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FCSG-Public-ViewingDieses Bild erhitzt die Gemüter

Kein Mindestabstand, keine Masken: Auf einem Foto des Public Viewing der Partie FC St. Gallen gegen Basel sieht es aus, als hätte es Corona nie gegeben. Doch die Polizei stärkt den Veranstaltern den Rücken.

Bier, Wurst und Spitzenkampf. Weil die Plätze im Fussballstadion weiterhin stark limitiert sind, wollte der regionale Radiosender FM1 den Fans des FC St. Gallen eine Freude machen und organisierte ein Public Viewing in der früheren FCSG-Heimstätte Espenmoos. Doch nicht nur das 0:5 gegen den FC Basel vermieste vielen die Laune, mittlerweile kursiert auch ein Foto des Anlasses auf Social Media. Eine Twitter-Userin postete ein Bild, auf dem eine volle Tribüne zu sehen ist.

Der Anblick ist in der aktuellen Situation derart ungewohnt, dass einige andere User glauben, es könnte sich um ein altes Foto handeln. Dabei war der Anlass in dieser Form von der Stadtpolizei bewilligt, wie Urs Brülisauer, Leiter Events bei FM1, sagt: «Wir mussten die Tribüne in drei Sektoren mit je 1,5 Metern Abstand einteilen, pro Sektor waren 300 Personen erlaubt.» Der Mindestabstand musste auch vor dem Getränkestand eingehalten werden. Und ebenso wichtig, wie Brülisauer betont: «Die Verfolgbarkeit war gewährleistet.» Ein Ticket für den Event konnte nur über eine verifizierte E-Mail-Adresse gekauft werden.

Polizei kontrollierte vor Ort

Auch die St. Galler Stadtpolizei bestätigt, dass an diesem Bild nichts verkehrt sei. «Das Public Viewing im Espenmoos erfüllt die Vorgaben», antwortet sie auf Twitter unter dem Post. Die Polizei war vor Ort und kontrollierte, ob die Covid-Bestimmungen tatsächlich eingehalten wurden.

Der Organisator des Public Viewings hat zwar Verständnis dafür, dass das Bild der vollen Tribüne für Irritationen sorgt, «aber wir können nicht mehr machen, als alle erforderlichen Schutzmassnahmen einzuhalten». Die Situation in einem Kino oder Club sei ähnlich – dort sind 300 Leute ohne Mindestabstand und Maske in einem Raum.

Trotz der Reaktionen wird FM1 am 31. Juli das zweite Public Viewing wie geplant durchführen – der Veranstalter überlegt sich sogar Massnahmen, die über das erforderliche Schutzkonzept hinausgehen. Bei der Partie gegen Xamax erwartet Brülisauer zudem weniger Leute, es seien bisher 500 Tickets verkauft worden. Nach der deutlichen Niederlage vom Mittwoch gegen den FCB ist es gut möglich, dass in einer Woche die Meisterschaft bereits zugunsten von YB entschieden ist. Brülisauer findet: «Schade für die Fans, schade für den FCSG, schade für die Region.»

fas

158 Kommentare
    Ursina Schütze

    Irgendwie Sinnbild der momentanen Situation. Es wurden alle Regeln eingehalten und die Polizei hat es auch noch gecheckt und für komplett legal gehalten und sicher auch noch mitgefiebert mit ihrem Club. Die Leute haben sich registriert und sind das Risiko einer Quarantäne eingegangen. Kommen die 10 Tage nicht zur Arbeit dann haben sie ein Problem mit ihrem Arbeitgeber. Mehr Risiko geht ja nicht und vor allem ist das Risiko einer Quarantäne noch fast höher zu stufen als das einer Ansteckung und der Witz ist, dass ein Superspreader die ganze Polizei von St. Gallen isolieren könnte inklusive der Regierung und wohl auch den halben Kanton.