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Entscheid des BundesgerichtsFreier muss vom Gericht einvernommen werden

Hat sich ein Freier passiv verhalten oder wurde er tätlich, bevor die Prostituierte mit dem Küchenmesser auf ihn losging? Weil sich Aussagen widersprachen, hätte das Obergericht den Freier einvernehmen müssen.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde einer Prostituierten gutgeheissen – der Fall geht zurück ans Obergericht. Dass dieses einen Freier nicht einvernommen hat, war unzulässig.
Das Bundesgericht hat die Beschwerde einer Prostituierten gutgeheissen – der Fall geht zurück ans Obergericht. Dass dieses einen Freier nicht einvernommen hat, war unzulässig.
Foto: pd

Das Obergericht hat eine ungarische Prostituierte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten – 12 Monate sollen vollzogen werden – und einem Landesverweis von 7 Jahren verurteilt.

Der Grund: Die heute 28-jährige Frau soll Anfang 2018 in einem Erotikstudio in Zürich-Wiedikon zunächst mit einem Holzstock und einem Schuhlöffel auf einen Freier eingeschlagen haben. Dann habe sie ein Küchenmesser geholt und zwei bis drei gezielte Stichbewegungen gegen dessen Kopf und Hals ausgeführt. Weil der Freier die Hand schützend vors Gesicht hielt, trug er eine ein Zentimeter lange Stichwunde am rechten Unterarm davon.

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