Stäfa

Auf Militärfahrrädern den Stutz hinauf

Ein nicht alltägliches Bild hat sich gestern Sonntag an einem besonderen Velorennen in Stäfa geboten: Die Teilnehmer bewältigten auf Militärfahrrädern den mitunter steilen Parcours.

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Nach dem Fassen der Startnummern unterziehen die Teilnehmer des zehnten Stäfner Militärradrennens am Sonntagmorgen vor der Frohberg-Halle ihre Ordonnanzvelos einer letzten Kontrolle vor dem Start. Sättel werden der Körpergrösse angepasst, Luft wird in Reifen gepumpt.

20 Teilnehmer haben sich für das Rennen in der Hauptkategorie eingeschrieben. Die Sportgeräte sind eindeutig nicht mehr zeitgemäss, sie sind bis zu 27 Kilogramm schwer, brandschwarz und werden mit nur einem Gang gefahren.

Das Logo ist geblieben

Auch der Name des Organisators ist ungewohnt, zieht er sich doch ziemlich in die Länge: Am Werk ist die Sektion Zürich des Schweizerischen Verbandes Militär-Leistungssport und -Tradition. Bei früheren Rennen in Stäfa nannte sich der Veranstalter noch Sektion Zürich des Schweizerischen Verbandes Mechanisierter und Leichter Truppen.

«Die Abkürzung SVMLT ist gleichgeblieben», sagt Verbandspräsident Ueli Badertscher. «Das brachte den Vorteil, dass wir die Form des Verbandslogos nicht ändern mussten.» Der Korporal weist noch auf das Wichtigste hin. «Es heisst Militärradrennen und nicht Militärvelorennen.»

Giftiger Anstieg

Nach Zeitplan gibt OK-Präsident Bruno Sorlini Punkt 9 Uhr das Rennen der Hauptkategorie frei. Stilecht im Tarnanzug treten Soldaten, Wachtmeister und Gefreite in Militärstiefeln in die Pedale. Der Rundkurs führt von der Mehrzweckhalle Frohberg nach Uetzikon, zur Herrgass, zur Hombrechtiker Kronenkreuzung und wieder zurück zur Halle. Sieben Runden à 6,95 Kilometer sind zurückzulegen.

Gleich nach dem Start geht es nach der Ortstafel Redlikon steil einen Stutz hinauf. Es gibt kaum einen Fahrer, der auf diesem Teilstück noch im Sattel bleibt. Je länger das Rennen dauert, desto mehr wird die Steigung im Zickzackkurs bewältigt. Aber in den Flachstücken ist das Tempo hoch.

Die Entscheidung fällt im Spurt zwischen dem Thurgauer Adrian Schläpfer und dem Aargauer Tobias Brutschi. Schläpfer zieht den Sprint an und setzt sich durch. Der mehrfache Schweizer Meister im Militärradfahren gewinnt auch in Stäfa zum wiederholten Male.

Herrliberger Doppelsieg

Ebenfalls mehrfacher Stäfner Sieger ist Felix Frohofer aus Russikon, der das Rennen der Handbiker vom Verband Rollstuhlsport Schweiz zu seinen Gunsten entscheidet. Das neunköpfige Feld im Promirennen wird schliesslich von Ehrenstarterin Jacqueline Hofer (SVP), Stadträtin in Dübendorf und Kantonsrätin, auf die zwei Runden geschickt. Überwiegend Politiker werden von den Zuschauern bei Start und Ziel sowie entlang der Strecke angefeuert.

Zwei Herrliberger landen dabei einen Doppelsieg. Kantonsrat Domenik Ledergerber (SVP) gewinnt vor Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli. «Das Training mit der 1. Mannschaft des FC Herrliberg kam mir zugute», sagt Ledergeber, derweil Rüdisüli sich erinnert: «Vor genau 40 Jahren war ich in der Rekrutenschule – bei den Radfahrern.» Er habe nichts verlernt.

«Das Training mit dem FC Herrliberg kam mir zugute.»Domenik Ledergerber, Kantonsrat aus Herrliberg

Auf den Ehrenplätzen klassieren sich Regierungsrat Mario Fehr (SP), Hombrechtikons Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP) und der Herrliberger Gemeinderat Joel Gieringer (FDP). Besondere sportliche Meriten erwirbt sich der Stäfner Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP). Der Oberst im Generalstab beendet trotz Rückenbeschwerden das Rennen. Einige seiner Politkollegen, die Organisatoren und mehrere Zuschauer empfangen ihn im Ziel mit grossem Applaus.

Erstellt: 08.09.2019, 21:33 Uhr

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