Winterthur

Die Lokstadt als zweites Stadtzentrum

Die bisher Werk 1 genannte Lokstadt soll vieles werden: bunt und nachhaltig, dicht und gleichzeitig grosszügig. Zu sehen ist davon noch fast nichts, doch die Baufirma Implenia ist mit ihrer Planung schon weit fortgeschritten, wie sich bei der gestrigen Namenstaufe zeigte.

Viel Altes ist mittlerweile plattgewalzt, nun entsteht auf dem Sulzer-Areal das neue urbane Lokstadt-Quartier.
Video: Simon Grässle

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Ob sich die Marketingverantwortlichen von Implenia von einer Jim-Knopf-Geschichte inspirieren liessen? Schon in wenigen Jahren kann nämlich behauptet werden: «Ich wohne in der Lokstadt, im Krokodilhaus, gleich beim Dialogplatz.» Inspirieren liessen sie sich auf jeden Fall von der Eisenbahn-Vergangenheit von Winterthur, im Quartier befanden sich einst die Werkhallen der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM.

Alle geplanten Gebäude in der Lokstadt tragen Namen, die sich wohl nur Eisenbahn-Aficionados rasch erschliessen: darunter Elefant, Krokodil, Habersack, Tigerli, Bigboy und andere Lokomotivtypen, viele davon früher in Winterthur produziert.

«Das fleissige und erfolgreiche Image des Areals wollen  wir in die Zukunft mitnehmen.»Michael Künzle, 
Stadtpräsident (CVP)

Die Lokstadt wird in den nächsten zehn Jahren nach und nach gebaut, die Landbesitzerin und Bauführerin Implenia rechnet damit, dass in fünf Jahren eine erste Etappe fertiggestellt wird: Dann soll der Dialogplatz im Zentrum des Areals der Öffentlichkeit übergeben werden, in Visualisierungen wird er mit Platzcafés und einer Baumallee dargestellt.

Auch 2022 soll das erste von mehreren Wohnhäusern stehen, das Haus Krokodil mit 254 Wohnungen, davon ein grosser Anteil genossenschaftlich. Preisgünstige Wohnungen müssen in der Lokstadt zu 30 Prozent vertreten sein, so stand es auch in der Abstimmungsvorlage zum Werk 1, welche im Jahr 2015 angenommen wurde.

Stadt erhält viel Aussenfläche

Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) wurde gestern nicht müde zu betonen, wie wichtig das Quartier für Winterthur war, ist und noch sein wird. «Dieses Areal ist inspirierend, es treibt Menschen zu guten Ideen an», sagte er während des Festakts in der Halle 1013, welche derzeit vom Museum Schaffen zwischengenutzt wird.

«Das Sulzer-Areal gab der Stadt Winterthur ihr fleissiges und erfolgreiches Image, dieses Image wollen wir auch in dieZukunft mitnehmen.» Künzle betonte auch die bedeutende städtebauliche Lage der Lokstadt: «Bereits heute sind ganz in der Nähe mit der Stadtverwaltung und der Axa-Winterthur zwei der grössten Arbeitgeber zu Hause.»

Elefant, Krokodil, Habersack, Tigerli, Bigboy.Namen von Lokstadt-Häusern, in Anlehnung an alte Lokomotiven

Bauvorsteher Josef Lisibach (SVP) verwies auf den urbanen Charakter der geplanten Lok-stadt und sprach von einer «grossen Chance» für die Stadt. Er strich hervor, dass das Tiefbauamt von Implenia rund 21 000 Quadratmeter Aussenfläche zur eigenen Bewirtschaftung erhält. Die Lokstadt, die zur ersten 2000-Watt-Siedlung Winterthurs werden soll, erhält ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept und wird zur weitgehend autofreien Fussgängerzone.

Auf der Website www.lokstadt.ch, wo man übrigens bereits Interesse für Eigentumswohnungen anmelden kann, bewirbt Implenia die Lok-stadt als «Quartier, das Urbanität beim Wort nimmt: Es wird vielfältig, bunt und nachhaltig, dicht und gleichzeitig grosszügig.»

Am gestrigen Festakt zeigte sich, wie weit Implenia mit ihrer Planung schon fortgeschritten ist. Für viele Teile des Areals existieren Visualisierungen, teilweise sind sie schon sehr konkret. Geändert werden kann daran fast nichts mehr, Quartiervertreter und künftige Nutzergruppen wurden schon im Frühling 2016 zum runden Tisch eingeladen.

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(Der Landbote)

Erstellt: 07.09.2017, 22:04 Uhr

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