etwas mehr als 100 Plätze waren restlos ausverkauft.

Wandertrauma verarbeitet

Sie habe viel Neues mitgebracht, aber auch vieles sei beim Alten geblieben, eröffnete Frölein Da Capo den Abend. So präsentierte es seinen schweigsamen Bühnenpartner und Choreografen Erwin, einen kleinen Gartenzwerg, der jeweils neben seinem Keyboard sitzen darf. Auch hatte das Frölein sein Loop-Gerät dabei, das es mit seinen «unorthopädischen Schuhen» bediente. Mithilfe der Loop-Station kann die Künstlerin mehrere Instrumente, die sie alle selber spielt, und ­ihre eigene Stimme live auf der Bühne zusammenmischen.

Von Gitarre, Trompete, Öiphonium, Klavier und Keyboard begleitet, präsentierte Frölein Da Capo Mundartlieder, in denen es sich die Ungereimtheiten des ­Lebens so zusammenreimte. Es sang von Frauen, die ständig etwas in ihren Handtaschen suchen – «Ich habe gelesen, dass Frauen in ihrem Leben 76 Tage damit verbringen» –, erzählte von der Geliebten ihres Mannes, der «grusigen, alten Trainerhose», die es schlussendlich verbrannte, oder verarbeitete sein Wandertrauma in einer Wanderballade.

Promis im Publikum

Irene Brügger begeisterte nicht nur mit ihren Texten, sondern auch mit ihrer gewaltigen Stimme. «Ich wusste nicht, dass sie so gut singen kann», war in der Pause aus verschiedenen Richtungen zu vernehmen. Das Frölein traf den Humor des Publikums. Dar­unter waren auch einige Promis zu finden: Mundartsänger Adrian Stern war mit zwei Kollegen des Schweizer Kleinkunsttrios Heinz de Specht nach Horgen gereist. Und Stern fand das Programm super. Er habe Irene Brügger an einer Adventsveranstaltung kennen gelernt. «Und ich war schon begeistert von ihr, bevor ich sie singen hörte», sagte Adrian Stern. Sie sei eine faszinierende Person, er sei hingerissen von ihr. Auch lobte er die Location in der Alten Schule. Er würde sehr gerne auch mal hier spielen, meinte er. Bald erscheint sein neues Album. Wer weiss, vielleicht ist er dann auch mal in Horgen zu Gast.

Nationalrat Thomas Weibel war auch unter den Zuschauern. Er habe auch schon ihr erstes Programm «Gemischtes Plättli» ­gesehen, ihre musikalische Viel­seitigkeit und die doppelbödigen Texte gefielen ihm. Als Lokalpromi war Gemeinderat Peter Wirth mit Begleitung anwesend. Er freute sich, eine so tolle Künstlerin in Horgen zu haben. Ihm gefalle der Humor und dass das Frölein auch mal Sachen sage, bei denen viele denken, das könne man doch so nicht sagen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.02.2017, 11:33 Uhr

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