Uetikon

Uetikon kauft die Hälfte des Fabrikareals am See

Die Gemeinde Uetikon ist neu Grossgrundbesitzerin am See. Nach dem Ja der Gemeindeversammlung gehört ihr die Hälfte des Fabrikareals der Chemie Uetikon.

Die Fabrikgebäude der Chemie Uetikon prägen das Seeufer in der Gemeinde.

Die Fabrikgebäude der Chemie Uetikon prägen das Seeufer in der Gemeinde. Bild: Sabine Rock

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Seit 200 Jahren versperrt die chemische Fabrik den Uetikern den Weg zum See: Sie riegelt ein 650 Meter langes Gelände zwischen Seestrasse und Seeufer vom Dorf ab. Das wird sich jetzt ändern: Die Gemeindeversammlung machte am Montagabend einen wichtigen Schritt hin zur öffentlichen Nutzung eines grossen Teils des 65'500 Quadratmeter umfassenden Gebiets.

Der Kanton Zürich hatte dieses im Frühling für 52 Millionen Franken von der CPH Chemie + Papier Holding AG übernommen, dem Mutterkonzern der Chemie Uetikon (CU). Die Hälfte davon bot er der Gemeinde für 26 Millionen zum Kauf an.

Jeder Fünfte stimmte ab

Das wichtige Geschäft lockte 784 Stimmberechtigte in die Turnhalle Riedwies. Das entspricht einer Stimmbeteiligung von 19,6 Prozent – und hätte beinahe einen Rekord bedeutet: Nur vor knapp zehn Jahren, als die Uetiker das umstrittene Projekt CU West für Wohnungen auf dem gleichen Areal ablehnten, waren noch mehr Stimmberechtigte an die Gemeindeversammlung gekommen.

Einige kritische Stimmen gab es auch jetzt. Mehrmals war von der Katze im Sack die Rede, welche die Uetiker kaufen würden – in Bezug auf die Altlasten auf dem Areal, mögliche Auflagen des Denkmalschutzes und die Finanzierung. Ein Bürger wollte gar über das komplexe Finanzierungsmodell abstimmen lassen. Dieses stehe aber am heutigen Abend nicht zur Debatte, sagte Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos).

Christian Schucan (FDP), Ressortvorsteher Liegenschaften, räumte ein, dass es Risiken gebe. Der Gemeinderat prüfe deshalb, sich zumindest teilweise gegen mögliche finanzielle Überraschungen zu versichern, welche die Altlastensanierung mit sich bringen könne. Denn an den Kosten dafür muss sich die Gemeinde beteiligen.

Das Projekt habe aber auch Chancen, sagte Schucan: «Wir können einen strategisch wichtigen Landteil erwerben.» Finanzvorsteher Hans Gantner (FDP) versprach weiter, dass das Projekt nicht zu einer Steuererhöhung führen werde. Das finanzielle Risiko hielt auch die Rechnungsprüfungskommission für tragbar.

Nur wenige Gegenstimmen

Die Gemeindeversammlung hiess schliesslich den Landkauf für 26 Millionen sowie einen Planungskredit von 2,1 Millionen Franken für die Entwicklung des Landes mit wenigen Gegenstimmen gut. Uetikon wird somit zur Eigentümerin des halben Fabrikgeländes. Die übrigen 50 Prozent verbleiben beim Kanton.

Dieser will darauf bis 2028 eine Mittelschule bauen. Uetikon wiederum sieht eine gemischte Nutzung für Wohnen, Gewerbe, Dienstleistungen sowie öffentliche Einrichtungen und einen Seeuferweg vor. Kanton und Gemeinde werden das Industrieareal gemeinsam entwickeln und dann untereinander aufteilen.

Kritik an Verkauf der Beleuchtung

Trotz Unbehagens sagten die Uetiker auch Ja zum Verkauf der öffentlichen Beleuchtung der Gemeinde für 2,9 Millionen Franken an die Energie Uetikon AG. Dieser ist ein kleiner Baustein im Finanzierungsmodell für den Kauf des CU-Areals.

Erstellt: 24.10.2016, 22:19 Uhr

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