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Kerosin vom ETH-SpinoffFlughafen Zürich setzt auf Treibstoff aus Sonne und Luft

Die Flughafen Zürich AG kauft die gesamte Treibstoffproduktion des Versuchsreaktors von Synhelion auf. Als Flugzeugtreibstoff wird das nachhaltige Kerosin des ETH-Spinoffs vorerst aber nicht eingesetzt.

Der Reaktor auf dem Dach des Labors liefert die Wärme, um aus dem CO2 in der Luft, Wasser und Sonnenschein Treibstoff herzustellen.
Der Reaktor auf dem Dach des Labors liefert die Wärme, um aus dem CO2 in der Luft, Wasser und Sonnenschein Treibstoff herzustellen.
Bild: ETH Zürich/Alessandro Della Bella

Um die eigenen Klimaziele zu erreichen, plant der Flughafen Zürich mit dem ETH-Spinoff Synhelion zusammenzuarbeiten. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll die Forschung und Entwicklung von synthetischen Treibstoffen vorangetrieben werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Ziel sei es, diese Treibstoffe in genügender Menge und zu Marktpreisen verfügbar zu machen. Die im Jahr 2016 gegründete Synhelion entwickelt eine Technologie, um aus Luft und Sonnenlicht synthetisches Gas herzustellen. Dieses soll dann zu Treibstoff weiterverarbeitet werden, der in gängigen Motoren verbrannt werden kann.

Einsatz in Maschinen und Gefährten am Boden

Bis 2050 beabsichtigt der Flughafen Zürich, die CO2-Emissionen der Flughafeninfrastruktur auf netto Null zu senken. Im Rahmen der Vereinbarung wird das Unternehmen die gesamte Jahresmenge des in einer Testanlage produzierten nachhaltigen Treibstoffs von Synhelion zum Selbstkostenpreis abkaufen, heisst es weiter.

In der Testphase werde der Preis dabei «deutlich» über dem von fossilem Treibstoff liegen. Den nachhaltigen Treibstoff setzt der Flughafenbetreiberin in eigenen Fahrzeugen und Maschinen ein. «Damit können wir die Erreichung unserer Klimaziele vorantreiben», so Emanuel Fleuti, Leiter Umweltschutz der Flughafen Zürich AG. Denn trotz des zunehmenden Einsatzes von alternativen Technologien wie Elektrofahrzeuge würden im Betrieb der Flughafeninfrastruktur auch in Zukunft Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen. Mit der Bereitschaft, deutlich über dem Marktpreis liegende Treibstoffpreise zu zahlen, möchte die Flughafen Zürich AG die Aktivitäten von Synhelion unterstützen und dazu beitragen, dass synthetischer Treibstoff bald in grösseren Mengen verfügbar ist. damit dürfte auch der Preis mittelfristig mit jenem von fossilen Kraftstoffen konkurrenzfähig werden.

In Zukunft fossiles Kerosin ersetzen

Die Technologie von Synhelion zur Herstellung synthetischer Treibstoffe soll in der Luftfahrt für die Ablösung von herkömmlichem Kerosin durch Sustainable Aviation Fuels (SAF) eine Schlüsselrolle einnehmen. Denn für die bereits heute eingesetzten SAF, die grösstenteils aus rezykliertem Speiseöl und Schlachtabfällen hergestellt würden, gebt es zwar noch Rohstoffe, die Grenzen der Verfügbarkeit werde aber irgendwann erreicht sein, teilt das Unternehmen mit. Stehen SAF dank Entwicklungen wie jener von Synhelion dereinst in ausreichenden Mengen zur Verfügung, können sie das fossile Kerosin im Luftverkehr bis zu 100 Prozent ersetzen. (SDA/lop)

SDA