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Armut durch Corona«Die Pandemie verstärkt die Ungleichheit»

Gesundheitssoziologe Thomas Abel von der Universität Bern erklärt, warum Arme viel stärker von der Pandemie betroffen sind.

Gesundheitssoziologe Thomas Abel von der Universität Bern  weiss, dass sozial benachteiligte Menschen viel stärker von der Pandemie betroffen sind.
Gesundheitssoziologe Thomas Abel von der Universität Bern weiss, dass sozial benachteiligte Menschen viel stärker von der Pandemie betroffen sind.
Foto: Raffael Waldner

Herr Abel, was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus der Pandemie?

Die Corona-Krise ist wie ein riesiges Vergrösserungsglas. Die Pandemie macht Probleme stärker sichtbar, die schon vorher da waren. Die Ungleichheit in der Gesellschaft wird grösser. Gleichzeitig ist die Pandemie ein Lackmustest: Jetzt müssen wir entscheiden, wie ernst wir es mit dem Ausgleich von ungleichen Gesundheitschancen meinen. Denn davon hängt auch der weitere Verlauf der Pandemie ab.

Ist das Risiko, an Corona zu erkranken, für Geringverdiener höher?

Wir gehen davon aus, dass wer sozial benachteiligt ist, ein sehr niedriges Einkommen erzielt, ein viel höheres Risiko hat, an Covid-19 zu erkranken. Menschen mit tieferen Einkommen arbeiten überdurchschnittlich oft in Berufen, wo kein Homeoffice möglich ist – auf der Baustelle, im Laden oder in der Pflege. Zur Arbeit fahren sie meist mit dem ÖV. Gleichzeitig leben sie wegen ihres tiefen Einkommens in kleineren Wohnungen. Es ist viel einfacher, die Mindestabstände in einer Villa einzuhalten als in einer beengten Zweizimmerwohnung.

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