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Ersatzwahl am 27. SeptemberDiese drei Kandidaten wollen in den Gemeinderat von Uetikon

Thomas Breitenmoser, Markus Hafner und Valentin Peer stehen auf der Liste zur Ersatzwahl in den Gemeinderat Uetikon. Alle drei sind eng mit dem Dorf verbunden, bringen jedoch unterschiedliche Stärken mit.

Der aktuelle Gemeinderat (von links): Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos), Hubert Beerli (FDP), Heidi Mühlemann (parteilos), Marianne Röhricht (parteilos), Hans Gantner (FDP), Felix Weber (SVP), Christian Schucan (FDP) sowie Gemeindeschreiber Reto Linder.
Der aktuelle Gemeinderat (von links): Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos), Hubert Beerli (FDP), Heidi Mühlemann (parteilos), Marianne Röhricht (parteilos), Hans Gantner (FDP), Felix Weber (SVP), Christian Schucan (FDP) sowie Gemeindeschreiber Reto Linder.
Archivfoto: David Baer

Nach sechs Jahren verkündete Hans Gantner (FDP) im Frühling seinen Rücktritt aus dem Gemeinderat Uetikon. Er begründete den Ausstieg mit einem Wohnortswechsel und seinem Alter. Somit ist sein Ratssitz frei, der nun bis zum Ende der Amtsperiode 2022 besetzt werden soll. Drei Kandidaten haben sich dementsprechend für die Ersatzwahl am 27. September in Stellung gebracht. Es sind, in alphabetischer Reihenfolge genannt, Thomas Breitenmoser (FDP), Markus Hafner (SVP) und Valentin Peer (Grüne). Sie alle haben einen engen Bezug zum Dorf, vertreten jedoch unterschiedliche Ansichten bezüglich der politischen Zusammensetzung des Rats sowie des Grossprojekts der Gemeinde, der «Chance Uetikon».

Breitenmoser: Finanzerfahrung einbringen


Thomas Breitenmoser, FDP, Jahrgang 1968.

Thomas Breitenmoser, FDP, Jahrgang 1968.
Foto: PD

So war für Thomas Breitenmoser das Projekt auf dem Chemieareal überhaupt erst die Initialzündung, um für die Ersatzwahl zu kandidieren. Grundsätzlich sei er mit dem Verlauf des Projekts zufrieden, insbesondere der Dialog mit der Bevölkerung sei vorbildlich verlaufen. Der 52-Jährige betont aber auch: « Die Investorensuche für das Wohnbauprojekt im Westen des Areals muss man nun mit Bedacht angehen. Sie ist für das Projekt zentral.»

Dort will sich Breitenmoser mit seiner Erfahrung und seinem Know-how einbringen. Denn der Uetiker, der seit zehn Jahren in der Gemeinde lebt, betreut als Leiter Investment Controlling/Consulting bei Complementa Investments AG Schweizer Pensionskassen und ist auch mit grossen Immobilienprojekten vertraut. «Vor allem im Bereich der Finanzen kann ich den Gemeinderat sehr gut unterstützen.»

Werde er gewählt, will sich der zweifache Familienvater viel Zeit für sein neues Amt nehmen, trotz seiner beruflichen Tätigkeiten. Dass er den zusätzlichen Aufwand stemmen kann, hat er bereits abgeklärt: «Ich bekomme von meinem Arbeitgeber wie von meiner Familie die volle Unterstützung. Und dank moderner Kommunikationsmittel und der Möglichkeit von Homeoffice kann ich meine Zeit sehr gut einteilen.»

Hafner: Pensioniert und doch nimmermüde

Markus Hafner, SVP, Jahrgang 1952.
Markus Hafner, SVP, Jahrgang 1952.
Foto: PD

Zeit sei auch für Markus Hafner kein Problem, seit drei Jahren ist der Betriebsfachmann pensioniert. Dennoch will er in den Gemeinderat – es wäre eine Rückkehr. Bereits von 2009 bis 2018 hatte er einen Sitz inne, war Leiter der Ressorts Sicherheit und Bau. Und obschon Hafner vor zwei Jahren als überzählig ausgeschieden ist, startete er nun einen neuen Versuch. Seine Erfahrung sei denn auch sein Vorteil: «Ich kenne den Aufwand und die Aufgaben, die auf einem Gemeinderat lasten.»

Hafner ist eng mit der Gemeinde verbunden. Seit 43 Jahren lebt der 68-Jährige in Uetikon, gehörte dem Gewerbeverein an und war über 30 Jahre lang für die Feuerwehr unterwegs. Auch an zahlreichen Anlässen war er in der Organisation, so beispielsweise seit 1995 für die Chilbi. Einen Grund, wegzuziehen, sah der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern nie. «Uetikon liegt mir sehr am Herzen.»

Dies gelte auch für die Gestaltung des Chemie-Areals. Das Projekt habe er eng begleitet, unter anderem war er in der Projektsteuerung und der Oberleitung als Vorstandsmitglied der Zürcher Planungsgruppe Pfannenstiel beteiligt: «Ich kenne die Pläne sehr gut und war auch an den Beteiligungsveranstaltungen anwesend.» Generell, so seine Auffassung, sei man auf dem richtigen Weg, auch wenn es nun zu einigen Einwendungen gekommen sei. Aber: «Kompromisse gibt es immer. Und die braucht es auch.»

Peer: Es braucht den linken Standpunkt

Valentin Peer, Grüne, Jahrgang 1968.
Valentin Peer, Grüne, Jahrgang 1968.
Foto: PD

Noch nicht ganz zufrieden ist Valentin Peer mit der Entwicklung des Areals. Zwar stimme die Stossrichtung, es fehle der Gemeinde aber noch ein wenig die Vision. Peer nennt ein Beispiel: «Die Gemeinde muss sich genau überlegen, was sie mit dem Düngerbau machen will. Denn der ist das Herz des Areals.» Die Grünen haben bereits eine Initiative lanciert, in welcher sie einen quadratischen Platz vor dem Düngerbau fordern.

Allgemein will Peer, falls er gewählt wird, nicht nur seine Partei, sondern auch die politisch Linke im Gemeinderat vertreten: «Die Verteilung ist zurzeit nicht ideal.» Dreimal FDP, dreimal parteilos und einmal SVP: So setzt sich der Gemeinderat inklusive dem zurücktretenden Gantner aktuell zusammen. Peer will diese Phalanx durchbrechen und das politische Verhältnis etwas ausgeglichener gestalten.

Den Aufwand eines Gemeinderats könne der 52-jährige Kulturmanager, der seit 2007 im Dorf wohnt, denn auch gut bewältigen: «Als Selbstständiger verfüge ich zu 100 Prozent über meine Zeit und kann sie sehr gut einteilen.» So würde der in fester Partnerschaft lebende Vater an einem Donnerstagabend dann halt nicht einen Cateringauftrag ausführen, sondern an der Gemeinderatssitzung teilnehmen.