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Kolumne «Ertappt»Er war jung und dumm

Ein 22-Jähriger war vor drei Jahren an einer Diebstahlserie beteiligt. Die Strafe zeigt, dass das wohl nicht seine ersten Taten waren.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Bild: Olivier Samter

Der Spruch «Ich war jung und brauchte das Geld» bezieht sich in der Regel auf Menschen, die in der Vergangenheit Jobs ausübten, auf die sie später nicht so stolz waren. Ein 22-Jähriger betätigte sich 2017 in krimineller Weise, die er wohl auch nicht in sein Bewerbungsdossier packen würde.

Vielleicht hatte er die falschen Freunde, um eine beliebte Ausrede zu benützen. Jedenfalls beging der Mann mit Kollegen einen Einbruch in ein Sportzentrum in Greifensee, brach in Meilen und Schwerzenbach Autos auf und brach in ein Schulhaus in Volketswil ein, um nur die grösseren Delikte zu nennen. Im Sportzentrum erbeuteten die Einbrecher einen Fernseher, Whiskyflaschen und Uhren. Im Auto in Meilen fanden sie ein Portemonnaie mit 1837 Franken Inhalt. Eine Kreditkarte nutzte der Beschuldigte zum bargeldlosen Einkauf am Selecta-Automaten und bei einem Essensstand. Immerhin 160.60 Franken gab er so aus.

Beim Schulhaus-Einbruch gabs keine Beute, dafür brachte er es fertig, eine Klimaanlage zu zerstören, was einen Sachschaden von 17’000 Franken verursachte. Weiter bedrohte er von seinem damaligen Wohnort in Stäfa aus eine Bekannte und trat in Fällanden eine Palisade ein.

Das ergibt die lange Liste an Delikten von mehrfachem Diebstahl, Sachbeschädigung, Drohung, mehrfachem Hausfriedensbruch und mehrfachem betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage. Der 22-Jährige kommt nicht mehr leicht davon, was darauf hindeutet, dass er schon früher kriminell war. Die Staatsanwaltschaft verurteilt ihn zu einer unbedingten Geldstrafe. Er muss 100 mal 30 Franken und eine Busse von 500 Franken sowie die Verfahrenskosten bezahlen. Weil er arbeitslos ist, dürfte der Tagessatz mit 30 Franken noch eher tief angesetzt sein.