Meilen

Aus allen Herren Ländern ans Radquer in Meilen

Das internationale Radquer in Meilen ist wahrlich ein Staaten verbindendes Sportereignis: Teilnehmer aus 13 Nationen waren am Mittwoch am Start. Das Ambiente im Fahrerlager erwies sich als überaus familiär.

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Rund um das Sportzentrum Allmend in Meilen sind am Berchtoldstag Autos mit europäischen Nummernschildern an der Tagesordnung. Es sind die Mannschaftswagen, die Fahrer und Material zum Wettkampfgelände des letzten Rennens im Rahmen der EKZ-Cross-Tour bringen.

Einer der Helfer vom Organisator Veloclub Meilen zeigt einem Wagen mit welschen Kennziffern den Weg zum Parkplatz für die Profis, die in der Elite-Kategorie den Tagessieger und den Gesamtsieger der Tour unter sich ausmachen werden. Am Steuer sitzt Laurent Dufaux. Der Romand verfügt über gewisse Ortskenntnisse, gewann er doch im Jahr 2000 die legendäre Züri Metzgete zu einem Zeitpunkt, als die Strecke entlang des rechten Ufers führte und der Aufstieg zum Pfannenstiel das Haupthindernis war. Zweiter wurde ein gewisser Jan Ullrich.

Berner hilft Holländer

Dufaux betreut an diesem Tag das Team Akros, dem auch sein Sohn Loïs angehört. Der Etappensieger an der Tour de France im Jahr 1996 stellt den Wagen neben dem Transporter von Kooperativa Cyclocross aus Jablonec ab. Die tschechische Sportgruppe weist mit Pavla Havlikova, der letztjährigen Gesamtsiegerin der EKZ-Cross-Tour, im Eliterennen der Frauen eine Siegesanwärterin in ihren Reihen auf.

Strenge Tage hat Christine Majerus hinter sich. An Neujahr gewann die Luxemburgerin vor heimischem Publikum ein Radquer, nach langer Fahrt ging es in ein Hotel nach Baden. Sie gehört ebenfalls zu den Favoritinnen im Hauptrennen der Frauen. Berndeutsch wird im Fahrerlager auch gesprochen. Jürg Ryf aus Gümligen betreut seinen Sohn Joris, einer der Profis im Feld.

Sein Kollege Roland Glaus hantiert an einem Rennrad herum. «Ich schmiere Bremsflüssigkeit nach», sagt er. Das Sportgerät gehört dem Holländer Gosse Van Der Meer. «Meine Tochter ist auch Radquer gefahren. Sie hat ihn in Holland kennengelernt», erklärt Glaus den Umstand, dass ein Berner während der EKZ-Cross-Tour einen Holländer betreut. «Im Radquer sind wir wie eine grosse Familie», fügt er an. «Wir unterstützen uns gegenseitig.» Ein belgisches Team hilft in der Tat einer italienischen Mannschaft mit allerlei Werkzeug aus.

Im Zickzack hoch hinauf

Derweil die Profis noch auf ihren Einsatz warten, herrscht entlang der Strecke Hochbetrieb. Am Cross für alle waren 65 Teilnehmer am Start, der Geschicklichkeitsparcours für Kinder ist absolviert, und die Junioren haben bis zur U17-Kategorie ihre Tages- und Gesamtsieger erkoren, als im Rennen für die U19, für Amateure und ältere Semester erstmals der gesamte Parcours zu bewältigen ist. Querfeldein führt der Zickzackkurs hoch hinauf in Richtung Hohenegg.

Auf den steilen Passagen muss das Rad im Laufschritt geschultert oder gestossen werden. Nach dem Kulminationspunkt folgt die rasante Abfahrt. In den engen Kurven wird das Tempo merklich gedrosselt. Als es wieder ins Flache geht, steht noch Sprünge über zwei Hindernisse an. Die Zuschauer können das Geschehen hautnah verfolgen und haben auch das Ziel auf der Leichtathletik-Tartanbahn in Sichtweite. Einen solchen Überblick bietet im Radsport im Freien einzig ein Radquerrennen.

Exotin aus Namibia

Die Eliterennen sind schliesslich gleichfalls über die Runden gegangen. Christine Majerus und Pavla Havlikova werden ihrer Rolle als Mitfavoritinnen gerecht und erreichen im Kampf um den Tagessieg die Ränge 2 und 4. Als eigentliche Exotin im internationalen Feld erweist sich die in Hinwil wohnhafte Vera Adrian. Sie startet querfeldein für ihr Heimatland Namibia, ein Staat im Süden Afrikas, und belegt in Meilen den ehrenvollen Rang 18. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.01.2019, 18:45 Uhr

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