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Sepeli, der schönste Rammler im Kanton

An der Kleintierschau in Kollbrunn ist dieses Wochenende der schönste Kaninchenbock im Kanton Zürich gekürt worden. Gewonnen hat der elfjährige Daniel Baumann mit seinem dunkelbraunen Sepeli.

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Es riecht nach Heu und Stroh an diesem Samstagabend in der Mehrzweckhalle Rägeboge in Kollbrunn, man hört Rascheln, leises Geglucker und hin und wieder einen lauten Hahnenschrei. Wo sonst geturnt wird oder kulturelle Anlässe stattfinden, sind dieses Wochenende rund 250 Kaninchen und über Geflügel untergebracht, Käfigreihen ziehen sich durch die Halle, jedes Kabäuschen ist mit einer Nummer versehen, ein Helfer geht mit einer Giesskanne durch die Reihen und schaut, dass die tierischen Gäste genug zu trinken haben.

Das ganze Wochenende fand hier in Kollbrunn eine Kleintierschau statt, anlässlich der Jubiläen der Ornithologischen Vereine Rikon und Weisslingen. «Um unsere Jubiläen gebührend feiern zu können, haben wir eine Kleintierschau und den Wettbewerb über den schönsten Zürcher Kaninchenbock nach Kollbrunn geholt», freut sich Gustav Heller, Präsident des Ornithologischen Vereins Weisslingen.

«Um unsere Jubiläen gebührend feiern zu können, haben wir eine Kleintierschau und den Wettbewerb über den schönsten Zürcher Kaninchenbock nach Kollbrunn geholt»Gustav Heller,
Präsident des Ornithologischen Vereins Weisslingen

Mit dem Wochenende ist er zufrieden. «Es sind jeden Tag viele Leute gekommen, und die Stimmung in der Festhalle war immer gut.» Am Samstagabend sitzen Gruppen von Menschen an den langen Tischen beisammen, es ist ein Kommen und Gehen, man kennt sich, hört Musik, schwatzt, isst, während nebenan bei den Tieren Kinder vor den Käfigen stehen und untereinander bestimmen, welchen Hasen, welches Huhn sie denn das Schönste finden.

Punkte für Fell und Ohrenlänge

Die eigentliche, offizielle Wahl hat da bereits stattgefunden. Hinter verschlossener Tür quasi haben am Samstagnachmittag Experten des Kleintierzüchterverbandes die schönsten Hühner, die schönsten Kaninchen der Region und zudem den schönsten Kaninchenrammler im Kanton bestimmt. Fredi Häderli, Kaninchenombudsmann der Tösstalvereinigung, des Dachverbandes der regionalen Kleintierzüchter und Vogel- und Naturschutzvereine, erklärt, wie so ein Wettbewerb funktioniert: «Es werden alle Wettbewerbstiere genau angeschaut und nach einem klar festgelegten Punktesystem bewertet. Von der Kopfform, über die Fellfarbe, bis hin zur Länge der Ohren wird alles taxiert und benotet.»

Für den Laien sehen die Tiere der gleichen Sorte alle ähnlich aus. Häderli hilft: «Dieses Kaninchen hier hat zum Beispiel eine dunkle Verfärbung im Fell über der Schulter. Das gibt Punkteabzug.» Oder: «Dieses Tier hier hat ein wunderschönes Fell, aber eine nicht sehr elegante Kopfform.»

Am Samstagabend dann wurde verkündet, welches Kaninchen die höchste Punktzahl erreicht hat, welcher Züchter den «Mister Zürich 2018» – es gilt das Zuchtjahr – hervorbrachte.

«Das ist sein erster Wettbewerb, mit seinem ersten Tier. Wir hätten nie gedacht, dass er gleich gewinnt.»Peter Baumann 
über den Sieg seines Sohnes

Es freue ganz besonders, dass dieses Jahr ein Jungzüchter den Preis gewinne, heisst es bei der Rangverkündigung. Daniel Baumann, ein Elfjähriger aus Männedorf, gewann mit seinem Kleinrexkaninchen «Sepeli». Sein Vater Peter Baumann nimmt den Preis stellvertretend entgegen, sie haben so kurzfristig erst von dem Sieg erfahren, dass es für Daniel nicht möglich war, selber am Abend in Kollbrunn zu sein, erklärt er. Der Sieg sei nämlich eine totale Überraschung gewesen.

«Daniel ist mit Kaninchen aufgewachsen, schon sein Urgrossvater war ein Züchter. Er selber hat aber erst vor einem Jahr angefangen, auch Kaninchen zu züchten», erzählt der Vater. «Das ist sein erster Wettbewerb, mit seinem ersten Tier. Wir hätten nie gedacht, dass er gleich gewinnt.»

Kaninchen Sepeli derweil machte sich aus dem Rummel vor seinem Käfig überhaupt nichts, ruhig lässt er sich herausheben, lässig posiert er fürs Siegerfoto auf einem Tisch, mit glänzendem Fell, die Augen aufmerksam, die Ohren gespitzt, ein Mister Zürich in seinem Element, so scheint es. (Der Landbote)

Erstellt: 13.01.2019, 16:44 Uhr

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