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Vertragsverlängerung mit Rikard Grönborg«Ich gehe ja auch nicht in Nightclubs»

Der Schwede Rikard Grönborg (52) hat seinen Vertrag bei den ZSC Lions um zwei Jahre bis 2023 verlängert, obschon von NHL-Teams umschwärmt. Er spricht über seine Gründe und seine Corona-Zeit.


Die ZSC-Garderobe bleibt für mindestens zwei weitere Jahre die Heimat von Rikard Grönborg.

Die ZSC-Garderobe bleibt für mindestens zwei weitere Jahre die Heimat von Rikard Grönborg.
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Zuerst einmal: Wie geht es Ihnen?

So weit, so gut. Ich gehe ja auch nicht in Nightclubs. Meine Familie und ich blieben bisher vom Coronavirus verschont. Wir haben alles befolgt, was der Bundesrat von uns verlangt hat. Wir haben unseren Part beigesteuert in diesen herausfordernden Zeiten. Ich habe viel Familienzeit verbracht. Die habe ich sehr genossen.

Sie erwogen ja, nach der abgebrochenen Saison in die USA zu reisen, zur Familie Ihrer Frau. Sind Sie jetzt die ganze Zeit in Zürich geblieben?

Ja. Die Schweiz ist ein guter Ort während der Pandemie. Wir sind einfach umgezogen, von einem Teil in Winkel zum anderen. Und haben die Gegend erkundet und einige Ausflüge unternommen.

Haben Sie Kontakt in Ihre Heimat Schweden? Wie wird dort das Coronavirus wahrgenommen?

Ich habe vor allem Kontakt zu Leuten meines Alters. Für die hat sich nicht viel verändert, die gehen nicht gross aus, praktizieren das Social Distancing. Leider gab es in Schweden verhältnismässig viele Tote.

Sie haben Ihren Vertrag bei den ZSC Lions gerade um zwei Jahre bis 2023 verlängert. Von wem ging die Initiative aus? Von Ihnen oder von Sportchef Sven Leuenberger?

Wir waren laufend am Diskutieren darüber, was wir tun und erreichen möchten, wie unsere DNA aussehen soll. Und logisch kam da auch die Frage auf, wie es denn langfristig mit mir aussieht. Ich habe grosse Freude an meinem Team, mir gefällt es sehr in Zürich. Deshalb lag es nahe, den Vertrag zu verlängern.

Sie haben eine NHL-Ausstiegsklausel für die Saison 2022/23. Das heisst, dass Sie mindestens zwei weitere Saisons garantiert in Zürich bleiben?

Ja. Wie gesagt: Es gefällt mir sehr hier. Aber wer weiss schon, was in zwei Jahren ist. Deshalb liess ich mir diese Option offen. Die Idee ist aber schon, dass ich 2022 mit dem Team ins neue ZSC-Stadion einziehe.

«Ich hatte mit einigen NHL-Teams Kontakt. Es ging aber mehr darum, mich auf dem Laufenden zu halten.»

Sie hatten im Frühling Kontakt mit New Jersey. Wie konkret war das?

Ich hatte mit einigen NHL-Teams Kontakt. Es ging aber mehr darum, mich auf dem Laufenden zu halten. Und in der NHL weiss man ja momentan noch nicht einmal konkret, wie es weitergehen soll. Die haben andere Probleme.

Hatten Sie von den Devils eine Vertragsofferte?

Ich möchte gar nicht über die NHL spekulieren. Ich hatte eine Vertragsofferte von den ZSC Lions. Und die habe ich angenommen. Ich bin sehr happy, hier zu sein.

Sie gewannen in Ihrem ersten Jahr die Regular Season, bevor die Saison abgebrochen wurde. Was möchten Sie mit den ZSC Lions erreichen?

Wir hatten eine produktive letzte Woche, kamen mit allen Coachs auf Albführen in Deutschland zusammen und diskutierten über unsere Identität. Wir wollen nicht nur in der Schweiz eine der führenden Organisationen sein, sondern in ganz Europa.

Das Wort Meistertitel nehmen Sie nicht in den Mund?

Ja gut, es ist klar, dass wir nochmals einen Schritt nach vorne machen möchten. Und nicht zurück.

Was läuft derzeit bei den ZSC Lions?

Die Spieler sind im Sommertraining. Zuerst trainierten sie alleine, nun zusammen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie gut sie gearbeitet haben. Sie haben exzellente Werte erzielt in unseren Tests.

«Ich habe mir alle unsere 50 Spiele nochmals auf Video angesehen.»

Und wie haben Sie sich punkto Eishockey fit gehalten?

Ich habe mich weitergebildet, sehr viel gelesen und Podcasts gehört über Leadership. Und ich habe mir alle unsere 50 Spiele nochmals auf Video angesehen, um unsere Entwicklung zu analysieren. Woher wir gekommen sind. Nächste Saison wollen wir dann von einem höheren Level aus starten.

Was ist Ihre Prognose: Wird die Saison am 18. September beginnen?

Was ich denke, ist unerheblich. Wir stellen uns darauf ein, dass es dann losgeht. Und planen entsprechend. Sollte sich das verändern, werden wir uns anpassen.