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Einjähriger Junge stirbt bei Schiesserei in Rio

Die Auseinandersetzung zwischen einer Drogenbande und der Polizei hat am Freitagabend in einer Favela drei unbeteiligte Todesopfer gefordert. Unter ihnen ein Kleinkind.

Schiesserei in einer Favela: Der Tod eines einjährigen Knaben sorgt in Brasilien für Entsetzen. (Archivbild)
Schiesserei in einer Favela: Der Tod eines einjährigen Knaben sorgt in Brasilien für Entsetzen. (Archivbild)
Felipe Dana, Keystone
Alemao zählt zu den grössten Armenvierteln von Rio de Janeiro.
Alemao zählt zu den grössten Armenvierteln von Rio de Janeiro.
Felipe Dana, Keystone
In vielen Favelas der Millionenstadt operieren Drogenbanden praktisch straffrei. Immer wieder gibt es Schiessereien.
In vielen Favelas der Millionenstadt operieren Drogenbanden praktisch straffrei. Immer wieder gibt es Schiessereien.
Silvia Izquierdo, Keystone
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Der Tod eines einjährigen Knaben bei einer Schiesserei zwischen einer Drogenbande und der Polizei hat in Brasilien für Entsetzen gesorgt. Wie am Samstag bekannt wurde, war das Kleinkind einer von drei Unbeteiligten, die am Freitagabend bei der Schiesserei in Alemao getötet wurden. Auch eine Frau und ein Mann wurden von Querschlägern in dem Armenviertel von Rio tödlich getroffen.

Der Vater des getöteten Jungen, Fabio Antonio da Silva, machte die Regierung für den Tod seines Sohnes verantwortlich, da diese die Gewalt auf den Strassen weiter anheize. «Werden Kugeln die Situation in unserem Land lösen?», fragte da Silva im Sender Globo TV. Die Polizei kündigte an, den Vorfall zu untersuchen. Die beteiligten Beamten seien befragt und ihre Waffen für eine Untersuchung beschlagnahmt worden. Ausserdem sollten Bilder von Überwachungskameras und die Aussagen möglicher Augenzeugen ausgewertet werden.

Tausende protestieren

Rios Bürgermeister Marcelo Crivella beschwor am Samstag ein Ende der Gewalt in der brasilianischen Millionenmetropole. «Wir wollen diese Sache beenden, dass Kinder in den Vierteln durch Querschläger getötet werden», sagte er bei einem Besuch in der Favela Vila Kennedy, die einer der Hauptschauplätze der Polizeioffensive gegen die Drogenkriminalität in Rio de Janeiro ist.

Bei seinem Besuch erinnerte Crivella auch an den Mord an der Stadträtin Marielle Franco. Die 38-Jährige war am Mittwoch in ihrem Auto erschossen worden. Kurz zuvor hatte sie einer Polizeieinheit vorgeworfen, als Todesschwadron zu agieren. Am Donnerstag demonstrierten tausende Menschen in Rio de Janeiro gegen die Gewalt in ihrer Stadt. In vielen Favelas von Rio de Janeiro operieren Drogenbanden praktisch straffrei und rekrutieren auch Kinder als Dealer. Immer wieder gibt es Schiessereien.

SDA/scl

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