Küsnacht

Der zahme Westen zieht durch Küsnacht

Am Sonntag fand die Kinderfasnacht statt. Unter dem Motto «Wilder Westen» sorgten die kleinen, verkleideten Besucher für viel Stimmung und Konfettiregen.

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Gegen den Glockenschlag um 14 Uhr kommt die Konfettipistole von Christian Greiner nicht an. Eigentlich hätte die Küsnachter Kinderfasnacht pünktlich beginnen sollen – doch der Start verzögert sich um zwei Minuten. «Yee-hah», ruft der als Cowboy verkleidete Greiner ins Mikrofon und feuert nochmals Konfetti aus seinem Ersatzrevolver. «Kommt näher», sagt er den gut 200 verkleideten Kindern. «Wir sind ganz liebe Leute aus dem Wilden Westen – aus dem zahmen Westen, könnte man fast sagen.»

Damit fällt der Startschuss zur Kinderfasnacht. An der Spitze des Umzugs fährt ein Saloonwagen, der von einem Pick-up-Jeep durch die Strassen Küsnachts gezogen wird. Der Verein Kinderfasnacht Küsnacht baut diesen Wagen jedes Jahr eigenhändig zusammen. «Im Saloonwagen haben wir sogar eine Bar eingebaut», erläutert Dominik Dozza, der Präsident des Vereins. Eine weitere Überraschung hält der Wagen noch bereit: eine Rauchmaschine.

Heuer führt der Verein die Kinderfasnacht zum zwanzigsten Mal durch. «Bei uns hat die Begeisterung immer noch nicht nachgelassen», sagt Dozza. «Es ist einfach ein lässiger Event.» Auch der Aufwand für die Organisation halte sich in Grenzen, weil sie ein eingespieltes Team seien. Zudem finden sich jedes Jahr neue Helfer.

Drei Guggenmusiken

Als der Motor des Jeeps zu brummen beginnt, sammeln sich hinter dem Saloon Cowboys, Sheriffs und Indianerhäuptlinge. Mit einem Laubbläser beginnen die Vereinsmitglieder, Konfetti auf die Kinder zu verstreuen. Diese machen gleich mit: Ein Indianer johlt und fasst in einen Sack Konfetti und wirft damit um sich. Unter den Umzug mischen sich drei Guggenmusiken. Gleich nach dem Saloon folgen die «Notefurzer». Den Schluss machen die in grün gekleideten «Mülibordschänzer», in der Mitte musizieren die «Vollgashöckler».

Die volle Gewalt der Guggen entfaltet sich erst im Tunnel unter dem Bahnhof. Die Musik hallt zwischen den Wänden, viele Kinder halten sich die Ohren zu. Als der Umzug den Tunnel wieder verlässt, spielen sich weitere Wildwestszenen ab: Ein Cowboy entreisst einem Indianerhäuptling dessen Revolver, drückt zweimal den Abzug und gibt die Waffe wieder zurück. Als die Cowboys nach einer knappen Stunde das Pfarreizentrum erreichen, kehrt wieder Ruhe in den Strassen Küsnachts ein.

Erstellt: 02.02.2020, 19:25 Uhr

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