Richterswil

Auf OL-Postensuche zwischen Adlergass und Tössweg

Rund 1600 Teilnehmer suchten am 1. nationalen Orientierungslauf in Richterswil im Dorfkern durch verwinkelte Gässchen den Weg ins Ziel. Nicht alle meisterten den Sprintparcours gleich gut.

Ein OL mitten im Dorf – das war am Sonntag in Richterswil der Fall.
Video: CA/Media

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Am Sonntag steht Peter Badertscher schon früh im Einsatz. Das Vereinsmitglied von OL Zimmerberg, dem Organisator des Grossanlasses, steht vor einem Gitter. Er schaue, dass keiner die Absperrung entferne, sagt der Langnauer.

Die Abschrankung weist die OL-Läuferinnen und -Läufer darauf hin, dass sie von der richtigen Laufstrecke abgekommen sind. Sie darf nicht übersprungen werden, Nichtbeachtung führt zur Disqualifikation.

Ab sieben Uhr morgens haben die Helferinnen und Helfer von OL Zimmerberg die 70 Posten markiert. In unmittelbarer Nähe von Bewacher Badertscher befindet sich links von der Dorfbachstrasse Posten 61, markiert in der im OL-Sport gängigen Farben orange und weiss.

Die Läufer werden sich dort mit dem elektronischen Badge registrieren. Der Posten liegt versteckt zwischen drei Häusern.

Im Wettkampfzentrum im Schulhaus Boden gibt der Richterswiler Martin Gross, der Vereinspräsident von OL Zimmerberg, dem Videojournalisten dieser Zeitung ein Interview, erklärt die sportlichen Abläufe des Tages, erläutert die Vorbereitungen auf den Anlass und bringt seine Zufriedenheit zum Ausdruck, dass der Verein erstmals einen nationalen OL durchführen könne.

Kurz nach neun Uhr starten seine Töchter Julia und Paula in der Kategorie Elite der Frauen. Lilly, die Dritte im Bunde der mir Karte und Kompass höchst erfolgreichen Geschwister, bestreitet noch OL-Staffelläufe, ansonsten Berg- und Strassenläufe.

Weltmeisterin am Start

Für Weltmeisterin Julia Gross, die seit ihrer Heirat unter dem Namen Julia Jakob Spitzenresultate erzielt, befindet sich der vorletzte Posten zwischen der Adlergass und dem Tössweg, der letzte beim Haus «Baumgarten» an der finalen Schulstrasse.

Sie erreicht das Ziel am Ende der Steigung bald einmal, nachdem die schnellsten Männer die letzten Meter gesprintet sind. «Zwischen Posten 7 und 8 lief es mir nicht so gut», sagt die 28-Jährige. Sie sei von einer Absperrung aufgehalten worden. «Von einem Heimvorteil kann also nicht die Rede sein.»

Die 23-jährige Paula, die auf dem Sprung an die Weltspitze ist, hält nach ihrem Zieleinlauf Ähnliches fest: Unabhängig von Julia hat sie zwischen Posten 7 und 8 ebenfalls kurz gezögert. «Ein Blick auf die Karte hat mir gezeigt, dass da eine Absperrung war.» Sie habe das rechtzeitig gemerkt. Den Fauxpas ihrer Schwester an der gleichen Stelle bedauert sie, er entlockt ihr aber auch ein Lächeln.

Junioren und Senioren

Gegen Mittag sind nun auch die übrigen Kategorien unterwegs, von Schülern über Junioren und Juniorinnen bis Senioren und Seniorinnen aus rund hundert nationalen OL-Vereinen.

Einige Posten sind auf dem Chrüzweg oder dem in der Tat malerischen Farbweg anzulaufen, andere rund ums Ortsmuseum. Nicht alle finden die Zwischenziele auf Anhieb, ein paar machen rechtsumkehrt oder gehen sogar zu zweit auf die Suche, und die Steigung ins Ziel meistern längst nicht mehr alle im Sprint.

Zufrieden zeigt sich hingegen die Richterswiler Familie Fink. Vater Ueli und seine sieben- sowie neunjährigen Töchter Joy und Ruby haben den Familienlauf bestritten. «Ohne meine Töchter wäre ich orientierungslos gewesen», sagt Ueli Fink und lacht.

3. und 5. Rang

Zufrieden sind ebenso Paula Gross und ihre Schwester Julia Jakob, welche die Ränge 3 und 5 erreichen. Richterswil galt für sie als der letzte von vier Testläufen für die Weltcup-Rennen vom 7. bis 11. Juni in Vihti und Helsinki. Sie haben die Qualifikation für Finnland erfolgreich unter Dach und Fach gebracht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.05.2019, 19:14 Uhr

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