Wädenswil

5000 Besucher an Spezialitätenmarkt

Hochbetrieb herrschte am Spezialitätenmarkt auf dem Campus Grüntal der ZHAW in Wädenswil. Rund 5000 Besucher kamen, kauften und informierten sich. Vieles drehte sich dabei um das gesunde Gemüse im Hausgarten – und Rosen.

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In diesem Jahr kaufte Florence Woodtli am Spezialitätenmarkt in Wädenswil Tomatensetzlinge, besondere Kräuter und Pro-Specie-Rara-Produkte. Die junge Frau hat an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) studiert, wohnt nun in Stäfa und kommt jedes Jahr, um Gutes für ihren Hausgarten einzukaufen. Für sie zählt vor allem Qualität. Dafür nimmt sie gerne den Weg nach Wädenswil in Kauf. Ingrid und Felix Näf aus Aeugst am Albis waren dagegen Newcomer am Markt. Das Paar hörte von der Nachbarin vom reichen Angebot. Die beiden kamen und staunten über prächtige Pfingstrosen, weisse Akeleien und Schwertlilien, von denen sie einige Exemplare erstanden. Franziska Gäumann, die im Horgner See-Spital arbeitet, kennt den Markt seit langem und hielt an diesem Samstag Ausschau nach Wildstauden.

«Gstürm» auf dem Gelände

Die riesige Zahl an Besucherinnen und Besuchern war aber nicht im Sinn aller Gäste: «Man sieht vor lauter Leuten kaum noch die vielen Blumen und Kräuter», bemängelte ein Mann. Er wünschte sich, dass die Gartenshow auf zwei bis drei Tage ausgedehnt werden könnte.

Irene Glättli aus dem schwyzerischen Altendorf störte das «Gstürm» auf dem Gelände aber nicht. Sie ist regelmässig für Vorträge und Führungen auf dem Campus Grüntal. Am Spezialitätenmarkt interessierte sie sich vorgestern vor allem für Delikatessen: Sie kaufte Geiss- und Schafkäse und lobte den selbst gemachten Senf, der in vielen Aromen feilgeboten wurde.

Krautstiel, Randen und C0.

Am Markt wurden auch verschiedene Führungen angeboten. ­Gartenbauingenieur Guido Kunz konnte beim Rundgang zum Thema Gemüse, der auch zum Schaugarten führte, rund 30 Personen begrüssen. Er zeigte dem interessierten und fachkundigen Publikum nicht nur verschiedenste Grünpflanzen, sondern informierte auch über den «Superfood». Darunter versteht man ­Lebensmittel mit Zusatznutzen. Ihr Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, sekundären Pflanzenstoffen ist überdurchschnittlich.

Zum Superfood gehören – eigentlich ganz simpel – auch einheimisches Obst, Gemüse und Wildpflanzen. Guido Kunz nannte unter anderen Lauch, Krautstiel, Randen und auch Quinoa, eine 6000 Jahre alte Kulturpflanze aus den Anden. Auch Sauerampfer, Brennnessel, «Guter Heinrich» – also wilder Spinat – und die schwarze Apfelbeere Aronia seien schmackhaft und sehr gesund. Der Fachmann für Gemüseanbau lobte weiter Meerrettich und Haferwurz sowie ­Topi­nam­bur­knollen und Federkohl. Sie seien besonders wertvoll. Letzterer enthalte – roh verspeist – etwa dreimal so viel Vitamin C wie die Orange. Auch das Zmorgemüsli kann zum Superfood werden, wenn getrocknete Früchte oder Samen beigefügt werden. Im Trend sind derzeit Leinsamen und Amaranth, ein gut verdauliches und gesundes Pseudogetreide, das aufgrund des grossen Ballastanteils schnell sättigt.

Am Markt wurde immer wieder die Vielfalt im Siedlungsraum und im Hausgarten gelobt, wobei überall der Wunsch nach Natürlichkeit zu hören war. Ein vielfältiger Hausgarten sei zudem vogelfreundlich.

Rosen waren Trumpf

Auch bei den Lebensmitteln konnten naturbelassene Produkte punkten: Verkauft wurden Käsespezialitäten aller Art, Leckeres vom Wollschwein, biologische Konfitüren und Sirupe, raffinierte Senf- und Essigprodukte, zudem Öle und Schnäpse aus der eigenen Manufaktur. Auch das feilgebotene Berggetreide fand Abnehmer.

Der grösste Andrang war aber den ganzen heissen Tag über bei den Blumen und Pflanzen: Zucht-, Pfingst- und Wildrosen wechselten die Hand. Farne wurden verkauft, Informationen über Kräuter und Beeren ausgetauscht.

Fachkundige Informanten und insgesamt 32 Aussteller von Pflanzen und 18 weitere im Raum der «Kulinarischen Bühne» liessen den Spezialitätenmarkt auch heuer zum Erlebnis werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.05.2018, 17:29 Uhr

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