Horgen

Auf diesen Stühlen bleibt man gerne sitzen

Am Samstagabend genossen Gäste auf Horgenglarus-Stühlen an einer langen Tafel beim Schwanenplatz Glarner Spezialitäten.

Horgens längste Tafel – am Samstagabend sassen Gäste beim Schwanenplatz ausschliesslich auf Horgenglarus-Stühlen.

Horgens längste Tafel – am Samstagabend sassen Gäste beim Schwanenplatz ausschliesslich auf Horgenglarus-Stühlen. Bild: André Springer

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Ein seltsames Bild boten die vielen Leute, die am Samstagabend mit einem Stuhl unter dem Arm beim Schwanenplatz in Horgen eintrafen. Sofort liessen sie ihre Sitzgelegenheit vom Team der Möbelfabrik Horgenglarus prüfen, denn sie wussten: Wer einen Stuhl dieser Firma vorweisen konnte, durfte sich damit an «Horgens längste Tafel» setzen und kostenlos Ziger-Hörnli, Kalberwürste und GlarnerPastetli geniessen.

Wer keinen Stuhl dieser ehrwürdigen Art besass, konnte sich vor Ort ein Exemplar mieten. Zum originellen Anlass unter dem Motto «Sitzkultur Horgen Glarus» hatte der Kulturfonds Horgen eingeladen, der damit an die 140-jährige Geschichte der Firma, die seit Beginn mit Horgen verbunden ist, erinnerte.

Zum stimmungsvollen Anlass bei kühlem, aber freundlichem Wetter trugen auch die siebzehn weiss gedeckten und mit Blumen geschmückten Tische bei, welche Horgenglarus-Mitarbeitende aufgebaut hatten. Kinder amüsierten sich auf dem Stuhl-Karussell, das sich zum Spass für alle unentwegt im Kreis drehte.

«Horgen sitzt richtig»

Der Stuhl mit dem typischen Design wurde vor Ort ausnahmslos gelobt. Die Horgnerin Anna Schweizer zeigte etwa einen Stuhl, den ihr Schwiegervater im Jahr 1917 gekauft habe. Sie besitze zudem einen Tisch, weitere Stühle und Büromöbel der Firma Horgenglarus. Die Stühle seien stabil und schlicht und hätten einen guten Sitzkomfort.

Ihre Möbel hätten kaum einen Kratz, freut sich die Dame, da sie diese immer mit Möbelpolitur gepflegt habe. Auch Stephanie Loop und Claudia Della Betta brachten je einen Horgenglarus-Stuhl mit zum Event. Sie finden die Sitzgelegenheiten nicht nur schön, sondern auch bequem und stabil.

 «Horgenglarus-Stühle werden nicht nur als Accessoire, sondern als kunstvolle Basismöbel wahrgenommen.»Stefan Schäppi, Präsident Kulturfonds Horgen

Für den Anlass hatten sich die Frauen die Stühle aus dem sogenannten Agentenhaus, dem Wohn- & Porzellanmuseum in Horgen, ausgeliehen. Auch weitere Gäste brachten einen Horgenglarus-Stuhl aus dem Museum an der Seestrasse mit. In seinem Grusswort ergänzte Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) den gängigen Slogan «Horgen liegt richtig» mit «Horgen liegt und sitzt richtig».

Stefan Schäppi, Präsident des Kulturfonds Horgen, fand es fantastisch, wie er in seiner Kurzrede betonte, «dass Horgenglarus-Stühle nicht nur als Accessoire, sondern als kunstvolle Basismöbel wahrgenommen werden».

Abnehmer auf der ganzen Welt

Guter Dinge war am Samstagabend auch Marco Wenger, Geschäftsführer der Stuhlfabrik Horgenglarus. Er meinte: «Sie wissen gar nicht, wie oft ich in Glarus über Horgen rede.» Er müsse den Abnehmern der Stühle in der Schweiz, in Deutschland, aber auch in den USA fast täglich erklären, was es mit dem Namen Horgen im Namen seiner Firma auf sich habe.

Schön, dass er das Rätsel nun so originell lösen und er und seine Crew am ersten Produktionsort der nachhaltigen Stühle sein dürfe. Horgen seiattraktiv und sympathisch, schwärmt er in breitem Berndeutsch. Der See sei ein nicht zu überbietender Pluspunkt, auf den das Glarnerland mit Ausnahme des kleinen Klöntalersees verzichten müsse. «Nicht wahr, ich ginge glatt als touristischer Top-Vermarkter durch», witzelt er weiter. Dann betont Wenger nochmals beschwingt den gelungenen Kontakt zu Horgen, wo vor 140 Jahren alles begann.

Erstellt: 08.09.2019, 20:30 Uhr

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