Rapperswil-Jona

24-Stunden-Fitness bringt Anwohner um den Schlaf

Einige Anwohner des Joner Eichwiesquartiers wehren sich gegen den 24-Stunden-Betrieb eines Fitnesscenters in ihrer Nachbarschaft. Als letztes Mittel würden sie gar zur Volksmotion greifen.

Dass im Feelfit24 rund um die Uhr trainiert werden kann, ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Lärm und Mehrverkehr störten vor allem an Sonn- und Feiertagen die Besinnlichkeit.

Dass im Feelfit24 rund um die Uhr trainiert werden kann, ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Lärm und Mehrverkehr störten vor allem an Sonn- und Feiertagen die Besinnlichkeit. Bild: Manuela Matt

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Der Traum vom definierten Körper ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Noch höher gewichtet wird oftmals nur der Wunsch, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben­. Um diese Ziele zu erreichen, investieren Herr und Frau Schwei­zer so einiges, wie eine Umfrage des Bundesamtes für Statistik zeigt. Gemäss dieser treiben 44 Prozent aller 15- bis 74-Jährigen mehrmals pro Woche Sport. Am häufigsten tun sie dies in der freien Natur. Jede sechste Person gibt zudem an, mindestens einmal pro Woche ein privates Fitness- oder Sportcenter zu besuchen.

Während Vollzeit-Erwerbs­tä­tige und Personen in Ausbildung ihre sportlichen Aktivitäten bevorzugt auf die Abendstunden ausrichten, gibt der grösste Teil der Teilzeitarbeitenden an, bevorzugt am frühen Morgen zu trainieren. Nicht erstaunlich also, dass auch hierzulande immer mehr private Fitnessstudios auf einen 24-Stunden-Betrieb setzen.

Auch rund um den Zürich­see gibt es bereits vereinzelte Studios, welche rund um die Uhr geöff­net haben. So etwa in Adliswil, in Wädenswil, Lachen, Jona und Männedorf. Für den Frühling 2018 ist zudem die Eröffnung eines weiteren 24-Stunden-Fitnessstudios in Horgen geplant.

Keine Besinnlichkeit mehr

Nicht überall stösst ein solches Angebot nur auf Zustimmung. So wehren sich Anwohner der Eichwiesstrasse in Jona bereits seit geraum­er Zeit gegen den 24-Stunden-Betrieb des Feelfit24. Seit das Fitnessstudio im August 2016 ­seine Tore geöffnet hat, kehre in ihrem Quartier keine Ruhe mehr ein, moniert Elisabeth ­Beer, Anwohnerin und Co-Präsidentin der UGS Rapperswil-Jona. «Vor allem an den Wochenenden stört das zu­sätz­liche Verkehraufkommen. Es kommt gar keine Besinnlichkeit mehr auf. Unsere Lebensqualität hat sich massivst verschlechtert.» Sie habe das Thema des Nachtbetriebs deshalb schon mehrmals an den Stadtrat herangetragen, erzählt die Lokalpolitikerin. Passiert sei bisher noch nichts.

So leicht aufgeben wollen die Anwohner aber nicht. «Im Quartier leben viele Familien mit Kindern, die unter dem Mehrverkehr und den Lärmemissionen zu leiden haben», sagt ­Beer. Sollte die Stadt auf das Anliegen der Anwohner nicht eintreten, könnte sich die UGS-Politikerin auch vorstellen, eine Volksmotion in Angriff zu nehmen. «Ein 24-Stunden-Betrieb gehört einfach nicht in ein Wohnquartier.»

Auch am rechten Seeufer können Kraftsportler ihre Trainingseinheiten zu jeder beliebigen Tages­- und Nachtzeit ansetzen. Und auch das Old School Gym 24 in Männe­dorf befindet sich, wie das Joner Feelfit24, in einer Wohnzone. Opposition von Anwohnern gegen den 24-Stunden-Betrieb sucht man hier jedoch vergebens, wie Gemeindeschreiber Jürg Rothen­berger auf An­frage bestätigt. Lediglich kurz nach der Inbetriebnahme des Studios hätten sich die Bewohner der dar­über­liegenden Räumlichkeiten wegen Schallübertragungen an die Gemeinde gewendet. «Wenn die Trainierenden die Gewichte zurück in die Ausgangsposition hatten schnellen lassen, über­trugen sich die Vibrationen über die Grundmauern in die Woh­nungen», führt Rothenberger aus. Nach einigen Treffen mit den Betrei­bern habe man eine Lösung für das Problem finden können. Seither habe es keinerlei Beschwer­den mehr gegeben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.11.2017, 17:45 Uhr

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