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Corona in Spanien Ein Land gerät aus dem Rhythmus – und könnte davon profitieren

In Spanien zwingen die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Bevölkerung dazu, ihre Gewohnheiten zu ändern: Früher essen, mehr schlafen.

Ungewöhnlich frühe Schliessung: Normalerweise gehen die Spanier erst gegen 22 Uhr zum Nachtessen; in Corona-Zeiten machen die Restaurants – wie dieses in Barcelona – aber bereits früher dicht.
Ungewöhnlich frühe Schliessung: Normalerweise gehen die Spanier erst gegen 22 Uhr zum Nachtessen; in Corona-Zeiten machen die Restaurants – wie dieses in Barcelona – aber bereits früher dicht.
Foto: Emilio Morenatti (AP/Keystone)

18 Jahre schon kämpft die «Kommission zur Rationalisierung des spanischen Tagesrhythmus» dafür, dass Spanien sich den mitteleuropäischen Gepflogenheiten annähert. Vergeblich. «Wir verbringen viel zu viel Zeit an unserem Arbeitsplatz, wir essen viel zu spät, und wir schlafen viel zu wenig», sagt José Luis Casero. Er ist der Präsident der Rationalisierungskommission. Die spanische Lebensart sei weder der Gesundheit noch dem Familienleben zuträglich. Ausserdem schade sie der spanischen Volkswirtschaft, so Casero, Schlafmangel mache unproduktiv.

Wer sich noch an seine letzten Spanienferien erinnert, kennt das Phänomen: Wenn der mitteleuropäische Magen nach Abendessen knurrt, ist in spanischen Restaurants die Küche noch kalt. Dass der Tagesrhythmus der Spanier derart nach hinten verschoben ist, ist nicht allein der südlichen Lage zuzuschreiben. Im Nachbarland Portugal etwa isst man deutlich früher zu Abend. In Spanien hingegen regt sich der Appetit üblicherweise erst gegen 21.30 Uhr, am Wochenende oft noch später. Entsprechend spät gehen die Spanier ins Bett.

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