Herrliberg

Vögel helfen bei der Suche nach der Thermik

Um ihr Jubiläum sportlich zu feiern, hat die Modellfluggruppe Erlenbach-Herrliberg die grossen Flugzeuge hervorgeholt.

Von der Parzelle im Schmitteneich auf Herrliberger Gemeindegebiet wurde am Wochenende gestartet.
Video: CA-Media

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Die Modellfluggruppe Erlenbach-Herrliberg feiert am Samstag ihr 75-jähriges Bestehen. Grund für den Verein, seine grossen Modellflugzeuge fliegen zu lassen. Das Kernstück des Wettkampfgeländes am Boden ist die von der Modellfluggruppe gepachtete Parzelle im Schmitteneich auf Herrliberger Gemeindegebiet.

Es ist eine Anhöhe, die oberhalb des Schützenhauses der SG Herrliberg bis an den Waldrand reicht. Unterhalb des Klubhauses liegt ein frisch gemähtes Stück Wiese mit einem Windsack. «Für uns Hobbypiloten ist es wichtig, zu wissen, wie viel Wind es hat und von wo er weht», sagt Vorstandsmitglied Georg Staub. Im Moment bewegt sich der Windsack nicht. «Das sind gute Verhältnisse.»

«Die Kardinalfrage laute aber, ob es Thermik gebe, jene Warmluftblase, welche die Modellsegler zum Steigen bringe», fährt Staub fort. «Wir nennen den Aufwind ‹Schlauch›.» Die wichtigere Sportstätte sind natürlich die Lüfte, die nun ein Modellflieger erobert hat. Es ist ein vergleichsweise schweres Fluggerät, das einen Katapultstart hingelegt hat. Höhe gewinnt es zunächst dank einem elektrisch angetriebenen Propeller, den der Pilot mit der Fernsteuerung rasch einmal abgeschaltet hat. Unbeeindruckt vom Segler ziehen zwei Rotmilane ihre Kreise. «Sie sind ein Indiz für das Vorhandensein von Thermik», bemerkt Staub. «Wo Vögel fliegen, ist der Aufwind gut.»

Der grosse Flieger setzt nach einigen Minuten Flugzeug elegant zur Landung an. Pilot Paul Pfenninger fährt mit dem Sender das Fahrwerk aus. Mit dem Flug ist der Feldbacher jedoch nicht ganz zufrieden. «Wieder diese Bise von der Buech her», sagt er achselzuckend zu den Vereinskollegen. Ein paar Windstösse aus der Richtung des Restaurants Buech haben ihm zu schaffen gemacht.

Nach Original nachgebaut

Pfenninger ist stolz auf sein gelbes Modellflugzeug Mosley lV, aber genau so auf das Modell Mosley III, das er soeben geflogen hat. «Segelflugzeuge Werke Horgen Walter Hegetschweiler» steht darauf in Zierschrift geschrieben. «Diese Firma hat während des Zweiten Weltkrieges rund 20 richtige Segelflieger gebaut», sagt Pfenninger. Er hat die Originalpläne auftreiben können und die Kopie nach der Vorlage gebaut. Der «Oldtimer» weise hervorragende Flugeigenschaften auf», betont sein Besitzer.

Etwas weiter entfernt als Horgen liegt die Produktionsstätte des Modells, das Georg Staub präsentiert. Das Original ist ein Scale-Grosssegler JS3 aus Südafrika. «Ich habe ihn im Massstab 1 zu 3,5 nachgebaut.» Die Spannweite beträgt nach der Verkleinerung immer noch 5,1 Meter. Mit der Fernbedienung, zeigt er die verschiedenen Möglichkeiten, das Flugzeug zu steuern. Das Seitenruder ist für Kurven, es gibt ein Höhenruder und ein Höhensteuer sowie vier Klappen pro Flügel, die, je nachdem ob er sie mit dem Sender öffnet oder schliesst, das Bremsen einleiten oder mehr Aufwind und Tempo bringen.

«Wo Vögel fliegen, ist der Aufwind gut.»Georg Staub, Vorstandsmitglied Modellfluggruppe Erlenbach-Herrliberg

Inzwischen sind Flugkollegen aus dem Bündnerland eingetroffen. Rund 20 Segelflugmodelle sind nun neben dem Klubhaus aufgestellt, regelmässig wird eines von ihnen gestartet. Zum Flugtag erwartet werden noch Mitglieder des Modellflugvereins Zumikon und Vertreter des Schweizerischen Modellflugverbandes. Einige der Gäste blättern am Festtisch in der reich bebilderten Broschüre, welche die Modellfluggruppe Erlenbach-Herrliberg zu ihrem 75-jährigen Bestehen herausgegeben hat.

Der Titel «Vom Sperrholz zur Kohlefaser», spricht die technische Entwicklung an. Lesenswerte Anekdoten erzählen von vergangenen Zeiten, als die Segelflugmodelle noch nicht ferngesteuert waren, sich ihre eigenen Wege suchten und zu Fuss oder mit dem Velo verfolgt werden mussten.

Erstellt: 07.07.2019, 17:40 Uhr

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