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Entscheidung gegen den EHCW mit dem 30. Penalty

Typischer hätte das letzte Heimspiel des EHC Winterthur nicht zu Ende gehen können: Mit einer 4:5-Niederlage in einem aussergewöhnlichen Penaltyschiessen gegen Olten. Trotz einer Aufholjagd.

Roman Knellwolf erzielt gegen Oltens Goalie Matthias Mischler den Ausgleich zum 1:1 für den EHCW.
Roman Knellwolf erzielt gegen Oltens Goalie Matthias Mischler den Ausgleich zum 1:1 für den EHCW.
Madeleine Schoder

Knapp 1100 Zuschauer kamen zum letzten Heimspiel des EHCW Winterthur in der Saison 2017/18 in die Zielbau-Arena, und die bekamen richtig etwas geboten. Die Entscheidung – wie so oft gegen den EHCW – fiel erst im Penaltyschiessen, als der 30. Schuss geschossen war: Mario Lamoureux, der vorher schon zweimal getroffen hatte, brachte den Puck nicht an Oltens Goalie Matthias Mischler vorbei, nachdem Oltens Topskorer Anthony Rouiller Olten in Führung gebracht hatte.

Ein typisches EHCW-Spiel

Man kommt nicht umhin festzustellen: Typischer hätte es für den EHCW nicht enden können. Zum zwölften Mal erreichte das Team von Michel Zeiter in dieser Saison die Verlängerung, zum elften Mal verliess der Gegner das Eis als Sieger. Es fehlte am Ende halt immer etwas, das den Sieg hätte einbringen können, auch dann, wenn die Chancen eigentlich gut standen. Im Penaltyschiessen war es so, dass nach den regulären je ersten fünf Schützen der Winterthurer immer als Zweiter anlaufen konnte. Goalie Remo Oehinger stoppte fast alle Oltener, kein EHCW-Spieler aber konnte aus dieser VorgabeProfit ziehen.

Zum EHCW der Ausgabe 2017/18 passte aber auch, wie wenig konstant er in diesem Spiel war. Er begann schwach und hätte in den ersten zehn Minuten ohne weiteres höher als nur 0:1 zurückliegen können. Nur Christopher Bagnoud traf für Olten. Es kam die obligate Steigerung, das 1:1 durch den Klotener Elite-Junior Roman Knellwolf noch vor Ablauf des ersten Drittels und schliesslich die Chance, im Mitteldrittel vorzulegen. 1:43 Minuten lang konnte die Winterthurer in doppelter Überzahl spielen – und reüssierten nicht. Wie man das macht, demonstrierten danach die Oltener. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis gingen sie in Führung, Zweimal Brian Ihnacak und Jewgeni Schirjajew erhöhten bis zur 37. Minute auf 4:1.

Das grosse Comeback

Viel zu viele Strafen schienen dem EHCW zum Verhängnis zu werden, wurden sie aber nicht. Denn dass der nie erlahmende Kampfgeist in dieser Saison zu den herausragenden Qualitäten von Zeiters Team gehört, hat es oft schon bewiesen. Auch gestern. So kam es im Schlussabschnitt zum grossen Winterthurer Comeback. Anton Ranov und Michael Roos verkürzten innert 36 Sekunden auf 3:4. Plötzlich war Feuer im Dach der Oltener, erst recht, als Tim Wieser in der 54. Minute zum 4:4 ausglich, dies nach einem groben Fehlpass im Aufbau der Solothurner.

Olten wenig stilsicher

Dass eine solche Entwicklung überhaupt möglich war, lag auch an der mangelnden Stilsicherheit des Gastes. Die Solothurner, mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestiegen, leisteten sich schon im ersten Drittel zuviele Fehlpässe und waren danach nicht imstande, den erarbeiteten 4:1-Vorsprung heimzubringen. Andere Topteams der Liga, allen voran Rapperswil-Jona, aber zu nennen ist auch der HC Thurgau, treten in dieser Phase der Saison deutlich geschlossener auf, sie wissen, wie sie zum Erfolg kommen wollen. Beim EHC Olten war das, kurz nach dem Trainerwechsel von Bengt-Ake Gustafsson zu Chris Bartolone, noch nicht der Fall.

Es war insgesamt eine ordentliche Leistung, die der EHCW bot, sie war halt wie so oft nicht konstant genug, und das kostete den Sieg. Den Winterthurern mangelt es in solchen Spielen einfach am Killerinstinkt, an der Fähigkeit, das Spiel zu entscheiden, wenn ihnen ein höher eingestufter Gegner die Möglichkeit dazu bietet.

Olten hat nach diesem Sieg immer noch die Chance, auf Rang 3 vorzustossen, denn Ajoie, im Moment Dritter, hat sein Pensum abgeschlossen und liegt nur zwei Punkte voraus. Der letzte Gegner des EHCW aber kann sich nicht mehr verbessern. Der EHC Visp wird die Qualifikation auf dem entäuschenden 7. Rang abschliessen. Es geht am Sonntag im Wallis also für beide Teams nur noch um die Ehre. Und für den EHCW auch darum, doch noch den ersten Sieg des Jahres 2018 einzufahren. Den würden die Winterthurer wohl mitnehmen, auch wenn das Spiel weniger spektakulär wäre als das von gestern.

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