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Leichtathletik Schweizer MeisterschaftenFabienne Schlumpf überragt als Doppelmeisterin

Die Oetwilerin sicherte sich auch über 1500 m den nationalen Titel. Im 400-m-Rennen lief der Sihltaler Lionel Spitz zu Silber und Lia Mordasini von der LG Küsnacht-Erlenbach knackte im Hürdensprint die Limite für die U-20-EM.

Bejubelt ihren nächsten Triumph: Fabienne Schlumpf von der TG Hütten gewinnt an der SM in Basel auch das 1500-m-Rennen, zuvor war sie schon über 5000 m die Schnellste gewesen.
Bejubelt ihren nächsten Triumph: Fabienne Schlumpf von der TG Hütten gewinnt an der SM in Basel auch das 1500-m-Rennen, zuvor war sie schon über 5000 m die Schnellste gewesen.
Foto: Georgios Kefalas/Keystone

Nach dem eindrücklichen Auftakt am Freitag – die Athleten aus der Region Zürichsee hatten durch Jonas Raess (Langnau) und Fabienne Schlumpf (TG Hütten) gleich zwei Titel über 5000 m erobert – ging es am Finaltag der Schweizer Meisterschaften in Basel aus See-Perspektiven zwar nicht im selben Rhythmus weiter. Dennoch: Es folgte eine weitere Gold- und eine Silberauszeichnung. Für den Titelgewinn über 1500 m war nochmals Schlumpf zuständig. Sie avancierte damit zur einzigen Doppelmeisterin.

Für die EM-Zweite über 3000 m Steeple von 2018 stellte das Meisterschaftsunterfangen allerdings keinen Selbstläufer dar. Nachdem sich die gebürtige Oetwilerin von der Hindernisstrecke verabschiedet hat und fortan dem Marathon widmen will, entsprach vor allem das 1500-m-Rennen «einem Temposchock». Baff sei sie gewesen, in welchem Rhythmus da losgelegt wird. Folge davon: Am Finaltag morgen verspürte Fabienne Schlumpf eine «extreme Nervosität». Doch im Rennen staunte sie, «wie es mir gelang, ohne spezifisches Tempotraining in den höchsten Gang hochzuschalten». Mit ihrer Siegerzeit von 4:14,29 Minuten stellte die 29-Jährge eine neue eigene Bestmarke auf. «Diese Zeit überrascht mich wirklich», sagte die Athletin, auch wenn sie schlussendlich nebensächlich blieb. Profitieren konnte Schlumpf durch die drei Renneinsätze innert 24 Stunden auf dem hohen Level.

Gelungenes Elite-Debüt

Aus einer völlig anderen Position trat 400-m-Läufer Lionel Spitz vom Track Team Adliswil an. Zwar hat sich der Sihltaler während der Saison unter die Top 3 der Schweizer Saisonbestenliste vorgeschoben, mit seinen 19 Jahren aber begab er sich an der Elite-SM auf Neuland. Die Bewährungsprobe glückte vollauf. Er qualifizierte sich nicht nur für den Final, sondern lief dort hinter dem letztjährigen U20-EM-Zweiten Ricky Petrucciani auf Rang 2.

«Ein unglaubliches Resultat, etwas vom Schönsten», freute er sich. Es gelang ihm eindrücklich, mit den neuen Eindrücken (Publikum, Stimmung, Konkurrenz, Bedeutung) umzugehen. Auf der Zielgeraden arbeitete sich Spitz an Charles Devantay und Nathan Giger vorbei. Das Erfolgserlebnis will der Athlet für die Zukunft nutzen.

LGKE-Frauen überzeugen

Kein gleichwertiges, aber gleichwohl ein Erfolgserlebnis feierte Nora Frey von der LG Küsnacht-Erlenbach. Die letztjährige Überraschungs-Weitsprung-Dritte qualifizierte sich nun mit klarer neuer Bestleistung (Steigerung um zwei Zehntel) für den Final. «Ich wollte bis Ende der Vorwoche wiederum auf den Weitsprung setzen, schwenkte dann aber um, und jetzt habe ich eine Riesenfreude», kommentierte Frey ihr Ergebnis.

In ihrer alter Disziplin kam Vereinskollegin Ladina Schlumpf nicht auf die gewünschte Weite (5,54 m), Rang 8 blieb ihr. Ein Ausrufezeichen setzte aber Lia Mordasini im Hürdensprint. Die 18-Jährige verpasste über 100 m zuerst den Halbfinal um einen einzigen Hundertstel, rutschte dann aber nach. Und sie nutzte die Gelegenheit. Um 13 Hundertstel verbesserte sie sich auf 14,13 Sekunden. Der Limite für die U-20-Europameisterschaften des nächsten Jahres entspricht dies. «Eine Riesenfreude», zeigte sie und erkannte zudem: «Endlich verstand ich es, die gewünschte Kadenz zu halten.»