Langnau/Oberrieden/Thalwil

Sie beten, kochen und teilen Freud und Leid

Drei junge Männer aus Deutschland und Polen sind in der Region zu Gast. Als sogenannte kleine provisorische Gemeinschaft besuchen sie Gemeinden.

Eine kleine provisorische Gemeinschaft: Maciek Malaj aus Polen und die Deutschen Jan Plambeck und Sebastian Klein beten in der Region.

Eine kleine provisorische Gemeinschaft: Maciek Malaj aus Polen und die Deutschen Jan Plambeck und Sebastian Klein beten in der Region.

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«Kleine provisorische Gemeinschaften» sind kleinere Gruppen, bestehend aus jungen Menschen, die im Geist der Communauté de Taizé geprägt sind. Sie reisen in andere Länder und Städte, um dort Freud und Leid der Menschen zu teilen und auf diese Weise Zeugnis für das Evangelium abzulegen. Eine solche kleine provisorische Gemeinschaft ist zurzeit in den Gemeinden Langnau, Oberrieden und Thalwil zu Gast. Drei junge Männer aus Deutschland und Polen setzen sich seit Anfang März für einen Monat mit dem Leben hier auseinander.

Dabei beten sie dreimal am Tag gemeinsam, helfen bei sozialen Projekten und besuchen Menschen, die einsam sind oder in sozialer Not leben. Auch begegnen sie Jugendlichen, um sich mit ihnen über den Glauben auszutauschen. Am meisten beeindruckt hat Maciek Malaj aus Polen und die beiden Deutschen Jan Plambeck und Sebastian Klein die Offenheit und Herzlichkeit der Schweizer, mit der sie hier empfangen wurden.

Ehrenamtliche Arbeit

Die drei jungen Männer haben sich vorher noch nicht gekannt. «Obwohl wir total verschieden sind, funktioniert es sehr gut», freut sich Sebastian Klein, er ist mit 19 Jahren der Jüngste des Trios. Der junge Mann aus Ludwigshafen am Rhein wollte vor seinem Studium eine Auszeit nehmen und ehrenamtlich etwas machen. Die Organisation Taizé kannte er bereits. «Zum einen freute ich mich, neue Menschen kennen zu lernen und mich mit ihnen auszutauschen, zum anderen war es mir wichtig, dass ich ehrenamtlich etwas machen kann.»

Sie hätten vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. «Das ist ein gutes Gefühl», so Klein. Sich täglich an drei feste Gebetszeiten zu halten, war für alle drei ungewohnt, tun sie dies doch in ihrem normalen Leben nicht. «Aber es ist gut, zur Ruhe zu kommen. Man lernt sich selber besser kennen», sagt Sebastian Klein. Das möchte er mitnehmen. «Ich denke nicht, dass ich weiterhin dreimal am Tag ein vollständiges Taizé-Gebet feiern werde. Aber ich will versuchen, mir fünf Minuten am Tag Zeit zu nehmen und einfach nichts zu machen, in der Ruhe mich selbst und Gott bewusst wahrzunehmen.»

Ein «Zeichen Gottes»

Den 28-jährigen Polen Maciek Malaj hat es verwundert, dass bei uns in der Kirche miteinander gesprochen wird. «In Polen ist das verpönt.» Die Kirche in der Schweiz hat er als Begegnungsort erlebt. Dass er zu dieser kleinen provisorischen Gemeinschaft gehört, war für ihn ein Zeichen Gottes. Er hatte sich als Journalist bei einer katholischen Zeitung in Polen beworben. Kurz nach der Jobabsage erfuhr er bei einem Taizé-Treffen, dass man als Teil einer kleinen provisorischen Gemeinschaft für eine Weile in einem anderen Land leben kann. «Dann war für mich klar, dass das das Richtige für mich ist.»

Die drei sind oft nicht der gleichen Meinung und ab und zu kann es auch hitzige Diskussionen geben. Doch: «Wir begegnen uns mit Respekt und reduzieren andere Weltanschauungen und Meinungen nicht auf die Person», deshalb funktioniere ihr Zusammenleben, erklärt der 21-jährige Jan Plambeck aus Kiel. Sie wohnen zusammen in einer kleinen Wohnung in Oberrieden. Neben den täglichen Gebeten arbeiten die drei in den Pfarreien der katholischen Kirchen Langnau, Thalwil und Langnau mit, gestalten Gottesdienste, arbeiten mit Jugendlichen und sie haben auch schon für Sozialbedürftige oder Flüchtlinge gekocht. Auch handwerklich packen sie mit an.

Eindrückliche Begegnungen

Mehrere Stühle der Pfarrei Langnau haben sie repariert. Eine Frau hat Maciek Malaj besonders beeindruckt. «In einer Gruppe habe ich eine Frau kennen gelernt, die erzählt hat, dass sie streng fastet und trotzdem immer für ihren Mann kocht», erzählt er. Er könne sich das nicht vorstellen. Unzählige schöne und eindrückliche Begegnungen haben die drei jungen Männer in ihrer Zeit hier erlebt. Besonders Spass gemacht hat ihnen die Gestaltung der Taizé-Gottesdienste, die jeden Abend in einer anderen Gemeinde stattgefunden haben – und auch weiterhin noch stattfinden werden. Alle drei sind sich einig, dass das Leben als Teil der kleinen Gruppe eine sehr gute Erfahrung ist und sie es wieder machen würden. Sie sind noch bis am 1. April in der Schweiz. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.03.2017, 09:46 Uhr

Infobox

Nächste Gebete vom 27. bis 31. März: Montag bis Freitag, 8 bis 8.30 Uhr in Oberrieden, Abendgebet ­jeweils um 19.30 Uhr, Montag in Oberrieden, Mittwoch in Langnau, Donnerstag in Thalwil.

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