Rapperswil-Jona

Auch der Stadtbus weicht zu Stauzeiten aus

Anstatt über die Neue Jonastrasse fährt neben dem Linthbus auch der Stadtbus bei Stau über die Alte Jonastrasse zum Bahnhof. Die Stadt ist darüber nicht erfreut.

Ein oranges Plakat weist an der Haltestelle Scheidweg darauf hin, dass auch der Stadtbus die Haltestelle bei Stau vorübergehend nicht bedient.

Ein oranges Plakat weist an der Haltestelle Scheidweg darauf hin, dass auch der Stadtbus die Haltestelle bei Stau vorübergehend nicht bedient. Bild: Manuela Matt

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Seit längerem fährt der Linthbus von Eschenbach nach Rapperswil-Jona bei Stau über die Alte Jonastrasse zum Bahnhof Rapperswil. Dieses Vorgehen testet nun auch der Stadtbus. Seit dem 20. Juni läuft ein Versuchs­betrieb, wie Joe Schmid von den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland AG (VZO) bestätigt. Im August werde man sich mit der Stadt und dem Kanton St. Gallen zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Das Busunternehmen Schneider, das den Linthbus betreibt, habe mit der Alternativroute sehr gute Erfahrungen gemacht.Die Sache hat allerdings einen Haken: Die Haltestellen Scheidweg und Zeughaus können im Staufall nicht bedient werden. Und: Im ungünstigsten Fall erfahren es die Wartenden überhaupt nicht. Zu Beginn der Testphase wurden zwar von den VZO an den Haltestellen orange Plakate angebracht. An der Haltestelle Scheidweg gibt es zudem eine Textmeldung auf die elektronische Anzeigetafel. Nicht so bei der Haltestelle Zeughaus. Dabei wäre es gerade für diese Fahrgäste ein Leichtes, an die Haltestelle Kreuzliplatz an der Alten Jonastrasse auszuweichen.

Quartierverein ärgert sich

Walter Jucker, Präsident des Quartiervereins Rapperswil-Jona Mitte, kann nicht verstehen, dass das Problem mit den Haltestellen nicht endlich gelöst wird. «Im Nachgang zu dem Medienrummel vor einem halben Jahr, bei dem sogar das Schweizer Fernsehen berichtete, sagte man uns, dass die Wartenden beim Scheidweg und beim Zeughaus informiert würden, sich an die ­Alte Jonastrasse zur Ersatzhaltestelle zu begeben», sagt er. «Nun erfahren die Passagiere zwar, dass der Bus bei Stau nicht kommt. Sie wissen aber immer noch nicht, was sie tun sollen.»

Jucker fordert zudem eine Ersatzhaltestelle an der Alten Jonastrasse auf der Höhe Scheidweg. Ihm schwebt eine pragmatische Lösung vor, zum Beispiel eine Haltestelle auf der Fahrbahn. ­Jucker will sein Anliegen nun ins Stadtforum bringen, um ihm mehr Gewicht zu geben. Auf eine Antwort der Stadt warte er nämlich seit zwei Wochen vergebens.

In Sachen Markierung und ­Information an den Haltestellen könne sicher noch aufgerüstet werden, räumt Thomas Furrer, Bauchef von Rapperswil-Jona, ein. Die Anzeigetafel an der Haltestelle Scheidweg sei ohnehin nur als Provisorium gedacht. Die definitiven Monitore würden erst noch geliefert. Denkbar sei dann auch eine zusätzliche Anzeige­tafel an der Haltestelle Zeughaus.

«Das muss geändert werden»

Schwieriger gestaltet sich laut Furrer die Schaffung einer zusätzlichen Ersatzhaltestelle an der Alten Jonastrasse. Das zuständige kantonale Amt für öffentlichen Verkehr winkt vorerst ab. Man habe vom Testbetrieb der VZO nichts gewusst und könne die Ausweichroute nicht noch mit einer zusätzlichen Haltestelle fördern, sagte gestern Astrid Koller (Verkehrsplanung Süd). Es gelte, eine Gesamtlösung zu finden. «Es muss klar sein, wo welcher Bus fährt.» Nicht infrage komme, dass zu bestimmten Zeiten keiner der Busse mehr auf der Hauptlinie verkehre. Allenfalls in Betracht zu ziehen wäre eine Konzessionsänderung, sodass eine Buslinie immer über die Alte Jonastrasse fahren würde. «Doch letztendlich steht und fällt alles damit, wie schnell man den Verkehr auf der Neuen Jonastrasse in den Griff kriegt.» Im August will man zusammen mit der Stadt, dem Tiefbauamt und den VZO alles besprechen.

Auch Thomas Furrer macht keinen Hehl daraus, dass die Stadt von der Alternativroute des Stadtbusses nicht begeistert ist. Man habe sie beim Linthbus toleriert, dass nun auch der Stadtbus so verkehre, sei nicht die Meinung gewesen. Das werde man beim Treffen im August auch so einbringen.

Optimale Lösung fehlt noch

Wie Joe Schmid von den VZO sagt, kommt die Ausweichroute nur im Notfall zum Einsatz. Dann nämlich, wenn der Verkehr im Raum Zeughaus / Cityplatz kollabiert. Seit der Versuchsphase sei sie einmal pro Woche angeordnet worden, meist in den Abendstunden. Es waren dann zwei bis vier Buskurse betroffen. Sobald die Umleitung gefahren wird, erfolge in den betroffenen Bussen eine Information auf den Bildschirmen sowie eine akustische Durchsage. Im Onlinefahrplan gebe es auch einen Hinweis.

Seit dem 20. Juni habe sich jedenfalls gezeigt, dass die Vorteile bei weitem überwiegen. In Zahlen sieht das laut VZO so aus: «Im schlimmsten Fall verärgern wir sechs Fahrgäste, beglücken dafür aber 137 Fahrgäste mit einer pünktlichen und zuverlässigen Busverbindung.» Man werde sich jedoch dafür einsetzen, dass auch für jene Minderheit, für die die jetzige Situation sehr ärgerlich ist, eine gute Lösung gefunden werden könne.

Erstellt: 12.07.2016, 18:41 Uhr

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