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Kinter-Clique WädenswilGrosse Enttäuschung nach Absage von Fasnachts-Schnitzeljagd

Weil die Fasnacht in Wädenswil ausfällt, bereitete der Verein Kinter-Clique eine Schnitzeljagd vor. Doch die Polizei verbot diese kurzfristig.

Die Kinter Clique muss nach der kurzfristigen Absage durch die Stadtpolizei auf ihre Fasnachts-Schnitzeljagd verzichten und verräumt die Utensilien unverrichteter Dinge.
Die Kinter Clique muss nach der kurzfristigen Absage durch die Stadtpolizei auf ihre Fasnachts-Schnitzeljagd verzichten und verräumt die Utensilien unverrichteter Dinge.
Foto: Sabine Rock

Sie hatten schon alles vorbereitet. Weil die Fasnacht dieses Jahr wegen Corona nicht gefeiert werden darf, plante der Wädenswiler Fasnachtsverein Kinter-Clique eine Schnitzeljagd mit Rätseln und Aufgaben. Dieses Wochenende von Samstag bis Montag jeweils von 9 bis 17 Uhr hätte diese stattfinden sollen.

Doch am Freitag mussten die Organisatoren ihr Vorhaben kurzfristig absagen. Wie die Kinter-Clique in einer Medienmitteilung schreibt, sei die Schnitzeljagd von den Behörden als «Veranstaltung» eingestuft worden. Veranstaltungen dürfen aufgrund der aktuellen Bestimmungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) nicht durchgeführt werden.

3000 Franken Verlust

«Die Teilnehmer konnten wir zum Glück gerade noch rechtzeitig über die Absage informieren», sagt Lukas Klingler, Vorstandsmitglied der Kinter-Clique. «Wir hatten ihre Telefonnummern und schickten ihnen am Freitag eine Nachricht.» Die Enttäuschung nach der späten Absage ist gross. «Alle wussten, dass wir den Anlass durchführen. Wenn er bereits Anfang Februar abgesagt worden wäre, hätte uns dies nicht so getroffen – aber einen Tag vorher, das ist schon sehr bitter.» Den entstandenen Schaden durch die Vorbereitungen, die nun für nichts waren, beziffert Klingler auf etwa 3000 Franken.

210 Personen hatten sich für die Schnitzeljagd angemeldet. In Gruppen von zwei bis fünf Personen wären sie gestartet. «Es waren vor allem Familien, die mitmachen wollten», sagt Klingler. Die Befürchtung der Behörden, die Teilnehmer würden danach im Dorf feiern, sei deshalb unbegründet gewesen. Die Utensilien, welche die Kinter-Clique für den Anlass anfertigte, werden vorerst verstaut. «Allenfalls stellen wir damit im Sommer etwas auf die Beine», sagt Klingler.

Teilnehmer zeigen sich solidarisch

Die Teilnehmer seien zwar traurig, dass es keine Schnitzeljagd gebe, sie zeigen sich laut Klingler aber auch solidarisch: «Viele kündigten an, das Startgeld trotzdem zu bezahlen, weil wir für die Vorbereitungen einen grossen Aufwand hatten.»

Den Grund für die Absage vermutet Klingler unter anderem bei den Vorgängen in Einsiedeln ein paar Tage zuvor. Dort trafen sich am Montag rund 1000 Fasnächtler. Die Bestimmungen des BAG hielten viele nicht ein. Einzelne Teilnehmer lieferten sich im Anschluss Auseinandersetzungen mit der Polizei. «Die Schnitzeljagd in Wädenswil ist nicht mit Einsiedeln zu vergleichen», sagt Klingler. «Wir hätten extra Leute gehabt, welche die Einhaltung der Corona-Regeln durchgesetzt hätten.»

Einsiedeln hatte keinen Einfluss

Wie kam es zu der kurzfristigen Absage? In den Wochen zuvor stand die Kinter-Clique im Austausch mit der Stadtpolizei Wädenswil. Geplant war, die Schnitzeljagd unter Einhaltung der Bestimmungen des BAG durchzuführen – trotz geäusserten Bedenken seitens der Stadtpolizei. Am Mittwoch trafen sich die Organisatoren mit Vertretern der Stadtpolizei und tauschten sich über die aktuelle Lage aus, worauf zusätzliche Schutzmassnahmen getroffen wurden.

Am Donnerstag erfolgte dann eine erneute Lage- und Risikoanalyse – diesmal wurde auch die Kantonspolizei Zürich hinzugezogen. Schliesslich stuften die Polizeivertreter die Schnitzeljagd als Veranstaltung ein. «Aufgrund der geltenden Covid-Verordnung ist diese nicht bewilligungsfähig», sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei auf Anfrage. Die Durchführung von Veranstaltungen sei derzeit auf nationaler und kantonaler Ebene verboten, daran lasse sich nichts ändern. Die Vorgänge in Einsiedeln ein paar Tage zuvor hätten jedenfalls keinen Einfluss auf die Lagebeurteilung in Wädenswil gehabt.

Am Samstag waren im Zentrum von Wädenswil trotzdem Gruppen von Fasnächtlern zu sehen. Nach Gesprächen mit der Polizei lösten sich diese auf. In normalen Jahren hat die Fasnacht in Wädenswil eine Ausstrahlungskraft über die Stadtgrenzen hinaus und ist eine der grössten am Zürichsee. Sie zieht Feiernde aus der ganzen Region an: Sie kommen aus benachbarten Gemeinden, zum Teil auch dem Kanton Schwyz. Tausende Personen nehmen an den Veranstaltungen jeweils teil. Dazu gehören Umzüge, Schnitzelbänke und die Beizenfasnacht.