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Trauer im Zoo ZürichElefantenjunges stirbt kurz nach der Geburt

In der Nacht auf Sonntag wurde das zweite Elefantenbaby dieses Jahres im Zoo Zürich geboren. Das Weibchen hat nur eine Stunde gelebt. Weshalb Farhas Kalb gestorben ist, wird untersucht.

Trauer im Zoo: Farhas (rechts) Elefantenbaby ist kurz nach der Geburt gestorben. Hier mit ihrer erstgeborenen Tochter Ruwani.
Trauer im Zoo: Farhas (rechts) Elefantenbaby ist kurz nach der Geburt gestorben. Hier mit ihrer erstgeborenen Tochter Ruwani.
Foto: Enzo Franchini (Zoo Zürich)

Traurige Nachrichten aus dem Zoo Zürich. In der Nacht auf Sonntag kam ein Elefantenbaby zur Welt – am Morgen fanden es die Tierpfleger tot in der Anlage. Die 15-jährige Farha hat als zweite Elefantenkuh dieses Jahr im Zürcher Zoo in Junges zur Welt gebracht. Bei der Geburt dabei waren auch Farhas Mutter Ceyla-Himali und ihre 2017 geborene Tochter Ruwani.

Schwere Kopfverletzungen

Das weibliche Elefäntchen kam lebend zur Welt, wie der Zoo am Montag mitteilte. Was genau nach der Geburt geschah, sei nur bruchstückhaft durch Überwachungskamera bekannt, die aber nur einen Teil der Anlage abdeckt. Das Kalb habe mindestens eine Stunde gelebt. Die Aufnahmen zeigten keine speziellen Interaktionen zwischen dem Jungtier und den anderen Familienmitgliedern.

Doch bei Arbeitsbeginn fanden die Tierpfleger das Jungtier tot und mit schweren Verletzungen im Kopfbereich auf. Es gebe derzeit keine Hinweise auf die Umstände, die zum Tod des Kalbs geführt haben, schreibt der Zoo weiter. Man hoffe auf mehr Klarheit nach der Untersuchung im Institut für Veterinärpathologie der Universität Zürich.

Verhindern können hätten die Tierpfleger den Tod des Elefäntchen nicht, sagt der hörbar erschütterte Zoodirektor Alex Rübel am Telefon. Dies, weil die Elefantengruppen im Zoo Zürich grösstenteils ohne Kontakt zu den Menschen leben.

Nach einer Totgeburt in den 1980er Jahren sei dies das erste Mal, dass ein kleiner Elefant im Zoo Zürich so kurz nach der Geburt stirbt, sagt Rübel weiter. Ob dem Kalb die Kopfverletzungen von einem Familienmitglied zugefügt wurden, oder es bereits damit zur Welt gekommen ist, sei noch unklar. Entsprechend müssten nach den Abklärungen eventuell Massnahmen ergriffen werden, sagt Rübel. Allenfalls prüfe man auch, mehr Überwachungskameras zu installieren, um die ganze Anlage sehen zu können.

Drittes Kalb im Spätsommer

Als weibliches Junges hätte das Elefäntchen bei seiner Familie bleiben können und wäre ein willkommener Spielgefährte für seine Schwester Ruwani gewesen. Farha habe bei der Geburt sehr viel Blut verloren, sagt Rübel. Ein Tierarzt hat sie untersucht. Mehr könne nicht für die Familie getan werden, sagt Rübel. Da sie das Junge noch kaum gekannt hätten, rechnet er nicht damit, dass die Elefantenweibchen stark trauern.

Anfang Februar ist in der anderen Elefantenfamilie im Zoo Zürich der Elefantenbulle Umesh geboren, der sich prächtig entwickelt. Als männlicher Elefant muss er die Muttergruppe jedoch ab einem gewissen Alter verlassen.

Im Zoo Zürich steht im Spätsommer eine dritte Elefantengeburt an. Dann wird es bei der 2014 geborenen Omysha so weit sein. Sie ist die Schwester von Umesh. Der Vater von Umesh, dem gestorbenen weiblichen Elefäntchen und von Omyshas Kalb ist der 15-jährige Bulle Thai.

Trauriges 2020

Der letzte Tod im Zoo Zürich ist noch keine zwei Wochen her. Ende März starb das zweite Koala-Männchen Milo an sogenannten Retroviren, die das Immunsystem angreifen. Im Dezember starb deswegen bereits das Koala-Männchen Mikey.

Auch bei den Elefanten gab es dieses Jahr bereits einen Tod zu beklagen. Wenige Tage nach Umeshs Geburt musste der 50-jährige Elefantenbulle Maxi eingeschläfert werden. Wirtschaftlich macht dem Zoo Zürich die Coronakrise zu schaffen. Wegen der Schliessung verliert der Zoo 4 Millionen Franken pro Monat – oder es wie Zoodirektor Rübel ausdrückt: «Wenn es nach mir ginge, könnte 2020 nochmals von vorne anfangen.»