Zum Hauptinhalt springen

Gemeindeversammlung StäfaDie Schulpflege will eine Brücke, der Gemeinderat nicht

Das Projekt einer Passerelle zwischen zwei Schulanlagen spaltet die Behörden in Stäfa. Am 21. September liegt die Entscheidung bei der Gemeindeversammlung.

Die Tränkebachstrasse trennt das Mehrzweckgebäude von der Schulanlage Obstgarten, zu der heute ein Fussgängerstreifen (im Hintergrund) führt. Die Schulpflege möchte hier eine Passerelle bauen.
Die Tränkebachstrasse trennt das Mehrzweckgebäude von der Schulanlage Obstgarten, zu der heute ein Fussgängerstreifen (im Hintergrund) führt. Die Schulpflege möchte hier eine Passerelle bauen.
Foto: Michael Trost

Brücken sollen verbinden – nicht so in Stäfa am 21. September an der Gemeindeversammlung. Die Schulpflege will eine Passerelle über die Tränkebachstrasse bauen. Diese trennt die Schulanlagen Obstgarten im Norden der Strasse und das für schulische Zwecke verwendete Mehrzweckgebäude Tränkebach auf der Südseite. Vorerst beantragt die Behörde einen Projektierungskredit für 290‘000 Franken. Bei einem Ja würde die Passerelle je nach Ausführung 1,3 bis 2 Millionen Franken kosten.

Die Schulpflege stellt an der Tränkebachstrasse Sicherheitsbedenken an. Der bestehende Fussgängerübergang genügt ihr nicht, zumal es möglich sein könnte, dass in Zukunft einmal Primarschulklassen ins Areal Obstgarten verlegt würden. Für gewisse Fächer würden die Schülerinnen und Schüler jedoch regelmässig in die ebenfalls auf der Südseite der Strasse gelegene Schulanlage Kirchbühl wechseln müssen.

Kein Streit, sondern Transparenz

Der Gemeinderat hält nichts von der Brücke. Rücksprachen mit der Kantonspolizei hätte ergeben, dass sich eine solche Baute allein aus Sicht der Verkehrssicherheit nicht begründen lasse. Mit dem geplanten Ausbau der Bushaltestellen an der Tränkebachstrasse würde zudem ein «optimaler Fussgängerstreifen gestaltet», schreibt der Gemeinderat und empfiehlt darum den Projektierungskredit zur Ablehnung.

Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP) sieht keinen Hauszwist. «Wir haben keinen Streit mit der Schule.» Es gehe bloss um unterschiedliche Sichtweisen. Nun spiele die Gemeindeversammlung Schiedsrichter. «Das klärt die Diskussion ein für alle Mal», sagt er.

So sieht es auch Schulpräsidentin und Gemeinderätin Cristina Würsten (FDP): «Die Schule gewichtet den Sicherheitsaspekt und die betriebliche Notwendigkeit anderes als der Gemeinderat. Ich gehe aber nicht davon aus, dass dies beim Souverän einen negativen Eindruck hinterlässt.» Sie begrüsste es, dass die Stimmbürger entscheiden. «Dies auch für den Fall, dass der Antrag abgelehnt werden sollte.»

Ansonsten nur Harmonie

In drei weiteren Schulgeschäften sind sich Gemeinderat und Schulpflege einig. Der Masterplan für die Entwicklung der Schule wird ebenso von beiden Behörden zur Annahme empfohlen wie die Erweiterung eines Pavillon-Kindergartens beim Friedhof (735‘000 Franken) und der Projektwettbewerb für Lernschwimmbecken (450‘000 Franken). Letzteres wird notwendig, weil die Schule Stäfa nur noch bis 2025 Gastrecht im Schulinternat Redlikon (Villa RA) geniesst). Damit zeichnet sich schon eine weitere grosse Investition in der schulischen Infrastruktur ab, denn je nach Grösse des Bassins sind Baukosten von 9 bis 11,5 Millionen Franken zu erwarten.

Die weiteren zwei Geschäfte dürften kaum zu reden geben. Die Gemeinde will eine alte Liegenschaft an der Laubstenstrasse um mindestens 820‘000 Franken verkaufen. Die Jahresrechnung 2019 schliesst bei Ausgaben von 119,3 Millionen Franken und Einnahmen von 127 Millionen Franken mit einem Gewinn von 7,7 Millionen Franken ab. Budgetiert war noch eine fast ausgeglichene Rechnung.

Stäfa, Gemeindeversammlung: Montag, 21. September, 20 Uhr, Sport- und Mehrzweckhalle Frohberg.