Prozess

Carlos wegen Prügelattacke vor Gericht

Carlos steht heute einmal mehr vor den Richter. Dem 24-Jährigen wird unter anderem versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen. Das könnte ihm eine jahrelange Strafe einbrocken. Sogar eine Verwahrung ist nicht ausgeschlossen. 

Ging in der Strafanstalt Pöschwies auf einen Aufseher los und steht unter anderem deswegen heute vor Gericht: Carlos.

Ging in der Strafanstalt Pöschwies auf einen Aufseher los und steht unter anderem deswegen heute vor Gericht: Carlos. Bild: Illustration: Robert Honegger

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Als «Carlos» wurde Brian K. 2013 durch einen Dok-Film von SRF schweizweit bekannt. Das teure Sondersetting für den jugendlichen Straftäter sorgte für empörte Schlagzeilen. Heute steht für den jungen Mann viel auf dem Spiel: Er muss sich vor Gericht für verschiedene Delikte verantworten, die er in den vergangenen Jahren in Justizvollzugsanstalten begangen hat. Im schlimmsten Fall droht ihm die Verwahrung. «Eine Verwahrung ist schlimmer als die Todesstrafe», sagte Brian K. vergangene Woche gegenüber der «Rundschau».

Den Strafantrag wird die Staatsanwaltschaft erst an der Verhandlung stellen. Bekannt ist jedoch, dass die Behörde zur Frage einer möglichen Verwahrung ein Gutachten erstellen liess.

Der schwerwiegendste Vorfall, der verhandelt wird, ereignete sich Ende Juni 2017 in der Strafanstalt Pöschwies. In einem Gespräch wurde dem kräftigen Kampfsportler Brian K. angekündigt, dass er in die Sicherheitsabteilung zurück versetzt werde. Nachdem er zuerst verbal dagegen protestierte, schlug er einen der anwesenden Angestellten der Justizvollzugsanstalt mit der Faust. Als dieser zu Boden ging, soll er weiter auf ihn eingeschlagen haben. Erst eine aus fünf Männern bestehende Interventionseinheit konnte den Angriff beenden. Der Angegriffene erlitt verschiedene Verletzungen und war mehrere Monate lang arbeitsunfähig.

19 Vorfälle seit 2017

In der 26-seitigen Anklageschrift sind 19 Vorfälle aufgelistet, bei denen «Carlos» Angestellte von Justizvollzugsanstalten oder Mithäftlinge angegriffen haben soll. Auch Sachbeschädigungen, Drohungen und Beschimpfungen werden ihm vorgeworfen.

Der auf zwei Tage angesetzte Prozess wird vom Bezirksgericht Dielsdorf geführt, da sich die Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf befindet. Stattfinden wird die Verhandlung aus Platzgründen jedoch in einem Saal des Bezirksgerichts Zürich.

Brian K. wuchs als Sohn eines Schweizer Vaters und einer Mutter mit kamerunischen Wurzeln unter schwierigen Bedingungen auf. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde er ein erstes Mal verhaftet und in Handschellen abgeführt. Gemäss verschiedenen Medienberichten machen er und seine Eltern einen übermässig harten und unfairen Umgang der Behörden mit ihm für seine negative Entwicklung mitverantwortlich.

Erstellt: 29.10.2019, 18:06 Uhr

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