Feuerverbot

Trockenheit verhindert Grillpartys und Höhenfeuer

Die Trockenheit zwingt die Gemeinden, ihre Bundesfeiern umzuplanen. Der Kanton hat gestern ein Feuerverbot in Wäldern und Waldesnähe erlassen. Die meisten Gemeinden haben nun reagiert. Vier von ihnen verbieten, Feuer im Freien generell anzuzünden.

Der Pfahl steht, das Brennholz wird aber nicht aufgetürmt: In Thalwil ist wie in anderen Gemeinden auch das Höhenfeuer abgesagt worden.

Der Pfahl steht, das Brennholz wird aber nicht aufgetürmt: In Thalwil ist wie in anderen Gemeinden auch das Höhenfeuer abgesagt worden. Bild: Patrick Gutenberg

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Konstant warme Temperaturen und wenig bis gar kein Regen machen diesen Sommer zu einem der trockensten der vergangenen Jahre. Das Waldbrandrisiko ist dadurch deutlich höher als sonst. Bereits am Donnerstag wurde bekannt, dass aus diesem Grunddas Höhenfeuer an der Bundesfeier in Thalwil nicht stattfinden wird.

Gestern reagierte auch der Kanton und liess in einer Mitteilung verlauten, dass ab sofort in Wäldern und in einem Abstand bis 200 Meter vom Waldrand entfernt keine Feuer mehr gemacht werden dürfen. Das Verbot gilt auch für Höhenfeuer und bestehende Feuerstellen, schreibt die kantonale Baudirektion. Den Gemeinden lässt sie die Freiheit, sogar ein allgemeines Feuerverbot zu erlassen.

Grillieren nur teils erlaubt

Diese strenge Massnahme haben im Bezirk Horgen vier Gemeinden getroffen: Richterswil, Wä­dens­wil, Horgen und Langnau. Hier darf ab sofort kein Feuerwerk abgebrannt und kein Feuer mehr im Freien entfacht werden.

Dazu gehört auch das Einfeuern von Grills. Gemäss den jeweiligen Medienmitteilungen der Gemeinden Richterswil und Horgen darf man privat zwar mit Holzkohle grillieren, jedoch nur unter ständiger Aufsicht.

In Wädenswil und Langnau sind die Regeln noch strenger. Sogar Holzkohlegrills sind verboten. Das Barbecue am Wochenende kann somit nur auf dem Gasgrill stattfinden.

Hoher Waldanteil war ausschlaggebend

Das Feuerverbot sei für die Gemeinde keine erfreuliche Entscheidung gewesen, sagt die stellvertretende Langnauer Gemeindeschreiberin Rahel Siegenthaler. Ausschlaggebend seien der hohe Waldanteil sowie die Naturschutzgebiete auf Gemeindegebiet gewesen. «Darum haben wir den Entscheid schnell getroffen. Der Wald deckt viel von unserem Gebiet ab und liegt nah am Siedlungsgebiet.»

Die Bevölkerung soll mit Plakaten auf das Verbot aufmerksam gemacht werden. Siegenthaler sagt, dass die Polizei die Einhaltung des Verbots im Rahmen der üblichen Patrouillen kontrollieren werde.

Feier ohne Höhenfeuer

Die Verordnung zum Abbrennen von Feuerwerk hat auch einen grossen Einfluss auf die 1.-August-Feiern in den einzelnen Gemeinden. In den Gemeinden mit allgemeinem Feuerverbot findet auch kein für die Feier geplantes Feuerwerk oder Höhenfeuer statt, ausser in Horgen, wo das Feuerwerk auf dem See gezündet wird.

In Oberrieden und Hütten darf zwar weiterhin privat und über 200 Meter vom Wald entfernt Feuerwerk abgefeuert werden, die Verantwortlichen haben jedoch alle gestern entschieden, ihr geplantes Höhenfeuer für die Bundesfeier abzusagen. «Wir wollen kein Risiko eingehen»,begründet der Oberriedner Gemeindepräsident Martin Arnold (SVP) den Entscheid.

In Adliswil werde das Höhenfeuer voraussichtlich ebenfalls nicht stattfinden, da es zu nahe am Waldrand geplant sei, sagt Andreas Wieser, Leiter der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Sport.

Entscheid nach Wochenende

In den restlichen Gemeinden wartet man mit dem Entscheid über ein allgemeines Feuerverbot beziehungsweise über eine Überarbeitung des 1.-August-Programms noch ab.

In Rüschlikon hat das kantonale Verbot keine Auswirkungen auf das geplante Feuerwerk, welches vom See aus gezündet werden soll. Wie es in Kilchberg, Schönenberg und im Park im Grüene in Rüschlikon aussieht, wird nach dem Wochenende entschieden.

Das Feuerverbot des Kantons werde erst nach ergiebigen, flächendeckenden Niederschlägen aufgehoben, schreibt die Baudirektion. Sie ruft die Bevölkerung zu verantwortungsbewusstem Verhalten auf, um Waldbrände zu verhindern. Solche Brände sind für lokale Feuerwehren schwierig zu löschen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.07.2018, 10:22 Uhr

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