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Gemeindeversammlung in MeilenEs kamen weniger Stimmberechtigte als gedacht

Auf fünf Abende ist die Gemeindeversammlung zur Nutzungsplanung, sprich zur BZO, angesetzt. Am Montag begann der Marathon mit weniger Stimmberechtigten als erwartet.

Gemeindeversammlung Meilen
Gemeindeversammlung Meilen

Um 19.38 Uhr klingelte Christoph Hiller am Montagabend, um die Versammlung einzuberufen. Dies an ungewohntem Ort, nämlich in Obermeilen, wie der FDP-Gemeindepräsident einführte. Dass eine Gemeindeversammlung in der Fahrzeughalle der Schneider Umweltservice AG auf dem Areal Beugen und nicht in der reformierten Kirche oder im Löwen-Saal stattfindet, war eine Premiere.

«Da war die Welt noch in Ordnung», präsentierte Hiller ein Bild, das am Vorabend der letzten Gemeindeversammlung aufgenommen wurde. Darauf zu sehen war ein Weihnachtsbaum. Man könne sich kaum noch an eine Welt ohne Abstandsregeln erinnern.

Im letzten Moment abgesagt

Tatsächlich ist es mehr als neun Monate her, dass die Meilemer Gemeindeversammlung zusammenkam. Eigentlich war die Versammlung zur kommunalen Nutzungsplanung im März nämlich schon komplett aufgegleist, als sie im letzten Moment wegen des Lockdown abgesagt werden musste.

Besonders an dieser Gemeindeversammlung sind aber nicht nur die Corona-Massnahmen, sondern auch die Tatsache, dass die Totalrevision der kommunalen Nutzungsplanung über fünf Abende laufen könnte.

Abstand und Masken

Eine Stunde vor Beginn der Gemeindeversammlung ist es im Eingangsbereich noch ruhig. Eric Müller, Abteilungsleiter Sicherheit der Gemeinde, brieft die Zivilschützer sowie Polizisten der Regionalpolizei Meilen-Herrliberg-Erlenbach. Nicht nur die Frage, wer auf welche Toilette darf, auch eine mögliche Evakuierung ist Thema.

Mit unter den Zuhörenden ist Sicherheitsvorsteher Thomas Steiger (parteilos). «Wir haben uns auf alle Eventualitäten vorbereitet», sagt er. Man setze nicht nur auf Masken, sondern auch auf Abstand. Wer in den Saal will, muss zudem an einem Zivilschützer mit Thermometer vorbei. Wer 37,5 Grad Fieber oder mehr hat, darf nicht an der Versammlung teilnehmen. Ein Arzt ist ebenfalls vor Ort. «Wir wussten nicht, ob es Diskussionen wegen der Fiebergrenze gibt», begründet Steiger dessen Präsenz.

Einer, der seine Temperatur schon zu Hause gemessen hat, um sicherzugehen, ist Christoph Hiller, der um 18.52 Uhr aufs Gelände fährt. Anschliessend begrüsst er gemeinsam mit Gemeindeschreiber Didier Mayenzet die Meilemerinnen und Meilemer. Ein Handschlag liegt indes nicht drin.

323 Stimmberechtigte

Einlass wird den Stimmberechtigten von fünf Angestellten der Verwaltung gewährt, die rote, grüne, gelbe oder schwarze Kärtchen für die einzelnen Bereiche verteilen. Ein grosses Gedränge bildet sich vor dem Eingang nicht, nur vereinzelt kommt es zu Schlangen.

Je nach Farbe seiner Karte musste man sich in einen anderen Sektor begeben.
Je nach Farbe seiner Karte musste man sich in einen anderen Sektor begeben.
Foto: Christian Dietz

Was verwundert: Eingegangen waren noch bis zum Freitag 450 Anmeldungen. Platz hätte es gar für 1500 Menschen. Anwesend sind allerdings nur 323 Stimmberechtigte. Das will aber nichts heissen, denn an jedem Abend können weitere, bisher noch daheimgebliebene Stimmberechtigte erscheinen, andere den einen oder anderen Abend auslassen. Alles ist offen. Mehr zur Diskussion gibt es in Kürze. Wer an der Gemeindeversammlung teilnehmen wollte, musste seine Kontaktdaten hinterlassen und Maske tragen.