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Venedig nach dem LockdownDie verkaufte Stadt gehört wieder den Bewohnern

Die schönste Zeit, um nach Venedig zu fahren? Jetzt, weil die anderen Touristen noch nicht da sind. Von Venezianern, die ihre leere Stadt gerade lieben und doch sehnlichst erwarten, dass der Irrsinn wieder anfängt.

Der fast menschenleere Markusplatz in Venedig in den Morgenstunden. Nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen verirren sich nur wenige Touristen in die sonst so volle Stadt.
Der fast menschenleere Markusplatz in Venedig in den Morgenstunden. Nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen verirren sich nur wenige Touristen in die sonst so volle Stadt.
Foto: Sebastian Beck

Die Barbaren sind zurück. Die ersten sind zwei deutsche Männer mittleren Alters. Sie ziehen sich aus bis auf die Boxershorts, werfen sich ins Wasser des Canal Grande, schwimmen unter dem Ponte di Rialto durch, atemlos, steigen bei der Riva del Vin wieder aus dem Wasser, die Treppen hoch, die Brust raus im Triumph. Gefilmt werden sie von einem Venezianer, der sie von seinem Boot aus beobachtet. Und anfeuert: «Bravissimo, bravo, bravo. Well done.» Dann sagt er: «Goldòn!» Immer wieder: «GoldònDas ist ein Schimpfwort im venezianischen Dialekt, es steht eigentlich für Präservativ, abgeleitet von «Gold one», so hiess eine Kondommarke aus Amerika. Lange her.

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