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Fasnacht in HorgenFasnächtler sagen den Umzug 2021 bereits jetzt ab

Nicht nur dieses Jahr fiel der traditionelle Umzug in Horgen Corona zum Opfer. Auch nächstes Jahr wird es keinen geben. Andere Fasnachtsanlässe sind noch ungewiss.

Den Umzug durch den Horgner Dorfkern, wie hier zuletzt 2018, wird es dieses Jahr nicht geben.
Den Umzug durch den Horgner Dorfkern, wie hier zuletzt 2018, wird es dieses Jahr nicht geben.
Archivfoto: André Springer

Der Fasnachtsumzug lockt jeweils Hunderte Horgner an, um dichtgedrängt, verkleidet und von Guggenmusik und Konfettiregen begleitet durch das Dorf zu ziehen. Was normalerweise fester Bestandteil des traditionellen Festes ist, wird zu Zeiten von Corona zum Problem. Bereits dieses Jahr musste der grosse Fasnachtsumzug wegen der Corona-Massnahmen abgesagt werden. Nun ist klar: Auch 2021 wird es in Horgen keinen Umzug geben.

Das Horgner Fasnachtskomitee teilt mit, dass es sich entschieden hat, aufgrund der ungewissen Situation den Umzug nächstes Jahr zu streichen. «Der Entscheid ist nicht leichtgefallen, die Unsicherheiten sind aber zu gross», sagt Daniel Zuber, Presseverantwortlicher des Komitees.

Gewissheit für Guggen

Ausschlag gegeben für den Entscheid hat aber nicht nur die planerische Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie, sondern auch, dass die Fasnachtsvereine des neuen Komitees den Umzug von Grund auf neu planen müssen. Denn zuvor war der Umzug 48 Jahre lang von der Gruppe Neudörfer veranstaltet worden. «Gleich mit einem neuen Konzept in dieser schwierigen Zeit mit ungewisser Entwicklung zu starten, war ein zu grosses Risiko», sagt Daniel Zuber. Das Komitee wolle sich deshalb noch ein Jahr mehr Zeit nehmen, um dann dafür einen «richtigen und schönen Umzug» auf die Beine zu stellen.

Ein Schutzkonzept hätten die Organisatoren zwar geprüft, es sei aber nicht möglich, Eingangskontrollen durchzuführen und die Zuschauer in Sektoren einzuteilen.

Die frühzeitige Absage des Umzugs bedeutet jedoch nicht ein kompletter Ausfall der Fasnacht. Die anderen Aktivitäten wie Kinderwagenrennen, Maskenball, Wurstfischen oder die Konzerte der Guggenmusigen sind im Moment noch geplant – auch weil diese, anders als der Umzug, unverändert durchgeführt werden sollen.

Wädenswiler prüfen noch

Dass die übrigen Anlässe wie üblich stattfinden können, ist aber noch nicht sicher. «Falls im Februar ein Verbot von weniger als tausend Menschen in Aussenbereichen gilt, wird die Durchführung schwierig», sagt Zuber. Gerade beim Wurstfischen, bei dem sich viele Horgner auf Würste, Brot und Süssigkeiten stürzen, aber auch beim Kinderwagenrennen ist die Abstandsregel wohl eher schwierig einzuhalten. «Auch die Fasnachtsanlässe in kleineren Beizen und Zelten werden schwierig», sagt Zuber. So könnte es gerade für die Horgner Schnitzelbänkler Schöneggler schwierig bis unmöglich werden, mit Maske zu singen.

Entmutigen lassen wollen sich die Horgner Fasnächtler aber nicht. So soll am 11.11. auch in Horgen die Fasnacht eingeläutet werden. Dies traditionsgemäss mit den Guggenmusigen auf dem Dorfplatz. Dass dieser Anlass durchgeführt werden kann, da ist sich Zuber schon fast sicher, findet er doch im Freien statt. Maskenpflicht herrscht übrigens nicht, Zuber betont aber schmunzelnd: «Fasnacht ist auch zum Verkleiden da. Deshalb freuen wir uns auf viele maskierte Gesichter.»

Die Fasnacht 2021 ist auch bei den Organisatoren in Wädenswil bereits Thema. «Wir überlegen uns im Moment verschiedene Varianten, wie wir die Fasnacht durchführen können», sagt Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil. Bleibt das Verbot von Grossanlässen unter 1000 Personen, werde der Umzug wohl schwierig. Im Moment prüfe man aber noch Optionen, ein Entscheid soll Anfang November gefällt werden.