Eishockey

Eine doppelte Null zum Saisonstart

Der EHC Kloten hielt ohne seine besten Spieler gegen Biel im ersten Spiel des Winters erstaunlich gut mit, kassierte aber im letzten Drittel drei Gegentore – selber trafen die Zürcher nicht.

Der EHC Kloten verlor zum Saisonauftakt gegen Biel: Die Stimmen zum Spiel.

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Die Klotener stehen nach dem ersten von 50 Qualifikationsspielen in der Liga, die neu National League heisst, mit einer doppelten 0 da: null Punkte und null Tore geschossen. Die 0:3-Niederlage zum Start war keine zwingende, denn der EHC Biel zeigte sich in einem typischen Saisonstartspiel nicht als übermächtiges Team.

Aber die Klotener wiesen halt den einen Mangel auf, der bei Betrachtung der Absenzenliste nicht überraschte: Die Qualität mit dem Stock an der Scheibe war zu gering. Mit Praplan und Santala fehlten zwei Stürmer der ersten Linie, mit Patrick von Gunten und Tim Ramholt zwei Topverteidiger, mit Patrick Obrist ein Center mit gewisser Wasserverdrängung.

Ein Tor in 185 Minuten

40 Minuten lang stand es 0:0, 40 Minuten lang «war ich sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir spielten», sagte Trainer Pekka Tirkkonen. «Auch das Verhalten in Unterzahl war gut.» Doch als dann die Bieler die vierte Klotener Unterzahl (zum dritten Mal sass Captain Denis Hollenstein auf der Strafbank) mit etwas Glück zum 1:0 nützten (42.), konnte man ahnen, dass es ganz schwer würde, noch einen Punkt zu holen.

René Backs Weitschuss (45.) landete am Pfosten, eine doppelte Überzahl während 90 Sekunden brachte die eine oder andere Möglichkeit. Aber da war einerseits Jonas Hiller im Bieler Goal, der sich nach einem fahrigen Beginn exakt dann zu steigern begann, als seine Mannschaft ihn benötigte. Andererseits fehlte dem Klotener Angriffsspiel im Abschluss der letzte Zacken, die Entschlossenheit, den Puck ins Netz zu setzen. Die Versuche sahen zu oft so aus, als ob der Schütze einfach hoffte, dass der Puck ins Tor ging. Das stellte auch der Trainer fest.

Die Versuche im letzten Drittel, doch noch etwas Zählbares zu holen, brachten Kloten 23 Torschüsse ein – aber keinen Ertrag. Und damit setzten sie einen unguten Trend fort. In den letzten zwei Vorbereitungsspielen hatten sie einen Treffer erzielt, gestern blieben sie erfolglos – in 185 Minuten gabs nur einmal einen Torjubel (durch Matthias Bieber im Test gegen Langnau). Mit solchen offensiven Zahlen ist es natürlich fast ein Ding der Unmöglichkeit, mehr als eine Partie zu gewinnen.

Denn irgendeinmal wird das Defensivkonzept nicht greifen – wie beim 0:2 durch Wetzel, als Kloten-Neuling Morris Trachsler seinen Gegenspieler nicht unter Kontrolle hatte und ein Verteidiger zu wenig mithalf (56.).

Kloten bekam im letzten Drittel endlich die Powerplay-Möglichkeiten, die ihm die Schiedsrichter eine halbe Stunde lang konsequent verweigert hatten. Aber das Überzahlspiel, das nach Santalas Ausfall neu hatte formiert werden müssen, reüssierte nicht. «Wir hatten Chancen», konnte Tirkkonen sagen. Die beste allerdings hatte Robin Leone bei 5:5 in der 28. Minute gehabt: Matthias Bieber hatte sich die Scheibe erkämpft, der Flügel, der neu in der ersten Linie neben Hollenstein und Bieber kämpfte, schoss alleine vor Hiller neben das Goal. Später im Powerplay schlug er einmal über die Scheibe, als das Tor offen war. Doch er war nicht der einzige, der Möglichkeiten vergab. Thierry Bader hatte eine gute schon nach vier Minuten, Steve Kellenberger, Romano Lemm oder Morris Trachsler hätten auch zum Erfolg kommen können.

Sie taten es nicht. Dass die Bieler Fans ob des Sieges ihrer Mannschaft, in der die Ausländer keine dominierende Rolle spielten, den EHC Kloten schon in der NLB sahen, war ein bisschen gar verfrüht.

Doch die Klotener brauchen etwas mehr «Biss» vor dem gegnerischen Gehäuse. «Wir haben aber auch viele gute Dinge ge­sehen», meinte Tirkkonen. Die wollte man mitnehmen zum nächsten Match: Das ist heute das 206. Zürcher Derby im Hallenstadion. Dort siegte Kloten in der letzten Saison zweimal.

Erstellt: 09.09.2017, 10:30 Uhr

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