Rümlang / Wallisellen

Noch mehr Hotelbetten rund um den Flughafen

Die Anzahl Hotels wächst im Unterland rasant. Besonders im Niedrigpreis-Bereich sehen Investoren noch Potenzial.

Auf dem unbebauten Areal, wo die Hofwisenstrasse in die Flughofstrasse einmündet, ist in Rümlang eines von mehreren Hotelprojekten geplant.

Auf dem unbebauten Areal, wo die Hofwisenstrasse in die Flughofstrasse einmündet, ist in Rümlang eines von mehreren Hotelprojekten geplant. Bild: Sibylle Meier

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Die Hotelbranche liefert sich in der Flughafenregion einen Preiskampf. Auf dem Serliana-Areal in Wallisellen und im Rümlanger Industriequartier will demnächst ein weiterer Anbieter Betten an Gäste vermieten. In den geplanten Betrieben wird ein Zimmer um die 100 Franken pro Nacht zu haben sein. Damit macht man den Dreisternbetrieben die Kunden streitig.

Betrieben werden die Institutionen vom französischen Unternehmen B&B Hotels, das bereits über 360 Hotels in Deutschland, Spanien, Polen, Tschechien und Marokko führt. Mit dem Standort Wallisellen tritt die Hotelgruppe neu in den Schweizer Markt ein. Das eine Hotel soll in einem der drei geplanten Gebäude an der Richtistrasse zu stehen kommen. Auf einer Gesamtfläche von 3300 Quadratmetern wird es ab Mitte 2018 nicht weniger als 142 Zimmer anbieten.

Derweil liegen bei der Gemeinde Rümlang Baupläne für ein weiteres Hotel namens B&B Hotel Airport zur Einsicht bereit. Es soll auf dem unbebauten Areal entstehen, wo die Hofwisenstrasse in die Flughofstrasse einmündet, bei der Bushaltestelle Rümelbach. Geplant ist ein schlichter, winkelförmiger Neubau mit 170 Zimmern auf sechs Stockwerken. In den nächsten Jahren will die gleiche Hotelgruppe in der Schweiz drei bis vier weitere Herbergen einrichten.

Konkurrenz für teurere Hotels

Mit Preisen um die 100 Franken siedeln sich die B&B Hotels im unteren Preissegment an. Noch günstiger sind allerdings die Zimmer im Einsternhotel Ibis Budget in Opfikon, das Ende 2014 eröffnet hat. Dort nächtigt man bereits für 75 Franken pro Zimmer. Trotz des grossen Zuwachses an Hotelbetten in der Flughafenregion glaubt man bei B&B Hotels an den Erfolg: «Wir sind überzeugt, dass unser Konzept seinen Platz im Hotelpark um den Flughafen leicht finden wird», teilt Projektleiter Matthieu Beaugrard mit. «Günstige Hotels scheinen uns hier unterrepräsentiert.»

Neue müssen kämpfen

Der Plan sei, Hotelgäste von den etwas teureren Dreisternhotels abzuwerben, erklärt Klaus Morlock, Geschäftsführer der Firma Nestor Immobilien, die in Rümlang als Bauherrin auftritt. Neue Kundschaft werde man kaum generieren können, glaubt Morlock. «Es handelt sich um einen Verdrängungswettbewerb.»

Doch wie werden so viele neue Hotels nebeneinander am Markt bestehen können? Wurden doch in der Flughafenregion in letzter Zeit zahlreiche weitere Pläne bekannt. «Insbesondere in der Startphase sind nicht alle Hotels voll ausgelastet», weiss Christoph Lang, Geschäftsführer des Wirtschaftsnetzwerks Flughafenregion Zürich. Während die alt eingesessenen auf ihre Stammkundschaft zählen können, müssten sich neuere erst im Markt behaupten, gibt Lang zu bedenken.

Natürlich sei die Region unaufhörlich im Wachstum begriffen. Dies führe dazu, dass viele Unternehmer gern in Hotelprojekte investieren. Vor allem günstigere Anbieter, wie sie zum Beispiel in Rümlang ansässig sind, könnten sich einer steigender Nachfrage erfreuen, weiss der Branchenkenner. «Die Anzahl Touristen aus China und anderen asiatischen Ländern nimmt zu.»

Solche Reisegruppen übernachten meist nur ein- bis zweimal in Flughafennähe, um dann kurz Zürich, Luzern und das Jungfraujoch zu besichtigen. Gute Kunden seien auch die Fluggesellschaften, deren Crews regelmässig hier übernachten. Eine weitere Nachfrage besteht vonseiten Reisender aus der Schweiz, die früh am Morgen abfliegen. Geschäftsreisende, die mehrere Wochen in der Schweiz sind, würden hingegen eher Studios bevorzugen, in denen man selber etwas Kleines kochen kann.

Auch bei der Gemeinde Rümlang ist man etwas überrascht über die Häufung der Hotelprojekte. Mit den Bauherren hatte Bauvorsteherin Michaela Oberli bis jetzt keinen Kontakt. «Wir begrüssen eine gute Nutzung der freien Zonen», sagt die Gemeinderätin. Doch für die Gemeinde sei es nur attraktiv, wenn das Geschäftsmodell auch längerfristig funktioniere. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 01.09.2016, 16:56 Uhr

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