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Nach Urteil in Winterthur«Fast jedes Kind weint irgendwann bei der Befragung»

Ermittler müssen beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch sehr überlegt vorgehen, wenn sie ein kleines Kind befragen. Das zeigt ein Winterthurer Urteil. Laut einem Fachmann sollten sich auch betroffene Eltern an klare Vorgaben halten.

Ja nichts reininterpretieren: Die Befragung von Kindern ist für Ermittler eine Herausforderung.
Ja nichts reininterpretieren: Die Befragung von Kindern ist für Ermittler eine Herausforderung.
Foto: Keystone

Das Winterthurer Bezirksgericht hat einen Betreuer vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen. Die Befragung des mutmasslichen Opfers, ein 5-jähriges Mädchen, sei von den zuständigen Kantonspolizisten viel zu suggestiv durchgeführt worden. Die Aussagen konnten deshalb vor Gericht nicht verwendet werden. Zum konkreten Fall äussert sich die Kantonspolizei nicht. (Lesen Sie hier mehr dazu)

Damit wurde laut dem Bezirksgericht eine der wichtigsten Regeln bei der Befragung von Kindern im strafrechtlichen Kontext verletzt: Fragen dürfen demnach nie so gestellt werden, dass eine bestimmte Antwort besonders naheliegt oder bereits eine Erwartung der Fragesteller darin enthalten ist. Zu entsprechender Vorsicht rät der langjährige Kinderpsychiater Jürg Unger-Köppel aber auch betroffenen Eltern.

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