Illnau-Effretikon

Ein Rad, das sich für Katzen dreht

Hauskatzen leiden nicht selten an Bewegungsmangel. Dagegen hat Modellbauer René Heeb in seiner Effretiker Werkstatt ein Mittel gefunden.

Mehr Bewegung für Stubentiger: Auf diesem Laufrad können sich Katzen austoben.
Video: zvg

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Gefangen im Hamsterrad: So fühlen sich Menschen, die aus ihren beruflichen, finanziellen oder familiären Verpflichtungen nicht aussteigen können. Anders sieht das bei Katzen aus: «Sie benützen das Laufrad nur, solange sie es unterhaltsam finden», sagt René Heeb. Der 58-Jährige spricht hier nicht von einem herkömmlichen Hamsterrad, sondern von einem, das er selbst gebaut und auf die Bedürfnisse von Katzen abgestimmt hat. Die Idee kam ihm vor rund zwei Jahren. Seine Freundin fand, ihre Katze müsse sich bewegen können. Und dies, obwohl der Stubentiger nicht nach draussen durfte. Sie hatte im Internet einen Film mit einer Katze gesehen, die in einem überdimensionierten Laufrad lief. Nach einiger Recherche fand Heeb ein Modell von einem Hersteller in Österreich. Er bestellte ein Exemplar, doch die Lieferung liess auf sich warten. «Eigentlich kann ich das ja auch selbst bauen», habe er sich gedacht.

Der gelernte technische Modellbauer, der einst für die ABB Holzmodelle für Schiffsmotoren herstellte, machte sich in seiner Werkstatt in Effretikon an die Arbeit. Er baute einen Prototypen und testete ihn an den eigenen Tieren. «Luna, die gwundrige Hauskatze, ging sofort rein und begann zu marschieren», sagt er. «Ginger, der Siamkater, hingegen hat zwei Monate gebraucht, bis sie es auch tat.» An einer Katzenausstellung in Wallisellen stellte er seinen Prototypen vor und merkte: «Das Interesse ist gross.»

Modell perfektioniert

Daraufhin verbesserte er sein Modell laufend. Das ursprüngliche Prinzip ist einfach: Auf einem Unterbau, in dem vier Rollen angebracht sind, steht das Rad mit einem Durchmesser von mindestens einem Meter. Die rund 30 Zentimeter bereite Lauffläche ist mit einem strapazierfähigen Teppich ausgelegt.

René Heeb in seiner Werkstatt mit einem Katzenlaufrad. Bild: Madeleine Schoder

Die Konstruktionen aus Pressholzplatten sind etwa 30 Kilogramm schwer, von beiden Seiten her zugänglich und an die Grösse des Tieres angepasst. «Damit sich die Katze nicht zu sehr verbiegen muss», sagt Heeb. Etwa vier bis fünf Stunden investiert er in den Bau eines Rades, das er ab 500 Franken verkauft.

200 Räder hat der Dübendorfer bisher abgesetzt – ohne diese je professionell vermarktet zu haben. Er dokumentierte seine Arbeiten lediglich auf Facebook. Erst vor rund zwei Monaten hat sich ein alter Bekannter, der Brüttemer Marketing- und Werbespezialist Kurt Linsi, dazugesellt. Er kümmert sich seither um die Vermarktung und den Verkauf. Mittlerweile gehören auch Tierhandlungen- und Pensionen zu den Kunden. Für sie entwirft Heeb ganze Landschaften mit Liegeflächen und Kratzbäumen.

Heeb betreibt den Bau der Laufräder als Hobby, denn er kann davon nicht leben. Sein Haupteinkommen stammt aus einem Geschäft für Storen und Verglasungen, das er vor vier Jahren ins Leben rief. Und wie sieht es mit der Akzeptanz durch die Büsis aus? «Von den 200 verkauften Rädern wurden nur etwa fünf nicht benutzt», sagt Heeb.

Erstellt: 30.08.2017, 10:52 Uhr

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