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Gut zu wissen Diese natürlichen Mittel senken den Blutdruck

Wer zu einem hohen Blutdruck neigt, muss nicht gleich Medikamente schlucken. Randen haben eine positive Wirkung – und auch andere Mittel helfen.

Wer sagt denn, dass es immer Orangensaft sein muss? Frisch gepresster Randensaft schmeckt genauso gut und senkt erst noch den Blutdruck.
Wer sagt denn, dass es immer Orangensaft sein muss? Frisch gepresster Randensaft schmeckt genauso gut und senkt erst noch den Blutdruck.
Foto: Getty Images

In der Schweiz haben rund 1,5 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck; davon spricht man, wenn er über 140/90 Millimeter-Quecksilbersäule (mm Hg) liegt. Das tut zwar nicht weh, ist gerade deswegen aber so gefährlich: Herzinfarkt, Hirnschlag, Herz- und Nierenschäden können langfristig die Folgen sein.

Bevor man sich aber gleich Medikamente verschreiben lässt, um den fatalen Überdruck in den Blutgefässen runterzubringen, lohnt sich ein Versuch mit natürlichen Mitteln – zum Beispiel mit Randensaft. In einer englischen Studie haben die Probanden vier Wochen lang täglich 250 Milliliter Randensaft, also ein mittelgrosses Glas, getrunken. Danach war ihr oberer, systolischer Blutdruck im Schnitt um 7,7 mm Hg gesunken; der untere, diastolische, um 2,4.

Wirkt gefässerweiternd

Der Grund für die positive Wirkung: Randensaft enthält sekundäre Pflanzenstoffe und vor allem Nitrate, die von den Bakterien unseres Speichels zu Nitrit reduziert werden. Diese Substanz wiederum erweitert die Gefässe und führt so zum Absinken des Blutdrucks in den Arterien. Kleiner Tipp: Randen essen, zum Beispiel als Salat, wirkt genau gleich – und ist dank der Fasern erst noch gut für die Verdauung.

Einen ähnlichen, wenn auch etwas geringeren Effekt haben übrigens auch Hibiskustee, Äpfel, Beeren und dunkle Schokolade. Hier sind allerdings hauptsächlich die sekundären Pflanzenstoffe, sogenannte Flavanole, verantwortlich für die günstige Wirkung: Sie erhöhen die Elastizität der Blutgefässe und senken den Cholesterinspiegel.

Lifestyle-Faktoren

Auch andere Lifestyle-Faktoren nützen. Neben der Ernährung (dazu gehört auch, sparsam mit Salz umzugehen) gibt es noch weitere Möglichkeiten, auf natürliche Weise den Blutdruck zu senken: Bewegung/Sport, Übergewicht abbauen, Nikotin-Stopp, Stressreduktion.

Der Berner Sportarzt Martin Schär geht davon aus, dass sich allein mit Lifestyle-Massnahmen, sofern sie konsequent praktiziert werden, eine Blutdrucksenkung von 10 bis 20 mm Hg erreichen lässt (systolischer Wert). Trotz dieses respektablen Resultats dürfte das längst nicht bei allen Hochdruckpatienten genügen. Aber auch für sie hat Schär eine gute Nachricht: «Heute gibt es sehr gute Medikamente. Die haben praktisch keine Nebenwirkungen mehr und können sogar von Sportlern genommen werden, ohne dass sie mit einer Leistungseinbusse rechnen müssen.»

Mehr Infos: www.swissheart.ch

In dieser Rubrik erklären wir in loser Folge medizinische Zusammenhänge und geben Tipps, wie man sich gesünder verhalten kann.


18 Kommentare
    C. F. Abel

    Es braucht nicht weniger Salz, sondern mehr Kalium. Nützt viel mehr als weniger Salz. Schützt Herz, Arterien, Niere. Blutgefässe im Gehirn können hohen Druck ertragen. Entwässerung schwemmt auch Kalium aus. Um die nötigen 5000 mg zu erreichen, müsste man 7 Portionen Salat nehmen.