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ErtapptEine ungewöhnliche Verfolgungsjagd

Eine Patrouille der Kantonspolizei versuchte erfolglos, einen Quadfahrer in der Au zu stoppen. Obwohl dieser auf Heroin war, kam er vorerst davon.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Olivier Samter

Aus amerikanischen Fernsehnachrichten sind wilde Verfolgungsjagden bekannt. Eher komisch als wild stellt man sich vor, was am 1. März dieses Jahres in der Au passiert ist. Einer Patrouille der Kantonspolizei fiel kurz nach Mittag auf der Seestrasse zwischen Horgen und der Au ein 45-jähriger Quadfahrer auf. Wieso, muss offenbleiben. Der Mann auf dem töffähnlichen Vierradgefährt war aber anscheinend so auffällig, dass ihn die Polizisten zum Anhalten bringen wollten. Sie zeigten ihm mittels Lichthupe und Aufleuchtenlassen der Heck- und Frontmatrix «Stopp Polizei» an, dass er rechts ranfahren soll.

Der Mann aus dem Linthgebiet fuhr stur weiter und bog schliesslich in die Unterortstrasse ab. Von dort flüchtete er erfolgreich durch die halbe Au und stellte sein Gefährt schliesslich beim See ab. Er ging weiter zu Fuss an den Bahnhof Wädenswil und nahm den Zug nach Rüti. Dort angekommen, meldete sich der Mann telefonisch bei der Polizei. Die Kantonspolizei konnte ihn danach festnehmen.

Warum flüchtete der 45-Jährige? Zum einen gehörte das Gefährt nicht ihm, er hatte es an seinem Wohnort ohne Wissen der Halterin entwendet. Zum anderen hatte er am Vortag Heroin konsumiert und war eigentlich nicht fähig, ein Motorfahrzeug zu steuern. Durch seine Flucht machte er aber alles noch schlimmer.

Die Flucht vor der Polizei gilt als Hinderung einer Amtshandlung. Auf der Flucht hat er diverse Verkehrsregeln verletzt. So fuhr er etwa auf dem Trottoir oder fuhr trotz Verbotsschild in den Oberortweg. Einen Fahrausweis besitzt er nicht, und das Quad liess er stehen, ohne den Zündschlüssel zu entfernen. Für all diese Vergehen setzt es für den Beschuldigten eine Geldstrafe von 100 mal 50 Franken ab. Er muss sie bezahlen.