Fluglärm

Deutlich mehr Lärmgeplagte im Grossraum Zürich

Auch im vergangenen Jahr sind mehr Menschen rund um den Flughafen von Fluglärm gestört worden. Hauptgründe dafür sind die Zunahme der Flugbewegungen sowie das Bevölkerungswachstum.

Ein Swiss-Flugzeug hebt ab am Flughafen Zürich. Im Hintergrund die Gemeinde Rümlang.

Ein Swiss-Flugzeug hebt ab am Flughafen Zürich. Im Hintergrund die Gemeinde Rümlang. Bild: Keystone

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Seit elf Jahren publiziert die Zürcher Regierung in der Vorweihnachtszeit die Zahl der von Fluglärm geplagten Menschen rund um den Flughafen: Mit dem ZFI wird die Zahl der von Fluglärm geplagten Menschen rund um den Flughafen Zürich gemessen. Höchstens 47'000 Personen dürften sich stark gestört fühlen, wie das Volk an einer Abstimmung festgelegt hatte.

Ausser 2009 wurde dieser Wert seither immer überschritten - so auch im Jahr 2017: Der ZFI-Monitoringwert stieg von 64'110 Personen im Jahr 2016 auf 65'507 Personen im Jahr 2017, wie Mark Dennler, Abteilungsleiter Flughafen / Luftverkehr beim Kanton Zürich, am Freitag bei der Präsentation des Flughafenberichts 2018 vor den Medien sagte.

Dies ist eine Zunahme um 2,2 Prozent. Der Richtwert wurde damit um über 18'500 Personen überschritten. Das Bevölkerungswachstum rund um den Flughafen Zürich ist dabei für die eine Hälfte des Anstiegs verantwortlich. Die andere Hälfte geht auf den Flugbetrieb zurück, da die Flugbewegungen gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen haben. Dabei geht es vor allem um die Flüge nach 22 Uhr.

ZFI wird überarbeitet

Der Regierungsrat geht nun beim ZFI über die Bücher. Der Auftrag dazu kam im September vom Kantonsrat in Form eines Postulats. Ziel ist, dass sich die Gemeinden rund um den Flughafen Zürich und der Flughafen moderat entwickeln können. Dank leiseren Flugzeugen konnte die Zahl von im Schlaf stark gestörten Personen beinahe kompensiert werden, wie es im Flughafenbericht weiter heisst. So investiert beispielsweise die Swiss rund acht Milliarden Franken in moderne und leisere Flugzeuge, wie Swiss-Chef Thomas Klühr sagte.

«Die Swiss investiert rund acht Milliarden Franken in moderne und leisere Flugzeuge.»Thomas Klühr, Swiss Konzernchef

Klühr ging am Freitag auf die prekäre Situation während des Sommers 2018 ein. Dabei entstanden zum Teil deutliche Verspätungen, die in den Nachtstunden abgebaut werden mussten. Gründe waren unter anderem mehr Passagiere, eine knappe Infrastruktur, Engpässe bei den Lotsen in Deutschland sowie anspruchsvolles Wetter. Swiss hat nun verschiedene Massnahmen für eine Stabilisierung des Flugbetriebs ergriffen, so etwa mehr Puffer im Flugplan, zusätzliches Personal und mehr Reserven an Flugzeugen.

Kanton Zürich grösster Aktionär

Gemäss Flughafengesetz muss der Regierungsrat sich einerseits um den Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm kümmern, andererseits aber auch den Flughafen volkswirtschaftlich fördern.

Hier ist der Kanton Zürich als Aktionär mit rund einem Drittel der Aktien sehr zufrieden mit dem Flughafen: Alle vier Ziele - Erreichbarkeit und Qualität, Beziehungspflege, Umweltschutz und Unternehmensführung - seien erreicht worden, sagte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP).

Die Volkswirtschaftsdirektorin betonte weiter, dass die Schweiz im blockierten Flughafendossier gegenüber Deutschland Zähne zeigen müsse und dazu grenzüberschreitende Dossiers verknüpfen soll. Sie bezog sich dabei auf ein Postulat von Ständerat Ruedi Noser (FDP/ZH), das im Ende September überwiesen worden war. (pst/sda)

Erstellt: 07.12.2018, 09:58 Uhr

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