Meilen

Für den Erfolg einer Chilbi ist das Datum mit entscheidend

Ob eine Chilbi die Leute in Massen anlockt, hängt nicht nur vom Angebot ab, sondern auch vom Datum. Meilen wechselt und setzt auch auf andere Wochentage als bisher. Aber eine solche Änderung ist längst nicht überall nötig.

Eine Chilbi ist ein Erlebnis. Für die Planer der Dorfanlässe kann sich aber die Frage nach dem optimalen Datum stellen.

Eine Chilbi ist ein Erlebnis. Für die Planer der Dorfanlässe kann sich aber die Frage nach dem optimalen Datum stellen. Bild: Keystone

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Manchmal kann man dem Wetter die Schuld geben. Aber wenn eine Dorfchilbi über die Jahre immer­ weniger Leute anzieht, machen sich die Beteiligten Gedanken, wor­an das liegen könnte. Im Fall von Meilen war schnell ein Grund gefunden: Am bishe­rigen Datum im August, eine Woche­ vor Schulbeginn, war immer­ ein Teil des potenziellen Publikums noch in den Ferien.

Dieses Jahr findet die Chilbi dar­um am Bettagswochenende statt. Und sie dauert jetzt von Donnerstag bis Samstag statt wie bisher von Samstag bis Montag.Andere Gemeinden im Bezirk haben ihre Chilbi ebenfalls verlegt, aber nur um einen Tag. Statt traditionell vom Samstag bis am Montag wird beispielsweise in Ueti­kon seit 2006 von Freitag bis Sonntag gefeiert. Das wirkte ansteckend: Die Nachbargemeinde Männedorf wechselte 2010, die gemeinsame Nachbargemeinde Oet­wil folgte im Jahr 2016.

Freitag ersetzte Montag

Einer der Gründe zum Wechsel war, dass am Sonntag und erst recht am Montag nicht mehr gleich gefeiert wird wie am Samstag. Viele Einwohner arbeiten aus­ser­halb der Gemeinde, dort ist der Chilbimontag kein Feiertag, weshalb der Wecker am Morgen früh klingelt. Umso weniger klingelt es am Vorabend in der Kasse der Festbeizen und Restaurants. In der Freitagnacht aber darfs auch später werden.

Die Neuerung hat sich eingebürgert, stellt Männedorfs Chilbichef Rolf Baumann fest. Früher habe der Montag als der eigent­liche Chilbitag gegolten, an dem sich ortsansässige und weggezogene Männedörfler trafen. «Heute finden diese Treffen am Chilbifreitag statt, und der Chilbimontag wird nicht mehr vermisst», sagt Baumann.

In Zolli­kon, Herrliberg, Hombrechtikon und Küsnacht hingegen war man auch dieses Jahr glücklich mit den klassischen Wochentagen Samstag–Montag. Das ist aus den Gemeinden auf An­frage zu vernehmen. Trotz heissem Wetter war in Herrliberg der Publikumsaufmarsch gross und das Echo der Anbieter gut. Auch in Zolli­kon, wo die Chilbi ebenfalls Ende Schulferien stattfand, waren die Rückmeldungen «von allen Beteiligten insgesamt äus­serst positiv», sagt Gemeindeschreiberin Regula Bach.

Treues Publikum

Eine Woche später kam die Kaltfront und verregnete in Hombrechtikon und Küsnacht den Chilbisamstag. Am Sonntag und Montag kamen die Leute aber zahlreich wie immer. «Mit dem Termin sind alle zufrieden, und es bestehen keine Änderungs­absichten», sagt Küsnachts Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola. Auch in Hombrechtikon sei eine Terminänderung kein Thema, sagt der zuständige Gemeinderat Christian Walliker (SVP).

Eine Woche später in Erlenbach war wiederum der Samstag feuchtkalt. Darum erreichten Bahn­betreiber und Marktfahrer die Vorjahreszahlen nicht ganz, weiss Gemeindeschreiber Hans Wyler. Die Vereine und Festwirtschaftsbetreiber seien aber zufrieden gewesen, «da die wetterbedingten Erwartungen übertroffen wurden». Der Sonntag und Montag waren erfreulich wie in den Vorjahren. Dennoch ist in Erlenbach eine Verschiebung des Chilbitermins denkbar. Jetzt liegt er eine Woche vor dem Zürcher Knabenschiessen. Es sei darum nicht einfach, attrak­tive Bahnen nach Erlenbach zu holen, sagt Wyler. Diese müssten am Dienstagmorgen in Zürich vorfahren, damit der Aufbau rechtzeitig für das Knabenschiessen beendet ist. Das geht nicht, wenn sie am Montagabend noch anderswo in Betrieb sind.

Eine Vorverlegung auf Freitag bis Sonntag wäre darum eine Variante für Erlenbach. In Meilen zahlt sich der Wechsel zusammen mit einer Verschiebung offenbar aus.Seite 3 (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.09.2018, 17:43 Uhr

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