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«The Tokyo Toilet»Durchsichtige Toiletten sind Tokios neueste Attraktion

Personen in Notdurft können von aussen überprüfen, ob das vermeintlich stille Örtchen auch sauber ist, bevor sie es benutzen. Sobald die Türen schliessen, werden die Wände undurchsichtig. Auch bei Stromausfall?

Im Rahmen einer Initiative der Nippon Foundation mit dem Namen «Tokyo Toilet Project» erlauben diese transparenten Toiletten den Benutzern den Blick ins Innere.
Im Rahmen einer Initiative der Nippon Foundation mit dem Namen «Tokyo Toilet Project» erlauben diese transparenten Toiletten den Benutzern den Blick ins Innere.
Foto: Kimimasa Mayama (Keystone)
Somit ist es möglich, zu überprüfen,…
Somit ist es möglich, zu überprüfen,…
Foto: Kimimasa Mayama (Keystone)
 Fünf der insgesamt 17 geplanten Einrichtungen stehen bereits – unter anderem in Tokios berühmtem Einkaufs- und Ausgehviertel Shibuya.
Fünf der insgesamt 17 geplanten Einrichtungen stehen bereits – unter anderem in Tokios berühmtem Einkaufs- und Ausgehviertel Shibuya.
Foto: Kimimasa Mayama (Keystone)
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Öffentlichen Toiletten hängt das Image an, schmuddelig, übelriechend und irgendwie etwas unheimlich zu sein. Der weltberühmte japanische Architekt Shigeru Ban will das auf revolutionäre Weise ändern: mit durchsichtigen Toiletten. Zu bewundern sind diese seit neuestem in einem Park im berühmten Tokioter Szene-Stadtteil Shibuya. Wenn die Toiletten unverschlossen sind, werden die pastellfarbenen Glaswände durchsichtig. Jeder kann dann von aussen reingucken und die weissen, sauberen Klos und Waschbecken sehen. Sobald die Türen schliessen, werden die aus Glasschichten einem Spezialfilm bestehenden Wände undurchsichtig.

Die hypermodernen Toiletten mit ihren strombetriebenen Verwandlungswänden sind Teil eines Projekts der Nippon Foundation namens «The Tokyo Toilet». Ziel ist eine Wiedergeburt öffentlicher Toiletten als einem stillen Örtchen, wo man sich wohl und sicher fühlt. «Es gibt zwei Dinge, über die wir beim Betreten einer öffentlichen Toilette besorgt sind, vor allem, wenn sie sich in einem Park befindet. Das Erste ist Sauberkeit und das Zweite ist, ob sich jemand drinnen befindet», schreibt Ban auf der Projekt-Webseite.

Ban ist einer von 16 Kunstschaffenden, darunter auch seine beiden weltberühmten Architektenkollegen Tadao Ando und Kengo Kuma, die das Projekt unterstützen. Was aber, so fragt sich mancher, wenn es mal zum Stromausfall oder sonstigen Pannen kommt? Keine Sorge, versichern die Projektleiter. Fällt der Strom aus, werden die Glaswände undurchsichtig. Was auch immer passiere, niemand könne reinschauen.

SDA

5 Kommentare
    Erhart von Ammon

    Toiletten mit grossen gläsernen Türen und Wänden, die sich dem Drehen des Türgriffs milchig eintrübtennund den Blick auf die Benutzer versperrten, gab es bereits im Jahr 2000 in Manhattan/New York im Stadtteil Soho in einer bekannten Bar. Neu ist das also nicht.