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Süditalien erlebt eine RevolutionExodus in die Heimat

Brain Drain zurückgespult: Elena Militello hat in der Pandemie «South Working» gegründet, eine Vereinigung für einen neuen Mezzogiorno. Viele Süditaliener träumen jetzt davon, dass sie daheim leben können – mit Jobs im Norden. Über 100’000 sind es schon.

«Im Lockdown stellte ich mir die Frage nach den wahren Prioritäten»: Elena Militello, 27 Jahre jung, Gründerin und «South Working»-Präsidentin.
«Im Lockdown stellte ich mir die Frage nach den wahren Prioritäten»: Elena Militello, 27 Jahre jung, Gründerin und «South Working»-Präsidentin.
Foto: South Working

Und plötzlich ist der Süden eine Option für beides, leben und arbeiten. Als Elena Militello im vergangenen März alle ihre Sachen ins Auto gepackt hatte und losfuhr, war das noch gar nicht klar. 2400 Kilometer. Von Luxemburg, wo sie ein Forschungsmandat an der Universität hatte und in einem kleinen, teuren Zimmer wohnte. Nach Palermo, zur Familie, den Freunden, zum Meer. Eine Flucht, eine Flucht zurück in die Heimat.

«Während des Lockdown war ich sehr einsam geworden», sagt die junge Sizilianerin. Und die Luxemburger hätten die Seuche zunächst nicht so ernst genommen wie die Italiener, auch das habe ihr Sorgen gemacht. Ein Anruf in der italienischen Botschaft, ein Passierschein, einfach nur heim – mit einem Umweg über Südtirol und das Trentino: «Die Lombardei wollte ich lieber umfahren.» Zehn Jahre war sie weg gewesen, mehr als ein Drittel ihres Lebens. Elena Militello ist jetzt 27. «Ich stellte mir die Frage nach den wahren Prioritäten.» Ihr Bruder war acht, als sie wegzog. «Wir sahen uns fast nur via Skype und Meets.»

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