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Ein kleiner Trost für den ZSC

Der Noch-Leader verliert gegen den SC Bern 1:4, obschon er 40 Minuten lang klar überlegen ist. Doch die Leichtigkeit des Toreschiessens ist wie weggeblasen.

Am Boden, aber nur ein Mal bezwungen: Berns Torhüter Karhunen. (Bild: Freshfocus)
Am Boden, aber nur ein Mal bezwungen: Berns Torhüter Karhunen. (Bild: Freshfocus)

Es gibt für die ZSC Lions einen kleinen Trost: Keine Mannschaft spielt eine ganze Saison durch ohne Baisse. Und es gibt ungünstigere Zeiten als November und Dezember, um diese einzuziehen. Beispielsweise im März, wenn Playoff gespielt wird. Doch dass die Zürcher derzeit eine schwierige Phase durchmachen, wird immer klarer.

Das 1:4 gegen den SC Bern war ihre fünfte Niederlagen in den letzten acht Spielen, dazu noch das blamable Cup-Aus gegen Ajoie. Nur beim 5:0 Ende November auswärts gegen den HC Davos konnten die Zürcher in dieser Periode richtig überzeugen. Hätten damals die Bündner gewonnen, wären sie nun Leader.

Die ZSC Lions verlieren zu Hause gegen den SC Bern 1:4.
Die ZSC Lions verlieren zu Hause gegen den SC Bern 1:4.
Freshfocus / Claudio Thoma
Nette Worte waren das sicherlich nicht: Chris Baltisberger und Thomas Ruefenacht beim Trashtalk.
Nette Worte waren das sicherlich nicht: Chris Baltisberger und Thomas Ruefenacht beim Trashtalk.
Freshfocus / Claudio Thoma
Es sind die Langnau-Spieler, die nach dem Spiel jubeln. Sie schlagen die Lakers 2:1.
Es sind die Langnau-Spieler, die nach dem Spiel jubeln. Sie schlagen die Lakers 2:1.
Freshfocus / Claudio de Capitani
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Am Einsatz liegt es nicht, doch die Rädchen greifen nicht mehr so ineinander wie in den ersten Saisonmonaten. Und inzwischen hat auch das Selbstvertrauen gelitten. Vor kurzem hätten die ZSC Lions bei einem 1:2-Rückstand nach zwei Dritteln wie nun gegen den SCB noch normal weitergespielt, diesmal wichen sie von ihrem System ab, versuchten sie zu viel – und wurden mit zwei Kontertoren von Praplan (43.) und Moser (52.) bestraft. Und nach dem 4:1 war die Partie entschieden, stand der vierte Sieg des SCB in Serie fest.

23:6 Schüsse nach 2 Dritteln

So einseitig wie zuletzt das Resultat ausschaute, war lange auch die Partie – allerdings zugunsten der ZSC Lions. Sie dominierten die ersten 40 Minuten klar, griffen fast ständig an, wurden aber nicht belohnt. 23:6 lautete das Schussverhältnis zur zweiten Pause, doch immer wieder verzweifelten die Zürcher am überragenden Karhunen. Und auch ein bisschen an sich selbst. Denn ihnen fehlte die Präzision und die Coolness im Abschluss, die sie lange ausgezeichnet hatte. Immer wieder versprang ein Puck oder verfehlte ein Zürcher aus aussichtsreicher Position.

Topskorer Roe mochte aber nicht den Faktor Glück als Erklärung akzeptieren: «Ich bin überzeugt davon, dass du immer das bekommst, was du verdienst. Wir spielen momentan einfach viel zu oft aussen herum. Wenn du vors Tor gehst und dort blaue Flecken einsteckst, läuft der Puck auch mehr für dich.» Coach Rikard Grönborg schloss sich dem an: «Natürlich hat Karhunen gut gespielt. Aber wir haben ihn mit unseren Schüssen auch aufgebaut.»

Karhunen gewann also das finnische Goalieduell gegen Ortio, dem nicht viel vorzuwerfen war. Bei jedem Gegentor kam ein Berner frei vor ihm zum Schuss. Den Anfang machte Pestoni (5.), der Blindenbacher enteilte und Ortio schön bezwang. Für den Tessiner war es ohnehin ein sehr gelungener Abend: Er gab sein erfolgreiches Comeback nach dem Bruch des Mittelfussknochens am 25. Oktober, traf nicht nur zum 1:0, sondern bereitete auch das 2:1 und das 3:1 mit überraschenden Pässen vor.

Es fehlt das Überraschende

Ein Mann, der das Überraschungsmoment hineinbringt, fehlt den Zürchern momentan. Bei ihren fünf Niederlagen während ihrer Baisse haben sie jeweils nur einmal getroffen. Und es half nicht, dass der erkrankte Hollenstein und der gesperrte Noreau fehlten. Pettersson fehlt schon seit längerem die Überzeugung bei seinen Schüssen, Roe findet mit seinen Pässen nicht mehr so oft den Adressaten, auch Suter und Bodenmann treffen nicht mehr regelmässig.

Wie wenig es braucht, um aus einer Negativspirale hinauszufinden, zeigt das Beispiel des SCB, der mit Karhunen in fünf Spielen 13 von 15 Punkten geholt hat. Drei Spiele haben die ZSC Lions noch, um vor Weihnachten die Trendwende zu schaffen.

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