Amazon zeigt Lautsprecherbrille und einen Mikrofonring

Das Onlinewarenhaus hat zahlreiche Neuheiten vorgestellt und zeigt, was das Smartphone dereinst als wichtigsten Computer ablösen könnte.

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Amazon hat am Mittwoch in Seattle seinen jährlichen grossen Hardware-Event abgehalten. Dabei wurden zahlreiche Geräte rund um die Sprachassistentin Alexa vorgestellt: mehrere Lautsprecher in verschiedenen Grössen (einer gar fürs Badezimmer), Kopfhörer, die mit Apples Airpods konkurrieren sollen, WLAN-Router, Lampen, ein Mikrowellenofen, Heimkameras, viele Software-Verbesserungen für Alexa und sogar Samuel L. Jackson als alternative Stimme für Alexa.

All diese Neuerungen werden voraussichtlich nicht so bald in die Schweiz kommen. Wie Google und Apple, bringt auch Amazon die sprechenden Lautsprecher nicht offiziell in die Schweiz.

Blick in die Zukunft

Dennoch lohnt es sich, den Amazon-Event genauer anzuschauen. Einerseits weil der Konzern nach einem katastrophalen Smartphone-Flop vor ein paar Jahren zum Trendsetter im Post-Smartphone-Zeitalter geworden ist. Zum anderen weil drei Ankündigungen zeigen, wie sich der Konzern dieses Zeitalter vorstellt.

  • Brille:Die grösste Überraschung am Amazon-Event war eine Brille namens Echo Frame. Anders als die Google-Brille vor ein paar Jahren verzichtet Amazon auf einen Bildschirm. Die Brille setzt auf Lautsprecher und ein kleines LED-Licht im Blickfeld. Damit soll man von Alexa mit Benachrichtigungen versorgt werden und kann Fragen stellen oder Musik hören. Beim Akku verspricht Amazon 3 Stunden Audio und 14 Stunden Standby. Da man Brillen beim Schlafen abnimmt, sollte das für einen Tag reichen. Kaufen kann man die Brille allerdings noch nicht. Erst gibt es sie nur auf Einladung. Kosten wird sie 180 Dollars.
  • Ring: Für Nichtbrillenträgerinnen und -träger hat Amazon einen smarten Ring vorgestellt. Der Echo Loop sieht aus wie ein etwas überdimensionierter schwarzer Siegelring. Wie die Brille informiert der Ring über Benachrichtigungen, kann Anrufe tätigen, und natürlich kann man Alexa Fragen stellen. Auf Knopfdruck kann der Ring aber auch den Assistenten (Google oder Siri) des eigenen Smartphones zuschalten. Der Akku soll einen Tag durchhalten, und der Preis soll nach einer Einführungsphase von 130 Dollars wie die Brille bei 180 Dollars liegen.
  • Sidewalk: Die letzte herausragende Ankündigung schliesslich ist ein neuer Funkstandard namens Sidewalk. Bluetooth und WLAN habe zu wenig Reichweite und 5G brauche zu viel Strom, darum habe man mit Sidewalk einen eigenen entwickelt. Nicht unähnlich wie Apples U1-Chip in den neuen iPhones kann man damit Gegenstände über grössere Distanzen sehr präzise orten. Als erstes Beispiel zeigte Amazon einen Anhänger für ein Hundehalsband. Sobald der Hund beispielsweise den eigenen Garten verlässt, schlägt die Technologie Alarm.

Dass Amazon auf die Brille und den Ring setzt, ist nicht überraschend. Sind es doch Gegenstände, die Menschen längst gewohnt sind mit sich zu tragen. Beide lösen ein Hauptproblem der smarten Lautsprecher. Man hat sie nicht in jedem Raum und schon gar nicht immer dabei. Ringe, Brillen und übrigens auch Uhren und Kopfhörer sind fast immer mit dabei und so ein ideales Zuhause für sprechende Computer.

Das Ende des Smartphones

Die Theorie, dass das Smartphone nicht von einem einzigen neuen Gerät, sondern von einer Vielzahl an smarten Geräten abgelöst wird, ist nicht neu. Aber Amazons Neuheiten zeigen, dass die Firma genau darauf setzt.

Das ist allerdings erst ein erster Schritt. Denn Menschen lieben Fotos und Videos. Diese kann man aber weder mit der neuen Amazon-Brille noch mit dem Ring anschauen. Da Amazon nach wie vor kein eigenes Smartphone hat, ist die Firma weiter auf die Handys der Konkurrenz angewiesen.

Und bis Bildschirmbrillen massentauglich sind, wird es noch ein paar Jahre dauern. In Amazons Labors wird garantiert schon fleissig daran geforscht, aber nachdem Google der smarten Brille mit dem verstolperten Frühstart einen Bärendienst erwiesen hat, werden sich alle Technologiekonzerne hüten, nochmal ein unfertiges Produkt auf ihre Kunden loszulassen.

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Erstellt: 26.09.2019, 13:58 Uhr

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